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Rallye Großbritannien, Tag 3

Zuschauerchaos und gelichtete Reihen

Sebastien Ogier - VW Polo - Rallye GB 2013 Foto: Colin McMaster 20 Bilder

Auch wenn VW-Fahrer Sébastien Ogier ein weiterer Saisonsieg wohl kaum noch zu nehmen ist, kommt beim WM-Finale in Wales keine Langeweile auf.

16.11.2013

Die Fans von Robert Kubica mussten schon Frühaufsteher sein. Warf sich der Pole bei seinem Debüt im World Rally Car mit seinem Citroën DS3 schon am Freitag gleich auf der ersten Prüfung am Morgen eine Böschung hinunter, wartete er am Samstag auch nur bis zur zweiten Tagesprüfung bis zum Feierabend. Die gute Nachricht: Dieses Mal überschlug sich das Auto nicht, die schlechte: Weil das Tempo höher war, geriet auch der Einschlag härter. Kubica sprach von einem "Kommunikationsproblem" mit seinem neuen italienischen Beifahrer Michele Ferrara. "Als ich hätte bremsen müssen, stand ich noch voll auf dem Gas", sagte der frühere Formel-1-Mann, dessen Wochenende wegen der schweren Schäden am Auto vorzeitig beendet ist.

Latvala brauchte einen zweiten Kaffee, um in Gang zu kommen

Ebenfalls aus dem Rennen und damit aus der Saison 2013 ist Evgeny Novikov, der seinen Ford Fiesta wieder einmal zerstörte. Novikov überschlug sich in der zwölften Prüfung, auch sein Auto ist nicht mehr reparabel. Der seit Donnerstag führende Weltmeister Sébastien Ogier verriet: "Fast wäre ich an der gleichen Ecke abgeflogen."

Aber eben nur fast. Stattdessen führt der Franzose im VW Polo weiter mit rund 20 Sekunden das Feld an. Die Attacken von Teamkollege Jari-Matti Latvala gegen Mittag konterte Ogier mühelos. Der zweitplatzierte Finne gestand freimütig: "Am Morgen bin ich erst nach einem zweiten, starken Kaffee in die Gänge gekommen, am Nachmittag bin ich dann schon wieder etwas abgeschlafft. Ich bin nur für einen sehr begrenzten Zeitraum zu gebrauchen, das muss ich morgen ändern."

Latvala verkündete tapfer, dass ihm der dritte Sieg in Wales wichtiger sei als der Vize-WM-Titel, und dass er am finalen Sonntag abermals angreifen werde. Ogier und auch Vize-Konkurrent Thierry Neuville grinsten. Neuville gibt sich großzügig: "Jari-Matti kann gewinnen, ich werde Vize-Weltmeister." Der Belgier liegt schließlich ungefährdet auf Rang drei und wäre damit WM-Zweiter.

Neuville tat, was der Sportchef sagt

In Gefahr geriet der Podiumsplatz nur zwischenzeitlich am Morgen, als Neuville keine Zwischenzeiten der Konkurrenz in seinen Ford Fiesta übermittelt bekam, somit entging ihm die frühe Attacke von Andreas Mikkelsen. Der dritte VW-Werkspilot tut nach Aussage seines Sportchefs exakt das, was man ihm befiehlt: "Ich habe gesagt: Gib Gas", sagt Jost Capito, und Mikkelsen, der auf den schlammigen Pisten von einer vorderen Startposition dank umgekehrter Startreihenfolge profitierte, setzte prompt mit zwei Bestzeiten, war den Tag über nie schlechter als Vierter in den Zeitenlisten und vor allem bis auf eine Prüfung immer schneller als sein Dauerrivale Mads Östberg.

Der mehrfache norwegische Meister hat immerhin seine Abstimmungsprobleme gelöst und verwies stolz darauf, dass er den ganzen Tag über auf Ogier nur zehn Sekunden eingebüßt habe, aber der Franzose ist ohnehin unerreichbar. Gegen Mikkelsen verlor Östberg zwölf Sekunden und Platz vier. Hinter Östberg ist Martin Prokop als bester Privatier dank Novikovs Ausrutscher auf Rang sechs vorgerückt. Dahinter liegt er einzig überlebende Citroën-Werkspilot Dani Sordo nach einem ereignisarmen Tag auf Rang sieben.

 Zuschauer standen im Stau

Ereignisreich war die dritte Etappe allerdings für die Zuschauer. Der Veranstalter ließ allen Ernstes den Verkehr zu den Parkplätzen zweier Prüfungen auf einer nur mit viel gutem Willen zweispurig zu nennenden Straße an- und auch wieder abrollen. Die Folge: Begegneten sich zwei Autos, war die Piste blockiert.

Noch dicker kam es am Nachmittag bei der speziell für das Publikum inszenierten Prüfung Chirk Castle, die in einem hübschen Park auf einem Asphalt-Rundkurs von nur zwei Kilometern direkt vor der gleichnamigen Burg  abgehalten wurde. Zum einzigen Parkplatz, einer schlammigen Wiese, führten neben einem Schleichweg nur eine einzige Zufahrtsstraße. Anreisende aus Chester standen teilweise drei Stunden im Stau. Einige Zuschauer verpassten den Start und kamen erst zum zweiten Durchgang, der auf gleicher Strecke nur zwölf Minuten später angesetzt war. Die Werksfahrer sollten für ihren zweiten Umlauf eigentlich abwechselnd in das in den ersten startende Feld eingegliedert werden, aber wegen Konfusion an der Zeitkontrolle musste beispielsweise der Führende Ogier vor ihm vier langsamere Autos abwarten, bis er lostoben durfte.

Eine Stunde Leerlauf

Zu allem Überfluss lief der gesamte Zeitplan aus dem Ruder, denn der Streckenchef in Chirk Castle brach den zweiten Durchgang plötzlich aus Sicherheitsgründen ab. Weil es die Organisatoren versäumt hatten, an einigen neuralgischen Punkten Posten aufzustellen, postierten sich viele Zuschauer an den nahe der Strecke stehenden Eisenzäunen. Erst nach rund einer halben Stunde Leerlauf mit Hubschrauberüberflügen und diversen Runden der Streckensicherung ohne große Besserung, ging es weiter.

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