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Rallye Portugal 2016

Citroën siegt, Hyundai fackelt ab

Foto: Red Bull 24 Bilder

Kris Meeke feierte im Citroën DS3 in Portugal seinen zweiten WM-Erfolg, die wahren Gewinner des Wochenendes allerdings heißen VW und Ogier.

23.05.2016 Markus Stier

Es war kein unerwartetes Ergebnis. Zwar hatte Kris Meeke in seiner WM-Karriere bisher erst eine Rallye gewonnen, aber dank seinem Argentinien-Erfolg 2015 und einem Dreijahres-Vertrag als vorläufige Nummer 1 des Citroën-Teams strotzt der 36-jährige Nordire vor Selbstvertrauen und konnte zudem beim fünften WM-Lauf in Portugal frei aufgeigen. Citroën bereitet sich 2016 auf die Rückkehr mit neuem Auto in der kommenden Saison vor und so hatte Meeke keinerlei Druck, Punkte holen zu müssen.

Hayden Paddon - Rallye Portugal 2016
WRC-Hyundai brennt völlig aus 45 Sek.

Paddon fackelt ab

Der größte Trumpf des Mannes aus Dungannon war seine Startposition. Mit nur einem Pünktchen aus Schweden auf dem Konto, durfte er zwei Tage oder 15 von 19 Prüfungen als 13. auf die Schotterpisten Nord-Portugals, während die Tabellen-Top-Leute Sébastien Ogier und Hayden Paddon ganz vorn die Straßen fegen mussten.

Für den Sensationssieger von Argentinien war die Kehrwoche allerdings früh beendet und wandelte sich in Löscharbeiten. Der Neuseeländer rumpelte auf der fünften Prüfung in ein Loch, das er nicht auf dem Radar hatte, und das seinen Hyundai i20 aushebelte und ins Unterholz warf. Der heiße Auspuff entzündete das umliegende Gras und blitzschnell standen Dutzende Meter Gestrüpp in Flammen. Paddon und Beifahrer John Kennard konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, aber ihr Sportgeärt brannte komplett ab (siehe Video & Galerie).

Um ein Haar hätte das Missgeschick noch ein weiteres Brandopfer gefordert, denn Ford-Fahrer Ott Tänak war über die gleiche Kurve gestolpert und steckte keine 10 Meter neben Paddon im Graben fest. Mit Hilfe von Fans konnte Tänak immerhin die Flammen von seinem Ford Fiesta fernhalten.

Der zündende Funke fehlt beim M-Sport-Team aber immer noch. Dank einer neuen Generation Dmack-Reifen konnte Tänak zuvor einige gute Zeiten setzen, die Stammfahrer Mads Östberg und Eric Camilli fanden sich früh auf den bescheidenen Rängen neun und elf. Der Franzose Camilli schießt sich langsam auf sein World Rally Car ein, er ließ als Profiteur der Probleme anderer am Ende auf Rang 5 im Ziel ein, Östberg wurde wegen einer gerissenen Antriebswelle nur Siebter.

Hyundai mit Wochenende zum Vergessen

Eine Rallye zum Vergessen erlebte auch die in Argentinien noch beeindruckend aufgeigende Hyundai-Mannschaft. Paddon war statt Nummer-1-Fahrer Thierry Neuville für die Herstellerwertung nominiert, sein Abflug riss ein tiefes Loch ins Punktekonto. Immerhin brachte der zuverlässige Dani Sordo als Vierter noch 12 Zähler nach Alzenau.

Der theoretisch ohne Druck fahrende Neuville verschlief den Auftakt und verlor früh 40 Sekunden, spätere zügigere Zeiten blieben wertlos, denn sein i20 WRC blieb am Samstag durch einen Fehler des Teams ohne Sprit liegen. Der Belgier kam am Sonntag nur auf Rang 19 ins Ziel.

Noch desaströser verlief das Wochenende für den vierten Hyundai-Mann Kevin Abbring. Der Niederländer, der sonst die Entwicklungsarbeit für das R5-Auto der Koreaner und das nächstjährigen WRC leistet, schlug mit dem Vorjahres-i20 früh in eine Mauer und blieb mit gebrochener Radaufhängung liegen. Er wiederholte das Manöver am Samstagmorgen an einem Fels und schied mit gebrochener Lenkung endgültig aus.

Die Lenkung nervte auch VW-Mann Jari-Matti Latvala. Am Freitag fiel die Servo-Unterstützung aus. Der ohnehin verhalten agierende Finne wuchtete seinen Polo mit größtem Einsatz über 3 Prüfungen, fiel aber mit knapp 4 Minuten Rückstand auf Rang 9 zurück. Der sechste Rang war allenfalls Schadensbegrenzung.

Ogier gewinnt dennoch

Besser lief es beim dritten VW-Fahrer Andreas Mikkelsen, der das ganze Wochenende in Schlagdistanz zur Spitze blieb und mit nur 3 Sekunden Rückstand auf Teamkollege Sébastien Ogier als Dritter in die letzten 4 Prüfungen des Sonntags ging. Mikkelsen begann den Sonntag mit zwei Bestzeiten. Ogier konnte von der umgedrehten Startreihenfolge auf der letzten Etappe und den endlich guten Streckenbedingungen nicht profitieren. Ein schleichender Plattfuß kostete wertvolle Sekunden. Es kam zum großen Showdown auf den letzten 11 Kilometern von Fafe mit einer der legendärsten Sprungkuppen der WM. Doch 6,8 Sekunden Rückstand auf 11 Kilometern waren zu viel. Ogier wurde hinter Mikkelsen Dritter.

Der Weltmeister ist trotz seines Frusts über die Benachteiligung in Sachen Startposition der Gewinner des Wochenendes, denn er konnte seine WM-Führung auch dank der 3 Extrapunkte für den Gewinn der abschließenden Powerstage von 39 Punkten auf auf 47 Punkte ausbauen. Durch den Paddon-Ausfall hat der dreimalige Champion VW auch in der Marken-Wertung mit 145 Punkten bereits 49 Zähler Vorsprung.

Für Citroën zählt nur der Sieg

Dass Citroën mangels Einschreibung in die Marken-WM ohne Punkte blieb, interessierte in der Truppe von Yves Matton niemanden. Auch der Ausritt von Junior Stéphane Lefebvre blieb eine Randnotiz. Meeke zog in Portugal souverän seine Bahnen, eilte bis auf knapp eine Minute davon und begann schon am Samstagnachmittag, seinen Vorsprung zu verwalten.

Im Ziel blieben ihm nach einem verhaltenen Sonntag 29,7 Sekunden. Was für die Franzosen zählt, ist, dass man mit dem ersten Sieg seit einem Jahr Sieg den Ruf des Prügelknaben von Dauersieger VW ablegt und das Selbstvertrauen von Meeke für das kommende Jahr weiter aufbaut.

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