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Rallye Mexiko 2013

Zweiter WM-Sieg und blaues Auge für Ogier

Impressionen WRC Rallye Mexiko 2013 Foto: McKlein 33 Bilder

Mit größter Souveränität holte sich das Duo Sébastien Ogier und Julien Ingrassia in Mexiko auf ihrem VW Polo WRC den zweiten Sieg in der dritten Rallye. Nur mit Türen stand der Sieger an diesem Wochenende auf Kriegsfuß.

11.03.2013

Gebetsmühlenartig predigten die VW-Oberen seit der Polo-Präsentation im Dezember, dass vor dem vierten WM-Lauf in Portugal keine wirkliche Standortbestimmung für den VW Polo WRC möglich sei. Zu speziell die verschneiten Rallyes in Monte Carlo und Schweden, ebenso Mexiko, die erste Schotter-Rallye des Jahres mit ihrer dünnen Höhenluft auf Prüfungen bis 2.700 Meter über Normalnull.

Nun, selbst wenn Sportchef Jost Capito immer noch tief stapelt, die Konkurrenz weiß woran sie ist: im Rückstand. Schon nach der ersten Halbetappe schwante Mikko Hirvonen: "Das wird nicht einfach." Da war der neuen Speerspitze bei Citroën bei der ersten WM-Rallye ohne Superstar Loeb der andere Sébastien längst enteilt.

Ogier setzt 16 Bestzeiten in Mexiko

Mads Östberg im Ford durfte eine Prüfung lang Führungsluft schnuppern, dann entriss ihm Ogier die Spitze und gab sie nicht mehr ab. Auf 23 Prüfungen sicherte sich der Mann aus Grenoble mit Beifahrer Julien Ingrassia 16 Bestzeiten. Ein geschlossenes Viehgatter mitten auf der Strecke war das einzige besondere Vorkommnis des ersten Schotter-Wochenendes der Saison, und selbst das half der Konkurrenz nicht, die 30 Sekunden Zeitverlust bekam Ogier rückerstattet.

Am Ende standen knapp dreieinhalb Minuten Vorsprung zu Buche. Dass Ogier auch noch die drei Extra-Punkte für den Gewinn der Powerstage einstrich, ist fast schon eine Marginalie, er ist in der Fahrer-Wertung schon weit enteilt. Zusätzlich machte Ogier noch vier Extra-Stiche, und zwar über dem linken Auge, nachdem er vor der Siegerehrung mit einer Tür kollidiert war. "Scheint, ich habe ein Torproblem. Nun sehe ich aus wie ein Boxer", sagte der Havarierte grinsend.

Citroën bleibt in der Markenwertung vorn

Bei Citroën konnte man nur ehrfürchtig staunen, nicht nur über die Stärke von VW, sondern auch über die eigene Schwäche. Gerade einmal zwei Bestzeiten gelangen Hirvonen am gesamten Wochenende, die beste Startposition am Freitag nach dem Gewinn der Qualifikation nutzte nichts. Bei der Powerstage kam der Mann aus Jyväskylä nicht unter die besten drei und blieb dort punktelos. Sechs Mal in Folge hat Citroën in Mexiko gewonnen, dieses Mal blieben nur Rang zwei für Hirvonen und vier für Teamkollege Dani Sordo. Trotz Abwesenheit ist Loeb immer noch Tabellenzweiter, allerdings schon mit 31 Punkten Rückstand.

Einziger Trost für die Titelverteidiger: In der Marken-Wertung holte man vier Punkte mehr als VW und verteidigt mit 87 zu 81 Zählern die Führung, weil bei den Hannoveranern Jari-Matti Latvala schon auf der ersten Freitagsprüfung mit zerstörter Aufhängung nach einem Steintreffer strandete und mit 50 Minuten Rückstand chancenlos zurücklag.

Technik-Probleme trüben Ford-Leistung

Neben VW war die Überraschung der Rallye das Ford-Team M-Sport. Über ein Jahrzehnt war die Truppe aus Cumbria trotz diverser Höhenanpassungsversuche an Focus und Fiesta chancenlos, dieses Mal waren die Ford selbst ohne Werksunterstützung näher am Sieg als Dauergewinner Citroën. Mads Östberg fuhr vier Bestzeiten und hielt den Kontakt zur Spitze, bis ein Elektrik-Defekt seinen Fiesta lahmlegte und ihn am Ende bis auf Rang elf zurückfallen ließ. Auch Evgeny Novikov wurden nach Technikquerelen früh alle Chancen auf eine gute Platzierung genommen.

Ein loses Ventilatorkabel und die damit verbundene Überhitzung des Motors sowie ein Dreher, der ohne Folgen blieb, sorgten auch im Fiesta von Ford-Youngster Thierry Neuville für Schrecksekunden, aber der Belgier war der einzige M-Sport-Mann, der sein Auto aussichtsreich ins Ziel brachte. Platz drei bedeutet für den Mann aus dem deutschen Sektor Belgiens sein bisher bestes WM-Resultat.

Selbiges feierten auch Teamkollege Nasser al Attiyah als Fünfter und Ken Block mit Rang sieben. Der Amerikaner war bester Privatfahrer, musste sich nur noch von Chris Atkinson überholen lassen, der sich beim ersten Auftritt im dritten Werks-Citroën als Vertretung für Khalid al Qassimi erst auf den DS3 einschießen musste und Sechster wurde. Produktionswagen-Weltmeister Benito Guerra feierte in einem weiteren DS3 bei seinem Heimspiel in Mexiko mit Platz acht seine erste Punkte-Platzierung mit einem World Rally Car.

In der WRC2 gewann der Katari Abdelaziz Al Kuwari auf einem Ford Fiesta RRC vor dem Peruaner Nicolas Fuchs, der im Mitsubishi Lancer Evo X die Wertung der Seriennahen gewann. Dort hatte sich auch Armin Kremer große Hoffnungen gemacht, aber der einzige deutsche Starter im dürren Feld von 29 Autos verlor viel Zeit wegen einer zerstörten Radaufhängung. Weil den Ukrainer Protasov kurz vor Schluss ebenfalls ein Missgeschick ereilte, erbte Kremer im Subaru Impreza von Stohl Racing am Ende noch den dritten Rang in der Produktionswagenklasse.

In unserer Bildergalerie haben wir die schönsten Impressionen der Rallye Mexiko gesammelt.

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