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Rallye Norwegen

Sekundenschlacht im Paradies - Loeb vorn

Loeb, Rallye Norwegen, 2009, Sprung, Schnee Foto: Citroen

An Tag zwei (14.2.) der Rallye Norwegen trugen Weltmeister Sebastien Loeb und Mikko Hirvonen auf tief verschneiten Strecken weiter das Duell um die Führung aus. Nur Jari-Matti Latvala im zweiten Ford konnte den beiden noch annähernd folgen.

14.02.2009

Gäbe es ein Paradies für Rallyefahrer, es läge wohl im winterlichen Norwegen. Wolkenloser, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und eine völlig verschneite Winterlandschaft erwarteten die weltbesten Lenkradakrobaten auch am zweiten Tag der Rallye Norwegen.

Der zweite Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft hat für Fahrer und Zuschauer einiges zu bieten. Loeb, Hirvonen, Solberg & Co. können sich auf der Jagd nach Sekunden an den komplett zugeschneiten Wegen durch die Wälder Norwegens erfreuen. Und auch für die Zuschauer hält der zweite WM-Lauf neben der reizvollen Landschaftskulisse viel Spannung parat.

Aus für P.G. Andersson

Rekordweltmeister Sebastien Loeb verließ gegen viertel vor sieben am Morgen des zweiten Tages den Servicepark als Führender. Am gestrigen Freitag hatte Ford-Pilot Mikko Hirvonen auf der letzten Wertungsprüfung (WP 9) des Tages seine Führung an Loeb verloren.

Wie der Finne später freimütig zugab, steckte hinter dem Zeitverlust durchaus Kalkül: "Ich wusste, dass ich auf der Prüfung Zeit verlieren würde. Als wir bei den Zwischenzeiten in der Mitte der WP sahen, wie viel wir auf Loeb bereits verloren hatten, entschloss ich mich dazu, etwas Speed rauszunehmen. Meine Führung wäre am Ende so knapp gewesen, dass es für mich mehr Sinn machte, am zweiten Tag hinter ihm zu starten und daraus den Vorteil zu ziehen. So kann ich mich nach seinen Zwischenzeiten richten und sofort reagieren."

Damit startete Citroen-Pilot Loeb am Samstag Morgen als erster in die Loipe. Und der Franzose drehte gleich mächtig auf. Mit einer Zeit von 12:43.3 Minuten für die 24,36 Kilometer lange WP 10 verwies er seinen Hauptkonkurrenten Hirvonen mit 0,7 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. Dahinter klaffte dann schon eine größere Lücke zu Jari-Matti Latvala im zweiten Werks-Ford Focus WRC. Der junge Finne ließ sich vom Weltmeister über vierzehn Sekunden einschenken und blieb damit hinter dem Spitzenduo auf Rang drei der Gesamtwertung. Loebs Teamkollege Dani Sordo war sogar 31,5 Sekunden langsamer als der Ex-Turner aus dem Elsass und wahrte damit Rang vier.

Der Überraschungsmann der Rallye, P.G. Andersson im privat eingesetzten Skoda Fabia WRC sorgte auf der ersten Prüfung des Tages mit Position fünf erneut für Aufsehen. Kurz vor dem mittäglichen Service ereilte den Schweden dann allerdings auf Platz sechs liegend der Defektteufel. Die Kupplung seines Skoda Fabia streikte bereits auf WP 12, wodurch es Andersson nicht mehr rechtzeitig zum Check-In der darauffolgenden Prüfung schaffte.

Auch Citroen-Junior Sebastien Ogier beklagte auf Wertungsprüfung zwölf Probleme: Der Motor seines C4 streikte. Dadurch kam er zu spät zur Zeitkontrolle der nächsten Prüfung, was ihm zwei Strafminuten einbrachte.

Ford-Teamchef begeistert von Loeb

Besagte WP 12 (Ringsaker 1) entschied erneut Sebastien Loeb mit Beifahrer Daniel Elena für sich. Mikko Hirvonen im Ford Focus verlor auf den rund 27 Kilometern 3,3 Sekunden. Loeb gewann am Morgen alle Prüfungen und baute seine Führung auf Hirvonen vor dem Mittagsservice auf fast elf Sekunden aus. Auf Rang drei lag zu diesem Zeitpunkt der zweite Ford-Pilot Latvala ( + 49,9 Sekunden). Dani Sordo folgte im zweiten Citroen C4 schon mit gehörigem Abstand (+ 2 Minuten 26 Sekunden).

Auf den Rängen fünf und sechs folgten die beiden Solberg-Brüder Henning und Petter. Nachdem Ford-Pilot Henning Solberg am Vortag noch mit Getriebe-Problemen zu kämpfen hatte, gelang ihm heute auf WP 14 sogar eine Bestzeit. "Die Prüfungen machen wahnsinnig viel Spaß und ich habe es wirklich genossen, hier zu fahren und zu pushen. Der Vormittag lief gut, aber ich denke, wir können noch schneller. Der Kampf mit Petter hat Spaß gemacht und ich bin froh, dass ich im Moment vor ihm liege."

Sein jüngerer Bruder Petter Solberg ist in Norwegen erstmals in seinem privaten Citroen Xsara WRC am Start. Auf den Inboard-Aufnahmen war jedoch deutlich zu erkennen, dass der Norweger noch mit der Abstimmung des Gebraucht-Wagens haderte. Auf WP 12 musste Solberg mit einem hängen gebliebenen Gaspedal all sein Fahrkönnen aufbieten: "Wir hatten da draussen ein paar echt heiße Momente", berichtete er im Ziel. Das Resultat: Mister Hollywood, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird, muss sich auf den Wertungsprüfungen mit Positionen im Mittelfeld zufrieden geben.

"Seb war wirklich richtig, richtig schnell", gestand Hirvonen im Service. "Ich habe alles gegeben. Es ist fantastisch zu fahren, aber ich kann ihn nicht ziehen lassen. Ich habe noch nicht aufgegeben - aber ich konnte einfach nicht mehr schneller. Jetzt kann alles passieren: Wir fahren extrem hart am Limit!"

Loeb zeigte sich am Mittag glücklich mit dem bisherigen Rallyeverlauf: "Es war ein toller Morgen und ein klasse Kampf mit Mikko. Am Nachmittag werde ich versuchen, meine Führung so weit wie möglich auszubauen. Wir fahren beide am absoluten Limit und liefern uns einen höllischen Kampf. Auf den kommenden Prüfungen werde ich als erstes Auto auf der Strecke wahrscheinlich einen Nachteil haben."

Ford-Teamchef Malcolm Wilson zollte Loeb höchsten Respekt: "Ich wünschte, ich hätte da draussen sein können um Sebastien fahren zu sehen. Er fährt sensationell. Mikko hat wirklich alles gegeben und die Tatsache, das Jari-Matti (Latvala) noch weiter zurück liegt, zeigt, wie Loeb hier fährt. Wie hart Sebastien fährt, kann man an seinem Auto sehen: Beide hinteren Kotflügel sind von den Schneewällen zerbeult. Wir geben nicht auf. Es ist noch ein langer Weg bis ins Ziel."

Auf den beiden ersten Nachmittagsprüfungen schienen sich Loebs Befürchtungen zu bewahrheiten. Der Franzose musste sich jeweils mit Position drei begnügen, behielt das Geschehen jedoch stets unter Kontrolle.

Loeb weiter vorn

Am Ende behielt Loeb aber auch am zweiten Tag die Oberhand und konnte seine Führung behaupten. Die letzte Prüfung des Tages entschied der Franzose für sich, vor dem überraschend schnellen Henning Solberg. Der Norweger zeigte vor heimischem Publikum, dass er auf Schnee zu den schnellsten Piloten zählt.

Sein Bruder Petter fräste auf WP 17 ebenfalls eine gute Zeit in den Schnee. Mit der viertbesten Zeit kämpfte er sich am Ende des Tages auf Position sechs vor. Mikko Hirvonen liegt am Ende des zweiten Rallyetages mit glatten 15 Sekunden Rückstand auf Rang zwei, gefolgt von seinem Teamkollegen Latvala ( + 43,2 Sekunden). Der zeigte sich vom Tempo der beiden Führenden beeindruckt: "Ich fahre so schnell ich kann. Aber Sebastien und Mikko fliegen über die Prüfungen. Ich habe ihre Spuren an den Schneebänken gesehen. Keine Ahnung, wie lange sie das Tempo noch gehen können. "

Henning Solberg und Dani Sordo komplettieren die Top-Fünf. Urmo Aava liegt im Stobart-M-Sport-Ford Focus auf Position acht.

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