Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rallye Monte Carlo ohne Col de Turini

Foto: McKlein 12 Bilder

Der Automobilclub von Monaco krempelt seinen WM-Lauf (18. bis 21.1.) komplett um. Klassische Prüfungen in der Ardeche werden wieder gefahren, die Fahrer müssen auch wieder bei Dunkelheit antreten. Der Col de Turini fällt der neuen Streckenführung zum Opfer, doch das letzte Wort über die neue Route ist noch nicht gesprochen. Es fehlt der Segen der Sportbehörde.

18.08.2006 Markus Stier

Auf der Website des Automobilclub von Monaco steht mit Pathos geschrieben, wie erfeut Streckenchef René Isoart darüber ist, dass er die berühmteste Rallye der Welt bei ihrer 75. Ausgabe zu ihren Wurzeln zurückbringt. Der ACM veröffentlichte jüngst die Route für die Monte 2007 und ließ bei der Planung kaum einen Stein auf dem anderen.

Start ist nicht in Monaco sondern im 400 Kilometer nördlich gelegenen Valence, wo auch der Serviceplatz untergebracht wird. Obwohl Nachtprüfungen seit Jahren abgeschafft sind, weil Rettungshubschrauber im Dunkeln nicht mehr einsetzbar seien, bilden zwei Abendprüfungen im Vercors am Donnerstag den Auftakt.

Am Freitag und Samstag stehen zwei Klassiker auf dem Programm. Prüfungen wie Burzet und St.Bonnet le Froid in der Ardeche gehören zu den berühmesten Prüfungen in der Geschichte der Monte. Wegen des zentralen Serviceparks in Monaco und der damit verbundenen großen Entfernung fielen diese Prüfungen im vergangenen Jahrzehnt dem Rotstift zum Opfer.

Jacques Regis: "Die Herren schlafen lieber im eigenen Bett"

Der französische Motorsportverbandschef Jacques Regis unkte im Vorjahr noch, er wünsche sich auch eine klassischere Streckenführung für die selbsternannte "Königin der Rallyes", "aber die Herren vom ACM haben mir gesagt, die Ardeche sei so weit, und sie schliefen abends lieber in ihren eigenen Betten."

Das wollte der ACM offensichtlich nicht auf sich sitzenlassen. Zudem reagierte Streckenchef Isoart mit der Verlegung auf das Verkeherschaos in den Seealpen im Umkreis von Monaco.

Doch scheint der Veranstalter nun das Kind mit dem Bade ausschütten zu wollen. Ausgerechnet die berümteste Wertungsprüfung, der Col de Turini, kommt im 2007er Zeitplan nicht vor. Eine Begründung ist zur Zeit nicht zu bekommen, laut einer ACM-Sprecherin weilt die Vereinsspitze im Sommerurlaub.

FIA: Strecke zu kurz

Laut Zeitplan endet die Rallye am Samstagnachmittag nach 14 Prüfungen. Allerdings soll am Sonntagmorgen auf dem unteren Teil des Grand Prix-Kurses in Monte Carlo noch eine Zuschauerprüfung stattfinden, bevor die Autos über die Zielrampe fahren und die Teilnehmer sich auf die Siegerehrung am Nachmittag vorbereiten.

Mit dem neuen Konzept erhofft sich der Veranstalter einen deutlich größereren Zuspruch unter den Privatfahrern als bisher. Die Rallye Monte Carlo erwirtschaftet auch dank kleiner Starterfelder regelmäßig Verluste. In den vergangenen Jahren schrumpfte das Feld - auch auf Druck von WM-Vermarkter David Richards - zeitweilig auf unter 40 Teilnehmer.

Allerdings steht die ganze Planung noch auf der Kippe. Die Sporthoheit FIA hat die neue Route noch nicht abgenommmen. "Wir betrachten das lediglich als einen Vorschlag", schallt es aus Paris. Die FIA stößt sich beispielsweise an der Streckenlänge. Die 14 Wertungsprüfungen haben eine Gesamtlänge von rund 290 Kilometern. Bei Weltmeisterschaftsläufen ist aber eine Distanz zwischen 340 und 360 WP-Kilometern vorgeschrieben.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden