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Rallye Griechenland

Loeb und kein Ende

Foto: McKlein

Sämtliche acht Bestzeiten am Samstag (25.6.) gingen an Citroen-Star Sebastien Loeb. Mit deutlichem Abstand zu seinen Verfolgern Toni Gardemeister auf Ford und Carlos Sainz mit dem Citroen Xsara kann er so am letzten Rallye-Tag die noch anstehenden vier Sonderprüfung unter die Räder nehmen.

25.06.2005

Schon am frühen Morgen herrschten Temperaturen von mehr als 30 Grad über den ausgedörrten Pisten im Hinterland der Rallyezentrale Lamia. Trotz der Extra-Planierungs-Arbeiten des Veranstalters präsentierten sich die Prüfungen weiterhin voller Steinbrocken und trickreicher, rutschiger Sandpassagen.

Loeb nicht zu halten, letzter Skoda out

Mit vier Bestzeiten in den ersten vier Prüfungen des Tages unterstrich Weltmeister Sebastien Loeb seine herausragenden Qualitäten. "Wir haben gestern die Konfiguration unseres Xsara umgestellt – heute sind das Auto und die Michelin-Reifen absolut super. Ich drücke ziemlich stark“, erklärte er. Der Franzose baute so seinen morgendlichen Vorsprung von 6,1 Sekunden gegenüber Verfolger Marcus Grönholm (Peugeot) bis zum Mittagsservice auf solide 25,7 Sekunden aus – trotz eines Plattfusses vorne. Grönholm dahinter – immerhin vier Mal Zweitschnellster - konnte nichts machen. "Ich kann nicht mehr schneller, obwohl das Auto sehr gut ist – ich werde Sebastien heute kaum packen. Meine Reifen sind nicht optimal“, resignierte Grönholm. Auch Carlos Sainz konnte seinen Citroen – infolge von vier schleichenden Plattfüssen - nicht deutlich nach vorne schieben – er verteidigte aber seinen dritten Platz, obwohl er dauernd unter heftigem Druck von Toni Gardemeister stand, der seinen Ford zügig bewegte. Aber: Der Spanier vergrößerte seinen Abstand zum Finnen von 0,8 Sekunden am Morgen auf immerhin 4,8 Sekunden am Mittag. Gardemeister verstand die Welt nicht: "Ich bin erstaunt – Carlos ist schneller als ich dachte.“

Jani Paasonen vergrößerte die Schadenbilanz bei Skoda gründlich: Er flog in der ersten Prüfung des Tages derart raus, dass er sich mit seinem zertrümmerten Fabia 20 Meter neben der Piste im Feld fand. Ziemlich depremiert saß Teamchef Martin Mühlmeier im Teambus und kommentierte: "Im Herbst wird die Entscheidung fallen, ob wir weiter machen. Der Vorstand will endlich Ergebnisse sehen, die wir jetzt zu Halbzeit der Saison nicht bieten können.“ Weitere Ausfälle: Roman Kresta (Ford), der gestern schon wegen eines defekten Lenkhebels hatte aufgeben müssen, blieb heute mit Elektrik- Fehlern endgültig stehen. Solbergs älterer Bruder Henning, mit einem Focus RS unterwegs, sauste von der Piste und schlug in einem Baum ein.

Richtig auf schlug Manfred Stohl, der nach seinem gestrigen Ausritt heute nach SupeRally-Reglement mit seinem OMV Citroen erneut antrat: Er klotzte in zwei Wertungsprüfungen die jeweils drittbeste Zeit hin. Aber: Er wird es schwer haben, sich vom 23. Platz – eine Position hinter dem ebenfalls nach SupeRallye-Modus fahrenden Armin Schwarz auf Skoda – nach vorne zu arbeiten.

Wenig Überzeugendes lieferte Petter Solberg (Subaru): Er klagte heftig über seine Startposition an zweiter Stelle und über den Staub im undichten Auto als Folge seiner zwei Ausritte am ersten Tag: "Es ist hart – und ich weiß, dass alle Starter hinter mir schneller sind.“

Grönholm angeschlagen, Loeb brilliert

Mit zwei Bestzeiten in Folge eröffnete Loeb (Citroen) den nachmittäglichen Reigen der vier Sonderprüfungen, die nach Samstagmorgen zum zweiten Mal gefahren wurden. Auf der Ersten konnte Marcus Grönholm mit seinem 307 hinter dem erstaunlich schnellen Gigi Galli (Mitsubishi) noch einen dritten Platz belegen und seine zweite Position in der Gesamtwertung halten. In der darauf folgenden Wertungsprüfung brach ihm eine Halbachse, er verlor über eine Minute auf den Schnellsten und stürzte im Gesamtklassement auf Platz vier ab. Rückstand auf den Ersten: Fast 90 Sekunden. Hinter Spitzenreiter Loeb setzte sich der sehr energisch fahrende Toni Gardemeister mit seinem Focus – er hatte King Carlos Sainz überholt. Der wollte sich zwar wehren – obwohl ihm Citroen-Teamchef Guy Frequelin Abwarten und sicheres Punktemachen verordnet hatte - konnte aber dem Finnen letztlich trotz vollem Einsatz nicht widerstehen.

Für die an diesem Tag noch ausstehenden zwei Sonderprüfungen gab es für Grönholm nur lausige Karten: Würde er schnell fahren, hielte das Auto kaum durch. Täte er langsam, würde er grausig viel Zeit verlieren. Der angeschlagene Finne wählte die zweite Option: In der vorletzten Wertungsprüfung verlor er weitere 42 Sekunden auf den Führenden Loeb, der auch dort Bestzeit vorlegte. Loeb meinte: "Jetzt , wo Grönholm keine Gefahr mehr ist, muss ich besonders aufpassen, selbst keine Fehler zu machen.“

Keine Fehler erlaubte sich auch Ford-Mann Gardemeister - "mein Focus zog wegen der Höhe nicht richtig“ – und wurde Zweitschnellster vor Sainz (Citroen), der mit steigenden Motorölproblemen laborierte - und Galli (Mitsubishi). Einen Abflug leistete sich Mark Higgins, der sich mit seinem alten Focus 03 bis auf den 13. Platz vorgeschoben hatte. Loeb natürlich holte sich auch die letzte Bestzeit des Tages, vor Gardemeister (Ford), Sainz (Citroen) und Galli (Mitsubishi). "Mein Abstand zum Zweitplatzierten beträgt jetzt 1,24 Minuten – kein schlechtes Polster für den schwierigen, letzten Tag“, fasste der Franzose seine Leistung zusammen. Marcus Grönholm kam ebenfalls ins Ziel – erneut mit 28 Sekunden Rückstand auf den Leader. Noch lag der Finne auf dem vierten Platz im Gesamtergebnis – aber über 60 Kilometer trennten ihn vom letzten Service, den er unbedingt erreichen muss, um in Wertung zu bleiben.

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