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Rallye Monte Carlo 2014 (Tag 3)

Ogier gewinnt im Wetterchaos

Rallye Monte Carlo - Sebastien Ogier Foto: McKlein 30 Bilder

Weder Regen noch Schnee konnten VW-Werksfahrer Sébastien Ogier auf dem Weg zu seinem zweiten Monte-Carlo-Sieg aufhalten. Die Rallye-Konkurrenz 2014 schon gar nicht.

19.01.2014

Der Weltmeister hätte sich selbst ein Bein stellen können, als er auf Trockenreifen im Schnee der ersten Prüfung von der Strecke rutschte. Aber der Franzose hatte das Glück des Tüchtigen, der Querlenker war nicht gebrochen. Eine falsche Reifenwahl kostete Zeit, aber nicht den Sieg. Mit sieben Bestzeiten überrollte der Mann aus Gap das Feld und gewann im Fürstentum nach 2009 zum zweiten Mal, allerdings erstmalig eine Monte, die zur Weltmeisterschaft zählt. „Das hat dann doch eine andere Bedeutung“, sagte der Franzose zufrieden. Denn Weltmeister werden ist eine Sache, die Königin der Rallyes zu gewinnen, eine andere. „Jetzt bin ich erst einmal total erschöpft“, sagte der Sieger im Ziel und zollte damit den extremen Bedingungen Tribut.

Schnee sorgte für Neutralisation

Dass es drei Tage lang in Strömen regnete, irritierte den VW-Piloten auf dem Weg zu seinem 17. WM-Sieg aber ebenso wenig wie die fünf Kilometer dichter Schneefall auf der Passhöhe des Col de Turini. Beim ersten Turini-Durchgang fuhr Ogier Bestzeit, auf dem zweiten brauchte er den Helm nicht aufsetzen. Die Schneehöhe von 30 Zentimetern brachte trotz Spike-Reifen erst Altstar Gilles Panizzi im Renault Mégane zum Stehen und dann auch noch einige Teilnehmer, so dass die vorletzte Prüfung schließlich neutralisiert werden musste.
 
VW-Teamkollege Jari-Matti-Latvala ließ es eher verhalten angehen, fing sich dennoch einen Plattfuß ein und war am Ende froh über einen fünften Platz und darüber, dass er die abschließende Powerstage gewann und damit wenigstens bei der Vergabe der drei Extra-Punkte Teamkollege Ogier das Nachsehen gab. Es war das erste Mal, dass der Finne in zehn Monte-Jahren das Ziel sah.

Streckenbedingungen waren eine Herausforderung

Noch defensiver ging Landsmann Mikko Hirvonen im Ford zu Werke, wurde aber für seine Vorsicht nicht belohnt. Der M-Sport-Fahrer strandete in der letzten Prüfung mit einer defekten Lichtmaschine. Seinen sechsten Platz übernahm dankbar Teamkollege Elfyn Evans, der sich bei seinem Monte-Carlo-Debüt einfachere Streckenbedingungen gewünscht hätte.

Ankommen war das Ziel der Monte-Piloten

Vorsicht ließen auch die Platzhirsche von Citroën walten. Mads Östberg hatte Mühe, sich auf die rutschigen Asphaltstrecken einzuschießen, Kris Meeke wollte auf keinen Fall bei seinem dritten Citroën-Werkseinsatz wie zwei Mal zuvor Schrott abliefern und riskierte ebenfalls nicht alles. Er durfte sich am Ende über Platz drei freuen, Östberg wurde Vierter.
 
Die einzigen, die Ogier hätten am Sieg hindern können, fuhren einen Ford. Ex-Formel-1-Star Robert Kubica begann stark mit zwei Bestzeiten, flog aber am Freitag spektakulär gegen ein Brückengeländer. Der Joker im Team von Malcolm Wilson war Bryan Bouffier, 2011 in der Intercontinental Rallye Challenge schon einmal Monte-Carlo-Sieger. Der Franzose glänzte mit perfekter Reifenwahl und hohem Tempo, rutschte aber auf der zweiten Etappe für eine Minute in eine Wiese und verlor weitere Zeit mit einem leichten Ausrutscher und einem nicht perfekten Aufschrieb. Dennoch freute sich der Privatier über seinen zweiten Rang gegen die Weltelite. „Man muss realistisch bleiben, wenn man gegen ein so großes Topteam wie Volkswagen antritt und dann noch gegen einen Ogier.“

Hyundai i20 WRC-Debüt beeindruckt

Bouffier hofft nun auf Rückenwind bei der Besetzung eines dritten Hyundai-Cockpits. Bisher durfte er für die Neulinge aus Korea nur Testfahrten absolvieren. Vor der Rallye wusste niemand genau, ob es eine Ehre oder Strafe sein würde, den neuen Hyundai i20 WRC zu fahren, nach dem ersten Auftritt der Truppe aus Alzenau weiß die Rallye-Welt: So schlecht ist er nicht. Thierry Neuville segelte zwar schon nach neun Kilometern auf Nimmerwiedersehen gegen einen Strommasten, bis dahin allerdings war der Belgier Schnellster. Teamkollege Dani Sordo lag bis Prüfung vier auf Rang drei, als er mit leerer Batterie stehen blieb.
 
Auch der deutsche Nachwuchs kam nicht weiter. Julius Tannert strandete im Citroën DS3 R1 schon auf Prüfung drei nach einem Ausrutscher. Den leistete sich Routinier Armin Kremer nicht, aber der Ex-Europameister verlor dennoch reichlich Zeit. Zum einen erlitt sein Ford Fiesta R5 einen Plattfuß, und zusätzlich kostete eine schlapp machende Bremse für ärgerlichen Zeitverlust. Anstatt den WRC2-Sieg einzufahren, musste er sich mit vier in der Klasse zufrieden geben.

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