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Rallye Portugal 2013 (Finale)

VW schwächelt und gewinnt trotzdem

Sebastien Ogier Rallye Portugal 2013 Foto: xpb 32 Bilder

Mit dem Sieg bei der Rallye Portugal machte Sebastien Ogier den Hattrick perfekt. Obwohl beide Werksautos am letzten Tag der Rallye Portugal unter Defekten litten, holte Volkswagen die Plätze eins und drei und die Tabellenführung in der Marken-WM.

15.04.2013

"Das ist was, was man an so einem Sonntagmorgen nicht wirklich braucht", sagte ein VW-Mitarbeiter vor der ersten von vier Abschlussprüfungen. Die beiden Werks-Polo hatten noch nicht einmal den Start erreicht, da meldete Sébastien Ogier eine rutschende Kupplung und Jari-Matti Latvala ein explodiertes Frontdifferenzial.

Dritter WRC-Sieg in Folge für Ogier

"Ich dachte, alles ist aus", sagte Ogier. Die VW-Truppe hatte das Glück des Tüchtigen. Ogiers Problem - in Wahrheit ein außer Kontrolle geratener Kraftschlussunterbrecher des Hinterradantriebs - reparierte sich mitten in der Prüfung selbst. Der dritte WRC-Sieg in Folge geriet für den Franzosen somit nicht mehr wirklich in Gefahr.

Latvala, bei dem nicht das Differenzial, sondern die Antriebswelle rechts vorn versagt hatte, kämpfte sich dagegen mit Heckantrieb über zwei Prüfungen und verlor über vier Minuten. "Das Podium wollte ich aber nicht kampflos hergeben. Ich habe pausenlos Mikka nach den Zwischenzeiten gefragt und echt gekämpft", sagte der Finne.

Der VW-Service erledigte die Reparaturen souverän ohne jede Hektik. Am Ende verlor Latvala Rang zwei, hielt aber den dritten bis ins Ziel und feierte damit seine erste Podiums-Platzierung für VW. Selbst ein 200 Meter vor dem Abschlussservice aus der Führung gesprungener Querlenker hielt Latvala nicht auf. Mit einem Schraubenschlüssel und Klebeband schiente der Finne die Aufhängung und rettete sich als Dritter ins Ziel.

Citroën zu langsam, Ford schlägt sich selbst

Rivale Citroën erbte den zweiten Rang, aber der für die Roten vorn einzig verbliebene Mikko Hirvonen wusste schon am Abend zuvor, dass er nicht angreifen könnte. Weil er in Shakedown und Qualifying für eine gute Startposition zwei Reifensätze ins Feld geworfen hatte, musste er am letzten Morgen mit Pneus ausrücken, die bereits vier Prüfungen auf dem Buckel hatten.

"Ich habe ganz vorsichtig Gas gegeben und bin allenfalls 90 Prozent gefahren", sagte der Finne, der vor allem deshalb frustriert war, weil er abermals nicht in der Lage war, das Tempo der Spitze mitzugehen. "Ich bin nicht hergekommen, um Zweiter zu werden, aber es ist, wie es ist", klagte Hirvonen anschließend.
 
Bei der Ford-Mannschaft brannte Mads Östberg mit drei Bestzeiten auf vier Prüfungen ein Feuerwerk ab und zeigte, dass Ford ohne seinen Unfall am ersten Tag siegfähig gewesen wäre. Der ebenfalls schnelle - und an Tag eins verunfallte Thierry Neuville knallte auf der letzten Prüfung gegen eine Brücke, aber darauf kam es nicht mehr an. Evgeny Novikov, der das ganze Wochenende mit sich und dem Auto kämpfte, holte als Vierter das beste Ford-Ergebnis an der Algarve.

Spannendes Finale in der WRC2

Dramatisch ging es nicht nur an der Spitze des Feldes zu, sondern auch in der WRC2-Kategorie. Sepp Wiegand, der sich am Samstag mit seinem Skoda wieder auf Rang zwei vorgekämpft hatte, rutschte kurz nach einem Bremspunkt vorbei. Beim Zurücksetzen sprang der Rückwärtsgang raus, anschließend blockierte das Getriebe.

Über sechs Minuten mühte sich Wiegand den Fabia wieder beweglich zu machen. "Ich dachte, das kann es nicht gewesen sein." So rammte er mit einem letzten Versuch den ersten Gang wieder rein und trug sein Auto anschließend im Schongang ins Ziel. Am Ende konnte er sich immerhin noch über einen dritten Rang freuen.

Es hätte gar der zweite Platz sein können, denn aus dem Motor des führenden Esapekka Lappi tönten ungesunde Geräusche. Der Fabia des überragenden Finnen lief nur auf drei Zylindern. Zu seinem Glück ließ sich ein defekter Injektor der Einspritzung problemlos beheben und Lappi holte sich den ersten Saisonsieg.

Neben den Punkten freute sich die finnische Abordnung noch über einen anderen Umstand: "Das Wetter hier war so schön", sagte Beifahrer Janne Ferm bei 25 Grad im Schatten. In Helsinki rückten seine Landsleute vor wenigen Tagen noch zum Eisfischen aus.

Zahlreiche Probleme bremsten WM-Debütant Robert Kubica während seiner ersten Schotter-Rallye, konnten die Begeisterung des früheren Formel-1-Fahrers aber nicht abkühlen. Der Pole belegte in der Endabrechnung zwar nur den 20. Platz, war aber dennoch mit sich zufrieden. "Das macht einfach richtig Spaß. Ich habe bisher kaum Erfahrung auf diesem Terrain. Ich habe jeden Kilometer genossen."

In der Bildergalerie haben wir die spektakulären Fotos von der Algarve.

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