Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rallye Finnland

Grönholm verteidigt Führung

Foto: McKlein

Marcus Grönholm verteidigte am Samstag (7.8.) mit dem letzten von anfangs drei Werks-Peugeot 307 seine Führung gegen alle Attacken. Bedrängt wird der Finne von Markko Märtin auf seinem Ford Focus an zweiter Position und von Argentinien-Sieger Carlos Sainz auf Citroen an dritter Stelle.

07.08.2004

Noch 45 von zu Beginn 68 Teams in Wertung machten sich auf in den längsten Tag der Finnland-Rallye. Neben diesen "regulären" Aktiven wurden auch weitere neun Teams gezeitet. Sie waren am Freitag ausgefallen, durften aber nach dem auch in Finnland durchgeführten Austragungsmodus der SupeRally am Samstag wieder fahren, ohne jedoch gewertet zu werden. Zu den unter diesen Bedingungen angetretenen Piloten gehörte auch Petter Solberg, der - wie schon in der Türkei und in Argentinien - wieder einmal ein Subaru-Testprogramm inszenierte.

Die Teams gingen in den härtesten Tag der Rallye: Acht Sonderprüfungen mit 167,80 Kilometern bei einer Gesamtstrecke von 739,55 Kilometern standen an. Dieser Samstag gilt als "der" Klassiker im Rallyejahr, mussten doch zweimal die mörderischen 33,24 Kilometer der berüchtigten Ouninpohja-Sonderprüfung passiert werden. Und: Die Piloten starteten schon um 5.48 h morgens, um erst gegen 22 Uhr wieder zurück zu sein.

Lindholm zerstört Werks-Peugeot

Zwei Peugeot 307 lieferten die ersten zwei Bestzeiten des Tages, gefahren von Marcus Grönholm, vor seinem Cousin Sebastian Lindholm. Doch nur einer der zwei Finnen kam zurück zum ersten Service: Lindholm hatte sich in der zweiten, der magischen Ouninpohja-Prüfung über die Längsachse überschlagen und seinen Wagen noch stärker zerstört, als Harri Rovanperä den seinen am Tag zuvor. "Dabei waren wir gar nicht wie die Verrückten unterwegs“, erklärte Lindholm. Die zweite Position hinter Grönholm nahm nach Lindholms Absturz Markko Märtin (Ford) ein. "Ich hätte Lindholm gerne heute geschnappt, aber nicht auf diese Weise“, sagte der Este. Hinter Märtin folgte Carlos Sainz (Citroen), der den zweiten Focus-Piloten Janne Tuohino zwar bezwingen, nicht aber den Druck verringern konnte, den der Finne auf ihn ausübte. Hinter Tuohino platzierte sich Sebastien Loeb (Citroen), vor Jani Paasonen, der mit seinem Skoda trotz Brems- und Getriebeproblemen auf den beiden ersten Prüfungen des Tages zweimal gute achte Plätze belegte. Sein Kollege Armin Schwarz war heute besonders gehandikapt - er musste als Erster auf die Pisten. "Es gibt keine Spuren, keine Bremszonen, an denen man sich orientieren könnte“, erklärte Schwarz. Logisch, dass der dritte Skoda Fabia unter Toni Gardemeister, strategisch beim Start besser platziert, auch im Ergebnis besser aussah. Beide Mitsubishi kamen heil durch die ersten zwei Prüfungen, Kristian Sohlberg gar als Sechstschnellster, "obwohl ich noch im Halbschlaf war!“

Grönholm behauptet Spitze trotz Getriebeärger

Marcus Grönholm (Peugeot) behielt die Spitze auch nach der zweiten Sonderprüfungs-Sektion des Tages mit drei Wertungsprüfungen, obwohl er seinen vierten Gang verlor. "Sagt meinem Chef Corrado Provera, dass ich in Zukunft nur drei Gänge brauche“, ließ der Finne über das Rallye-Radio verkünden. Immerhin: 160 km/h schnell konnte er noch fahren und sich damit gut vor dem zweitplatzierten Markko Märtin (Ford) halten, der in dieser Sektion zwei Bestzeiten vorlegte. Damit sank der Abstand zwischen Leader Grönholm und Verfolger Märtin von 45,8 auf 31,1 Sekunden.

Auf dem dritten Platz vergrösserte Carlos Sainz (Citroen) seine Distanz zu seinem Verfolger Janne Tuohinen (Ford) dank seiner ersten Bestzeit in dieser Rallye auf beruhigende 24,3 Sekunden. Tuohinen war inzwischen auch für Sebastien Loeb (Citroen) in Schlagweite geraten - nur 2,4 Sekunden trennten die beiden vor den letzten drei Sonderprüfungen des Tages. Hinter dem Franzosen hatte sich Jani Paasonen (Skoda) auf dem sechsten Platz installiert - mit über 90 Sekunden Vorsprung vor seinem nächsten Verfolger Francois Duval (Ford), der sich bei einem Aufsetzer nach einem Sprung den Auspuff demoliert, Leistungsverlust und 50 Strafsekunden wegen überlanger Reparatur eingehandelt hatte. Von seinen Teamgenossen Toni Gardemeister und Armin Schwarz bekam Jani Paasonen übrigens nur wenig mit: Sie lagen mit 36 Sekunden (Gardemeister) respektive über zweieinhalb Minuten (Schwarz) hinter ihm. Von Mitsubishi überlebte nur einer der zwei Lancer: Kristian Sohlberg rutschte - ausgerechnet vor den Augen seines Chefs Sven Quandt - mit seinem technisch intakten WRC 04 vom schönen achten Platz aus in einen Graben und ließ Gilles Panizzi in der Rolle des Einzelkämpfers um Punkte für die Diamanten-Crew allein.

Peugeot unverändert an der Spitze

Mit Bestzeit auf der längsten Sonderprüfung der Rallye unterstrich Grönholm (Peugeot) erneut seine Maestria auf Schotter: Er nahm seinem härtesten Verfolger Märtin (Ford) auf den 40,96 Kilometern 3,4 Sekunden ab und baute seine Führung auf 34,6 Sekunden aus. Märtin wiederum briet seinem nächsten Gegner, Sainz auf (Citroen), gar acht Sekunden über - den Dritten trennten dann solide 48 Sekunden vom Zweitplatzierten. Wie erwartet rang Loeb (Citroen) den vor ihm rangierenden Tuohino (Ford) auf dieser Strecke nieder und setzte sich auf den vierten Platz, 30,9 Sekunden hinter seinen Markengefährten Sainz. In der Gesamtwertung dahinter tat sich nichts, außer dass Duval infolge seiner Strafsekunden vom 7. auf den 9. Platz gefallen war - was seiner Punkte-Sammelmöglichkeit für Ford allerdings nichts ausmachte. In der vorletzten Wertungsprüfung vor den Show-Parallelen beim Super-Special in Killeri baute Grönholm seinen Vorsprung vor Märtin auf 36,3 Sekunden aus. Der Este selbst entfernte sich noch ein wenig vom verfolgenden Spanier Sainz, der sich wiederum ein wenig mehr von seinem Citroen-Genossen Loeb absetzte. Im Prinzip aber tat sich weder an der Spitze, noch dahinter Besonderes - auch von den letzten 2,06 Kilometern zwischen Leitplanken war das nicht zu erwarten. Niemand donnerte - wie am Vortag Hirvonen (Subaru) - in die Begrenzungen. Grönholm geht als Leader in den letzten Tag, für den allerdings Regen und Gewitter angesagt sind.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden