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Rallye Korsika

Loeb dominiert nach Belieben

Foto: McKlein

Weltmeister Sebastien Loeb gab sich die Bestzeiten auf allen am Freitag (21.10.) absolvierten Sonderprüfungen - er fuhr eine Rallye für sich. Teamkollege Francois Duval brachte wie erwartet seinen Citroen-Xsara auf den zweiten Platz, Toni Gardemeister kam mit seinem Ford Focus als Dritter ein. Armin Schwarz wurde 14.

21.10.2005

Die Meteorologen hatten sich in ihren Voraussagen gewaltig getäuscht: Statt der erwarteten Regengüsse regierten, zumindest über der Küste, blauer Himmel und Sonne. Auch in den wolkenverhangenen Bergen waren die Straßen erstaunlich sauber und trocken, zumindest für die ersten Fahrer auf der Strecke. Die Nachfolgenden mussten mit verschmutzten Kehren, in denen oft abgekürzt wird, leben. Aymé Chatard, Michelin-Reifenchef, analysierte: "Die meisten der von uns bedienten Fahrer sind mit halbweichen Reifen los gefahren – sie liegen damit völlig richtig.“

Doppel-Weltmeister Loeb unschlagbar

Der alte und neue Weltmeister ließ seinen Konkurrenten von Anfang an keinerlei Chancen: Schon nach zwei der vier Prüfungen des ersten Tages lag Sebastien Loeb fast eine halbe Minute vor seinem nächsten Verfolger, Marcus Grönholm auf Peugeot. Der Finne hatte sich am Vortag sogar noch einen Platz weiter hinten gesehen: "Ich glaube, ich werde sehr glücklich sein, wenn ich hier am Ende Dritter werden kann. Normalerweise passt mir das nicht - aber in diesem Falle wäre das schon o.k.“ Citroen-Star Loeb hatte sich fest vorgenommen, jetzt endlich auch in Korsika zu siegen: "Die Monte, Deutschland und die Fahrer-WM habe ich in diesem Jahr schon kassiert – jetzt kann ich auch hier auf dem Asphalt lockerer fahren. An den Marken-Titel denke ich natürlich auch.“ Dass er wegen unpünktlichen Erscheinens zur gestrigen FIA-Pressekonferenz mit einer Strafe von 4.000 Euro belegt worden war, daran dachte er sicher nicht mehr.

Hinter Loeb und Grönholm platzierten sich Toni Gardemeister auf Ford – die hier den 100. WM-Einsatz ihres Focus feierten – und Citroen-Nachwuchs Francois Duval, auf dem zweiten Werks-Xsara: "Die Pisten hier sind schwierig, besonders in punkto Reifenwahl. Solange es trocken bleibt, haben wir die besten Karten.“ Die beiden Punkte-Sammler von Subaru auf den bei trockenem Asphalt wenig überzeugenden Pirelli-Pneus – Petter Solberg und Stephane Sarrazin – lagen schon abgeschlagen auf dem 5. und 6. Platz. Petter: "Wegen Untersteuerns musste ich langsamer tun. Es geht halt nichts über Michelin-Reifen!“

Junior Chris Atkinson musste seinen Impreza mit Kupplungschaden abstellen. Mit Problemen in der Schaltungs-Hydraulik, im Getriebe, nicht optimalen Reifen und einem defekten Stoßdämpfer kämpften die drei Mitsubishi Lancer. Gigi Galli als Schnellster lag nach knapp 60 Kilometern Sonderprüfungen schon über 90 Sekunden hinter dem Leader zurück, Harri Rovanperä hatte über 100 Sekunden Rückstand und die Asphalt- Hoffnung der Japaner, Gilles Panizzi, noch mehr. Der kleine Franzose maulte: "Kein Wunder, ich bin seit der Monte mit dem Auto nicht mehr auf Teer gefahren.“ Bester Skoda-Pilot am Morgen: Alexandre Bengue, als Achter immerhin eine halbe Minute vor Stammfahrer Armin Schwarz auf dem 14. Platz. Schwarz: "Wir hatten in der zweiten Sonderprüfung fast keine Bremsen mehr – und Leistung haben wir sowieso nicht.“ Antony Warmbold war mit seinem Ford als Fahrschüler unterwegs: "Ich fange hier erst an, Asphalt zu lernen.“

Citroen fährt seine ganz private Rallye

"Ich bin gefahren, ohne irgendwelche Risiken einzugehen“, Super-Seb Loeb dominierte ganz souverän auch am Nachmittag. Sein Team versorgte ihn während seiner herrlich kalkulierten Fahrten mit den Zwischenzeiten von Marcus Grönholm (Peugeot) und Petter Solberg (Subaru), die jeweils zwei Minuten hinter dem Weltmeister auf die Strecken gingen. Das Team gab ihm zusätzlich auch noch die Zeiten seines Teamgenossen Francois Duval durch, nachdem der sich nach der zweitbesten Zeit in der 32 km-Prüfung von Ampazza - Col St. Eustache - jeweils über 10 Sekunden schneller als Grönholm und Gardemeister (Ford), die er von ihren Plätzen verjagte - wie von Beginn an nicht anders zu erwarten an die zweite Position geschoben hatte.

Gegen die Kombination Citroen- Xsara und Michelin hatte die gesamte Konkurrenz absolut nichts zu setzen. Toni Gardemeister ( Ford) hielt sich zwar wacker an dritter Stelle – aber an die Leistungen von Markko Märtin, der im Vorjahr auf einem Focus gewonnen hatte, konnte er nicht anschließen. Ford- Teamchef Malcolm Wilson ist mit seinen Gedanken auch mehr bei der Rallye Australien als in Korsika, denn dort wird sein neues Baby, der Ford Focus WRC 2006, zum ersten mal eingesetzt. Wilson: "Der alte 2005 WRC zeigt, wie gut er als Basis für den neuen ist.“ Marcus Grönholm hat sich mit seinem Peugeot 307 offenbar zufrieden auf dem 4. Platz eingerichtet – mit über einer Minute Rückstand auf den Leader: "Alles kam, wie ich dachte – außer dem Toni vor mir. Wir können glücklich sein, wenn wir bis auf’s Podium kommen.“ Bei Subaru war man mit den Plätzen 5 und 6 natürlich nicht happy – Petter Solberg gab sich sogar optimistisch: "Hier sind wir immerhin näher bei der Musik als auf dem Asphalt in Deutschland.“ Keine Freude kam auf bei den drei Mitsubishi – auch am Nachmittag konnte sich kein Lancer in den Punkterängen platzieren. Bei Skoda denkt daran keiner, und der freundliche Martin Mühlmeier findet immer nette Entschuldigungen für seine müden Piloten: "Alle unsere Fahrer haben wenig Testkilometer auf Asphalt - sie brauchen daher Zeit, bevor sie richtig Gas geben können.“

Nun, allen bleiben noch insgesamt acht Prüfungen bei einer Veranstaltung, die sich statt Tour de Corse den lächerlichen Titel Ajaccio-Rundreise eingehandelt hat.

Zu den Ergebnissen.

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