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Rallye Polen 2017

Neuville jagt Ogier nach Sieg

Thierry Neuville - Hyundai i20 WRC - Rallye Polen 2017 Foto: xpb 34 Bilder

Thierry Neuville und Hyundai heißen die Gewinner eines turbulenten Polen-Wochenendes, das mit einem Vierkampf begann und am Ende bei der Jagd nach dem Titel nur noch ein Duo übrig ließ.

03.07.2017 Markus Stier

Der Regentanz wirkte. Die schnellen Prüfungen auf flachem Gelände an der masurischen Seenplatte sind für gewöhnlich mit einer feinen Sandauflage gepudert und kosten den Vordersten der Starter im Normalfall reichlich Zeit. Wenn es ein wenig regnet aber, wird die Auflage mit dem restlichen Untergrund verbacken, und schon ist der Erste am Start ein gemachter Mann. Und so blieb Sébastien Ogier am Freitagmorgen auch dicht an der Spitze, verlor nach fünf Prüfungen nur 7,3 Sekunden und lag in Lauerstellung auf Rang vier, während andere im wahrsten Sinne des Wortes Dreck fraßen.

Ogier plötzlich als Schnellboot

Der Boden war durch den schweren Regen über Nacht so aufgeweicht, dass sich schnell tiefe Spurrinnen bildeten. Etwa ab Startposition fünf frästen sich die Fahrer durch den Acker. Schon die WRC-2-Starter hinter den World Rally Cars hatten ihre liebe Not, ihre Autos auf der Piste zu halten, denn die R5-Autos passen mit ihrer schmaleren Spur nicht in die vorgefertigten Schienen der Topautos. Noch weiter hinten rutschten die Junioren auf ihren kleinen Ford Fiesta fast nur noch auf den Bodenblechen herum.

Als zur ersten Mittagspause als einziger Lichtblick zu diesem schmuddelig kühlen Auftakt heiße Pasta gereicht wurde, orakelte der Tabellenvierte Jari-Matti Latvala, dass er jetzt nicht in der Haut von Ogier stecken wolle. Denn es regnete weiter, und die frisch gezogenen Furchen füllten sich mit Wasser. Am Nachmittag war Ogier plötzlich als Schnellboot unterwegs. Auf der ersten Prüfung nach der Pause kam er noch gnädig davon, denn die sechseinhalb Kilometer Chmielewo wurden wegen zu vielen und zu nah an der Strecke stehenden Zuschauern abgesagt.

Sobald die Stoppuhr wieder lief, kassierte Ogier Prügel. 16,3 Sekunden in Wielitczki, 13,5 in Swietajno und 8,6 in Stare Juchy. Als der Tag vorbei war, war für den schnellsten Mann der Welt auch das Wochenende gelaufen. Mit 35 Sekunden Rückstand auf Platz vier, ging es fortan nur noch um Punktesicherung.

Latvala geht K.O.

Um den Sieg kämpften die anderen drei WM-Kandidaten, die morgens ohne tiefe Rillen und nachmittags ohne volle Pfützen die besten Bedingungen vorfanden. Ott Tänak, der nach seinem ersten WM-Sieg auf Sardinien drei Wochen zuvor mit breiter Brust angereist war, und Thierry Neuville, dem es an Selbstbewusstsein ohnehin nicht mangelt, und der weiß, dass er im besten Auto sitzt.

Bleibt noch Jari-Matti Latvala, der schnelle Rallyes ebenso liebt wie der Toyota Yaris. Latvala führte fünf Prüfrunden lang, bis ihn Tänak ablöste und ein kleiner Fehler auf der Zuschauerprüfung neben dem Servicepark ein paar Sekunden kostete. Bis zum Samstagnachmittag durfte der Finne noch von einer WM-Chance träumen, dann brach plötzlich das Kupplungspedal, und das Gaspedal blockierte. Mit repariertem Yaris war nicht mehr drin als Platz 20. Seine gute Laune fand Latvala am Sonntag wieder, als er die Powerstage gewann und immerhin noch fünf Zähler einstrich, aber mit 48 Punkten Rückstand auf Ogier dürfte der WM-Zug für den Nordmann abgefahren sein.

Tänak beschädigt seinen Ford Fiesta

Tänak kabbelte sich lange mit Neuville um die Führung. Auch ein abhanden gekommener Heckflügel am Samstag konnte ihn nicht groß einbremsen. Aber ohne den Reifenvorteil des Vorjahres hingen die Trauben für den Favoriten in Polen plötzlich deutlich höher. Der Este packte fahrerischen Einsatz obendrauf, und das hatte drei Prüfungen vor Schluss Konsequenzen. Gerade wieder in Führung gegangen, titschte Tänak in einer schnellen Rechts links hinten die Böschung an. Der Ford Fiesta drehte sich ein und schlug vorn links in einen Baum. Tänak rollte noch ins Prüfungsziel, stellte den todkranken Ford aber dann ab. „Wenn du gewinnen willst, musst du halt Gas geben“, sagte der Este zum Thema zu hohes Risiko.

Die Nullnummer wirft ihn 52 Punkte hinter Ogier auf Rang vier im Tableau zurück. Der fühlte mit dem Teamkollegen, der das ganze Wochenende schneller war als er selbst. Aber während M-Sport in der Marken-Wertung durch den Ausfall des Esten spürbar an Vorsprung gegenüber Hyundai eingebüßt hat, ist Ogier der Profiteur des Ausrutschers. Er rückte auf Rang drei vor, was weitere drei Punkte brachte. Mit Rang zwei in der Powerstage kamen weitere vier dazu, so dass der Champion trotz eines ziemlich schwierigen Wochenendes nur sieben Zähler auf den Sieger einbüßte.

Thierry Neuville holte sich mit einer starken und unter extrem schwierigen Verhältnissen fehlerfreien Leistung seinen dritten Saisonsieg. Vor Hayden Paddon, dem zum Schluss 1:24 Minuten auf den Sieger fehlten. An die zwei Ausfälle zum Saisonstart mag Neuville nicht mehr denken, der Belgier blickt nur noch nach vorn. Sechs Läufe stehen nach der Sommerpause noch aus, sein Rückstand liegt bei elf Punkten. Schon vor der Polen-Rallye sagte Neuville mit Hinweis auf den gejagten Ogier: „ Seb sollte sich Sorgen machen.“

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