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Rallye Polen (Tag 1)

Polen-Start mit Kubica-Rolle

Ogier Rallye Polen 2014 Foto: McKlein 35 Bilder

Polens Lokalheld überschlägt sich schon kurz nach dem Start, zwei Finnen tun sich schwer, ein Norweger wagt sich aus der Deckung, Favorit Frankreich geht in Führung, und das deutsche Lager feiert - den WM-Sieg gegen die USA.

27.06.2014 Markus Stier

Auch die Rallye-WM ist in diesen Tagen mit dem Thema Fußball beschäftigt. Mochte ja sein, dass Polens Vize-Tourismusminister extra für den Start nach Mikolajki gekommen war, aber im Service-Park des hübschen Örtchens in Masuren war dann doch die Nachricht wichtiger, dass es in der VW-Hospitality ab 17 Uhr Currywurst gab und eine Stunde später die Übertragung des letzten WM-Gruppenspiels der deutschen Mannschaft gegen die USA.

Die WM-Dauersieger aus Hannover hatten sich extra schick gemacht für die Sause, sämtliche Mitglieder der Multi-Kulti-Truppe steckten in den Trikots ihrer Heimatländer, statt auf grauen Planen standen die drei Werks-Polos auf kleinen Fußballfeldern. Allerdings durfte das Thema Fußball nicht in jedem Winkel des VW-Service angesprochen werden. Von 19 vertretenen Nationen im Team sind neun erst gar nicht vertreten, schmerzhafter ist, dass weitere sechs bereits die Koffer packen müssen.

Straßenfeger Ogier übernimmt Polen-Spitze

Gewohnt früh in Führung ging VW-Superstar Sébastien Ogier nach dem Start am Donnerstagmittag (26.6.2014). Der Tabellenführer musste wie gewohnt als erster auf die Piste, das aber ist auf den sandigen Pisten Polens nicht unbedingt von Nachteil. Ogier verließ mit zwei Bestzeiten auf den drei Auftakt-Prüfungen den Platz.

Teamkollege Andreas Mikkelsen macht sich nicht nur beliebt, weil er zur Autogrammstunde Fußbälle ins Publikum schießt, der auf einem Sportinternat ausgebildete Norweger fuhr ebenfalls eine Bestzeit und bleibt mit gerade einmal 2,8 Sekunden Rückstand Ogiers hartnäckigster Verfolger.

Eigentlich hätte Jari-Matti Latvala der Ogier-Jäger sein wollen, und der Finne setzte mit der schnellsten Zeit im Abschlusstraining auch gleich eine Duftmarke, und beim Elfmeterschießen auf die Service-Garage des Hyundai-Teams einen solchen Kracher an den Pfosten, dass der Ballabdruck immer noch zu sehen ist, doch als es ernst wurde, agierte der WM-Zweite etwas steifbeinig, zumindest hatte er seinen Polo zu hart abgestimmt. Mit satten 23,5 Sekunden Rückstand liegt Latvala in der Tabelle nur auf Rang acht.

Hyundai mit 3 Autos in den Punkten

Korea spielt dagegen anders als in der Fußball-WM bisher frei und erfolgreich auf. Juho Hänninen setzte eine weitere Bestzeit für die WM-Neulinge von Hyundai und belegt Platz vier, Thierry Neuville schloss als Sechster ab vor Junior Haydon Paddon auf Rang sieben.

Dazwischen tummelt sich die Equipe Tricolore. Citroën-Werksfahrer Mads Östberg war im Shakedown noch Zweitschnellster, muss sich aber nach den ersten drei Prüfungen hinter Teamkollege Kris Meeke anstellen. Der Nordire liegt mit sieben Sekunden Rückstand auf Rang drei, Östberg ist mit knapp neun Sekunden Fünfter.

Etwas neben sich stand am ersten Tag der letztmalige Polen-Sieger Mikko Hirvonen. Eigentlich fühlte sich der Kapitän des M-Sport-Teams zum Anpfiff top-fit, doch kam er nur schwer ins Spiel. Seinen Vortrag fand der Finne durchaus ansprechend, nur das Studium des Ergebnisses schockierte den Routinier des Turniers: Nur Platz neun und schon rund 29 Sekunden Rückstand nach nur 32 Kilometern.

Wegen Abseits abgepfiffen wurde bereits M-Sport-Youngster Elfyn Evans. Der Waliser verpasste eine Kurve und ritt in eine Wiese. Das Resultat: Rang 13 und damit ein Relegationsplatz, der WRC2-Führende Ott Tänak sitzt dem Markenkollegen trotz eines deutlich schwächeren R5-Fiesta mit nur vier Sekunden Rückstand im Nacken.

Kubica beginnt Rallye Polen mit Seitwärtsrolle

Ein Eigentor für die Gastgeber hat bereits Polens Stürmer-Star Robert Kubica erzielt. Schon auf der zweiten Prüfung kam der frühere Formel-1-Pilot zu schnell über eine Kuppe geschossen und kugelte sich in der kommenden Rechtskurve eine kleine Böschung hinunter. Kubica hatte angesichts der völlig unbedrängten Aktion ohne gegnerischen Einfluss Glück, dass der Schiedsrichter nicht auf Schwalbe entschied. Mit einer angeknacksten Windschutzscheibe, einem maladen Heckflügel und 37 Sekunden Rückstand ging der Lokalheld vom Feld, ist aber immerhin als Zwölfter noch im Wettbewerb.

Der geht am Freitag mit der ersten richtigen Etappe in die nächste, allerdings verkürzte Runde. Anders als im WM-Stadion in Recife, wo der Platz trotz sintflutartiger Regenfälle in bestem Zustand war, musste eine der doppelt gefahrenen Prüfung in Litauen wegen Unbespielbarkeit nach schweren Regenfällen um 13 Kilometer verkürzt werden.

Bei kühler Luft und klarem Himmel ging der Tag in Mikolajki zu Ende. Deutschland ist im Achtelfinale, und M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson runzelt angesichts des Reporters in schwarz-rot-gelber Kriegsbemalung die Stirn: "Langsam mache ich mir wirklich Sorgen", sagt der Arme. Wilson ist Engländer.

Während VW-Sportchef Jost Capito den deutschen Gruppensieg und die Doppelführung seiner Truppe als Oberschiedsrichter am Kickertisch ausklingen lässt, bricht in der Küche noch einmal Hektik aus. Ein Teammitglied eilt mit einem Tablett voller Schälchen mit Fritten in den Kommando-Truck. Teammanager Sven Smeets, Physiotherapeut Willy Verheuven und einige andere Kollegen müssen jetzt auf den Punkt fit sein. Schließlich ist kurz nach Etappenende Anstoß der Partie Belgien gegen Süd-Korea.

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