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Rallye Frankreich

Loeb zum neunten Mal Weltmeister

Rallye Frankreich Sebastien Loeb Podium 2012 Foto: dpa

Mit Michael Schumacher wird ein großer Champion zum Jahresende aussortiert, gleichzeitig feiert ein vielleicht noch größerer Champion mit einem Sieg beim Heimspiel um Elsass seinen neunten WM-Titel – in Folge.

08.10.2012

Mit seinem 75. WM-Sieg und dem neunten Saisonerfolg sicherte sich Citroën-Superstar Sébastien Loeb vor heimischer Kulisse seinen neunten WM-Titel. Der Elsässer übernahm auf heimischem Boden schnell das Kommando und kontrollierte das Geschehen von der Spitze, die er bis ins Ziel nicht abgab.
 
Während Loeb die Krönung seines Lebenswerkes feierte, bot Konkurrent Jari-Matti Latvala die Asphalt-Vorstellung seines Lebens. Abgesehen von einem kleinen Graben-Ausflug, der außer zerdeppertem Plastik keine Folgen hatte, war der Finne im Ford abgesehen von Loeb unantastbar. Am Ende fehlten nur 15,5 Sekunden auf die Spitze. Latvala hatte sich im Formel-Auto auf dem Circuit Bugatti von Le Mans auf die Rallye vorbereitet. An der Rue Bugatti in Eckbolsheim lief er als Zweiter ein und bekannte: "Ich muss damit zufrieden sein."

Solberg in Weinberg verirrt

Für das Bild des Jahres sorgte allerdings sein Teamkollege Petter Solberg, der sozusagen an einem Elektrik-Problem scheiterte. Der Norweger rauschte am Samstagmorgen in einen Weinberg, verlor die Orientierung zwischen den Rebstöcken, blieb allerdings weiter voll auf dem Gas, bis ein Strommast die Fahrt abrupt stoppte. Der Mast fiel, und die Leitungen gingen Funken schlagend zu Boden. Die Szene war nicht nur komisch, einige Zuschauer hatten großes Glück, dass sie weder vom blind fliegenden Solberg, noch vom stürzenden Mast oder abgebrochenen Ästengetroffen wurde. Auch Solberg hatte Glück: Der Norweger wurde von den Stewards wegen rücksichtsloser Fahrweise nur verwarnt.
 
Weniger Glück hatten zwei Zuschauer, die kurz darauf vom abfliegenen Citroën von Nasser Al Attiyah getroffen wurden. Ein Arm- und ein Beinbruch waren das Resultat. Der Zuschauerandrang war rund um Straßburg beträchtlich und nach den Vorkommnissen am Morgen blies Sicherheitschef Jacek Bartos die zwölfte Prüfung wegen Überfüllung ab. Weltmeister Loeb schüttelte den Kopf: "Es ist unglaublich, wie viele gekommen sind."
 
Gut gefüllt waren am Ende die Straßen von Haguenau. Michael Schumacher durfte nie einen Grand Prix in Kerpen fahren, Sébastien Loeb ging mit komfortablen 19 Sekunden Vorsprung die knapp sechs Kilometer in seinem Geburtsort, die er sicher und ohne Fehler unter großem Jubel absolvierte. Nach der Zieldurchfahrt parkte er seinen DS3 vor dem Rathaus der Stadt, sprang auf Dach und riss mit Copilot Daniel Elena die Arme in die Höhe. "Das ganze Wochenende war wie ein Traum", sagte der alte und neue Weltmeister.

Ogier und Gaßner stark unterwegs

Teamkollege Mikko Hirvonen fuhr zeitweilig starke Zeiten und komplettierte den Citroën-Triumph mit Rang drei. Dahinter lieferten sich Citroën-Nachwuchsmann Thierry Neuville, Fords Pendant Mads Östberg und Dani Sordo im Mini einen sehenswerten Dreikampf. Erst als eine defekte Servolenkung Sordo zur Aufgabe zwang und Neuville eine Bestzeiten-Serie am verregneten Sonntagmorgen hinlegte, war die Schlacht zugunsten des Belgiers geschlagen. Östberg wurde Vierter.
 
Seinen neunten Sieg in der Super-2000-Kategorie in diesem Jahr holte sich Vorjahres-Gesamtsieger Sébastien Ogier. Im Skoda Fabia des VW-Werksteams musste der Südfranzose sich allerdings mächtig anstrengen, um Teamkollege Andreas Mikkelsen auf Distanz zu halten. Der junge Norweger wurde schließlich von einem defekten Injektor gebremst und belegte den zweiten Klassenrang.
 
Dahinter folgte Hermann Gaßner im Red-Bull-Skoda. Zunächst nur halbwegs mit sich zufrieden bot der Bayer eine fehlerlose Leistung und steigerte sich immer mehr. Als am finalen Sonntag Teamkollege Haydon Padden rausrutschte, war der Weg frei für das erste Topresultat Gaßners in diesem Jahr. Zwar ist der 23-Jährige nicht in der Super-2000-WM eingeschrieben, die dortigen Titelkandidaten PG Andersson und Craig Breen hatte der Deutsche jedenfalls im Griff. Zur Belohnung darf Gaßner auch beim WM-Finale in Spanien starten.

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