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Rallye Sardinien (Tag 1)

Ein Drama jagt das Nächste

Mikko Hirvonen - Rallye Sardinien 2014 Foto: McKlein 30 Bilder

Feuer, Überschlag, gefällte Bäume und gebrochene Schrauben, der erste Tag der Sardinien-Rallye geizte nicht mit dramatischen Ereignissen. Vier Top-Fahrer schieden schon am ersten Morgen aus.

06.06.2014 Markus Stier

Sébastien Ogier stöhnte: "Es war noch schwerer, als ich es mir vorgestellt habe." Als Erster musste der Tabellenführer auf die harten Schotterpisten Sardiniens mit ihrer dünnen Auflage aus Sand und Steinchen losfahren und kämpfte ohne Grip auf verlorenem Posten. Nach drei Prüfungen lag der VW-Werksfahrer mit 20 Sekunden Rückstand nur auf Platz zehn. Je weiter hinten Fahrer starteten, desto schneller waren die Zeiten. Privatier Martin Prokop lag zur Mittagszeit auf einem Podiumsrang.

Erstmals in der Geschichte der WM lagen zwischenzeitlich zwei Hyundai an der Spitze. Der als Zwölfter gestartete Juho Hänninen durfte Führungsluft vor Teamkollege Thierry Neuville schnuppern, der als Siebter in der Startreihenfolge ebenfalls beste Streckenverhältnisse vorfand. Ogier befürchtete schon, dass er im Hinterfeld steckend bei umgedrehter Startreihenfolge am Samstag ebenfalls weit vorn losfahren müsste, da kam ihm das Pech der Kollegen zu Hilfe.

Hirvonens Fiesta fängt Feuer

Es begann mit Mikko Hirvonen, der im Ford des M-Sport-Teams als Sechster nicht überragend schnell war, aber dennoch in Schlagdistanz zur Spitze. Der Finne war problemlos aus WP3 gerollt, bis zur vierten Prüfung sollte er nicht kommen. Sébastien Ogier roch Feuer und sah die Rauchwolle. Als er um eine Landstraßenkurve kam, sah er den Ford lichterloh in Flammen. Die Besatzung konnte gerade noch rechtzeitig entkommen.

Der Franzose half Hirvonen mit seinem Feuerlöscher aus, doch es war zu spät. Der Fiesta brannte bis auf die Grundmauern nieder. "Ich habe keine Ahnung, wie das passiert ist. Wir hatten Reifen gewechselt und plötzlich stand das Heck in Flammen", berichtete der Finne. Wegen des Feuers musste der Verkehr umgeleitet werden. Die Rallye hatte bis zum Abend 90 Minuten Verspätung.

Hyundai-Drama am Nachmittag

Nicht zu retten war kurze Zeit später auch der Hyundai von Juho Hänninen. Der Spitzenreiter überschlug sich mit solcher Vehemenz, dass sein i20 einen knapp 30 Zentimeter dicken Baum abschlug. Sowohl Hänninen als auch Beifahrer Tomi Tuominen blieben unverletzt. Bei Hyundai war der Zwischenfall nur ein Teil des Dramas. Auf der gleichen Prüfung brach bei Thierry Neuvilles Auto eine Querlenker-Schraube. Der geschickte Belgier konnte das Fahrwerk wieder befestigen, verlor aber über 23 Minuten und fiel weit zurück.

Damit nicht genug: Als Hayden Paddon im dritten Werks-Hyundai das Warndreieck und die am Boden liegende Besatzung passierte, rechnete er mit dem Schlimmsten und stoppte, um Hilfe zu leisten. Als sich das Missverständnis aufklärte, waren zwei Minuten futsch. Paddon liegt mit bereits 5:31 Minuten auf Rang elf.

Dezimiert kam auch das Citroën-Team ins Etappenziel. Kris Meeke sah ebenfalls auf der verhängnisvollen Prüfung vier eine Warnung auf der Armaturentafel: Fehler 77 stand dort zu lesen. Die Auswirkungen spürte das Team eine Prüfung später. "Kein Strom mehr, der Motor ging aus", sagte Beifahrer Paul Nagle. Das Team vermutet einen Lichtmaschinenschaden.

Immerhin kam Mads Östberg ohne nennenswerte Probleme über die Runden und endete mit rund zehn Sekunden Rückstand auf dem dritten Etappenrang. Er musste sich kurz vor Tagesende noch von Ogier überholen lassen, der mit Platz zwei und 22,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze bestens bedient war.

Latvala führt nach erster Etappe

Vor ihm liegt Teamkollege Jari-Matti Latvala, der schon auf der ersten Tagesprüfung seine Schrecksekunde hatte, als das Bremspedal weich wurde. Doch der Finne konnte das Problem zügig beheben und gab mit vier Bestzeiten am Nachmittag ein klares Statement ab, dass er wie in Argentinien Teamkollege Ogier schlagen will.

Dabei hätte er sich beinahe selbst besiegt. Auf einer Verbindungsetappe verpasste er einen Abzweig. Beim Zurücksetzen kachelte der Polo in den kurz danach folgenden Teamkollegen Andreas Mikkelsen. Doch beide Autos blieben unversehrt. Mikkelsen belegt mit knapp 38 Sekunden Rang vier vor Robert Kubica, der mit 56 Sekunden auf die Spitze bester Ford-Pilot ist. Teamkollege Elfyn Evans auf Platz sieben nahm der Pole 22 Sekunden ab.

Wir haben die Bilder des Dramas vom ersten Tag in unserer Galerie.

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