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Rallye Großbritannien (Tag 1)

Ogier führt zum Auftakt

Sebastien Ogier - VW - Rallye GB 2013 Foto: VW 10 Bilder

Mit zwei Bestzeiten hat sich Weltmeister Sébastien Ogier am ersten Tag des WM-Finales in Wales an die Spitze gesetzt. Einen starken Auftakt im World Rally Car bot zudem Ex-Formel-1-Fahrer Robert Kubica.

15.11.2013

Schon beim Qualifying am Morgen war gegen Sébastien Ogier kein Kraut gewachsen. Bei der Startplatzvergabe durfte der Weltmeister seine Nummer als Erster ziehen, und wählte überraschend Position zwei, obwohl in der Theorie unter matschigen Bedingungen eine jungfräuliche Piste die besten Zeiten verspricht.

Ogier mit Startplatz 2 auf Rang 1

"Alle haben erwartet, dass ich Startplatz eins wähle. Ich wollte mal für ein bisschen Unterhaltung sorgen und den anderen was zum Nachdenken geben", sagte der Franzose, der zu dem den Hintergedanken hatte, den Spuren des in den letzten beiden Jahren siegreichen Teamkollegen Jari-Matti Latvala zu folgen.

Prompt ließ er den Finnen auf den ersten drei in der Dunkelheit gestarteten Prüfungen hinter sich. Der haderte ein wenig mit seinem Fahrwerk und klagte über einen Mangel an Vertrauen auf den besonders rutschigen Passagen.

Mit zwei Bestzeiten und einem zweiten Rang beendete Ogier den ersten Tag als Spitzenreiter mit 3,2 Sekunden Vorsprung. Härtester Verfolger ist Ford-Mann Thierry Neuville, der ein wenig Zeit brauchte, um auf dem schlüpfrigen Geläuf im Dunkeln die gewohnte Selbstsicherheit zu entwickeln, aber zum Abschluss mit einer Bestzeit Latvala noch auf Rang drei verwies.

Schlechte Aussichten für Hirvonen

Wieder einmal von hinten zuschauen musste Citroën-Mann Mikko Hirvonen, der als Vierter bereits 16,2 Sekunden zurückliegt. Aus Kostengründen ließ man abgesehen von WRC-Debütant Robert Kubica weder den Finnen, noch seinen Teamkollegen Dani Sordo testen.

In den zwei Durchgängen des Shakedowns versuchte sich der Routinier Hirvonen, ans Auto zu gewöhnen, bastelte auf den ersten Prüfungen an den Stabilisatoren herum. Das mäßige Quali-Ergebnis wird ihn auch am Freitag mit einer hinteren Startposition benachteiligen, zudem kann er am Auto nur vorsichtig Änderungen vornehmen. Außer einem kleinen Remote-Service in Newtown gibt es den ganzen Tag über keine reguläre Service-Gelegenheit für die Fahrer.
 
Schon 24 Sekunden hat M-Sport-Fahrer Mads Östberg im zweiten Ford Fiesta verloren, Teamkollege Evgeny Novikov ist mit 37 Sekunden Rückstand gar nur Achter. Sein Motor zieht aus niedrigen Drehzahlen nur unwillig. "Wahrscheinlich ein defekter Sensor" vermutet Beifahrerin Ilka Minor. Einen ordentlichen Auftakt erwischte Andreas Mikkelsen im dritten Werks-VW, dessen Aufschrieb für die schnelle zweite Prüfung etwas überfrachtet war, und der mit knapp 28 Sekunden Rückstand Platz sechs belegt.
 
Direkt hinter ihm findet sich Robert Kubica bei seinem ersten Auftritt im Citroën DS3 World Rally Car wieder. Der Pole spricht von Lernphase und Eingewöhnung mit neuem Beifahrer und italienischem Aufschrieb, schlug sich aber unter den erschwerten Bedingungen beachtlich. Der WRC-Anfänger war schneller als Routinier Dani Sordo im Werks-DS3, dem es an Vertrauen in den eigenen Aufschrieb fehlte.

Zeitstrafe für Sordo schon vor dem Start

Der Spanier dürfte auch ein kleines Motivationsproblem haben. Weil sein Team ihn aus Unachtsamkeit mit einem Auto in die Rallye schickte, das eigentlich gar nicht eingesetzt hätte werden dürfen, ging der Spanier mit einer fünfminütigen Zeitstrafe in die Rallye.
 
Jeder Hersteller darf pro Saison nur acht Chassis einsetzen. Nach einigen Unfallschäden sparte man sich bei Citroën die aufwändigen Reparaturen und griff nach einem frischen Auto. Dummerweise hatte das Team übersehen, dass jener DS3 bereits einen offiziellen Testtag mit Khalid al Qassimi vor der Deutschland-Rallye absolviert hatte. Damit startete Sordo laut Regel mit Chassis Nummer neun.
 
Mit elf Grad Temperatur, starken Windböen und heftigen Schauern machte Wales im November seinem Ruf als Waschküche wieder mal alle Ehre. Immerhin soll es in den kommenden Tagen trockener werden und der Wind nachlassen. Das wird an den Streckenbedingungen wenig ändern. "Mach dir keine Sorgen, es wird matschig genug sein", verspricht Weltmeister Sébastien Ogier.

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