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Rallye Türkei

Loeb weiter in Führung

Sebastien Loeb verteidigte mit drei Bestzeiten am Samstag (26.6.) die Führungsposition gegen seinen härtesten Gegner, den Peugeot-Star Marcus Grönholm. Der Drittplatzierte, amtierender Weltmeister und Subaru-Pilot Petter Solberg, hat sich dem Spitzenduo aber auf Schlagdistanz genähert.

26.06.2004

Noch 43 von zu Beginn 65 Teams in Wertung machten sich auf in den zweiten Tag der Türkei–Rallye. Neben diesen "regulären" Aktiven wurden auch weitere drei Teams gezeitet. Sie waren am Freitag ausgefallen, durften aber nach dem in der Türkei zum zweiten Mal in dieser Saison versuchsweise durchgeführten Austragungsmodus der SupeRally heute wieder fahren, ohne jedoch gewertet zu werden. Zu den unter diesen Bedingungen angetretenen Piloten gehörte auch Gilles Panizzi, der hier das Mitsubishi-Testprogramm fortführte. Sein Boss Sven Quandt: "Wir sind auf dem richtigen Weg, brauchen aber viel Geduld.“

Die Teams gingen in den längsten Tag der Rallye mit 153,60 Sonder-prüfungskilometern bei einer Gesamtstrecke von 447,14 Kilometern. Die Strecken präsentierten sich heute weit weniger schlammig als gestern unter leicht bewölktem Himmel und Temperaturen von schon morgens über 30 Grad.

Loeb von Grönholm abgeduscht

"Dass ich gestern abend Erster war, ist eigentlich ein Wunder.“ Sebastien Loeb genoss vor dem heutigen Start sein frühes Glück. Denn: Normalerweise hat jener Fahrer, der als erster auf Schotter starten muss, den Nachteil, die Strassen für seine Verfolger fegen zu müssen. Am ersten Türkei-Rallyetag aber hatte die Sonne den Schlamm auf den Pisten so hart gebacken, dass der Straßenfeger-Effekt nicht eintrat. Loeb ging in Führung, unerwartet. Und, wie erwartet, behielt er sie auch am Folgetag, an dem er erst als 13. gestartet war. Allerdings nur bis zur zweiten Wertungsprüfung des Tages, dann übernahm Marcus Grönholm (Peugeot): Der Finne fuhr – trotz eines heftig untersteuernden Wagens - Bestzeit, 13,2 Sekunden schneller als Loeb. Der Franzose bekam zusätzlich 10 Sekunden Strafzeit wegen Frühstarts verpasst. "Wir müssen prüfen, ob das an der Start-Automatik lag,“ sagte Loeb. Damit rutschte Loeb auf den zweiten Platz, mit 6,9 Sekunden Rückstand auf den neuen Leader. Grönholms Kommentar: "Ich weiß nicht, ob ich Loeb hinter mir halten kann.“

Francois Duval (Ford) kam bei diesen ersten beiden Sonderprüfungen zweimal hintereinander als Zweitschnellster durch die Kontrollen, verdrängte Carlos Sainz (Citroen) von der vierten Position und schob sich bis auf 9,1 Sekunden an den Drittplatzierten, Petter Solberg (Subaru), heran. Sainz fiel auf den fünften Platz zurück, vor Harri Rovanperä (Peugeot) und den mit einem reichlich zerfledderten Auto in den Service rollenden Mikko Hirvonen (Subaru). "Ich habe mich heute morgen zweimal übergeben – die türkische Küche und diese schlimme Hitze sind nichts für mich,“ erklärte Sainz. Keine Magen-, aber Turbo-Probleme warfen den Mitsubishi von Gigi Galli vom 15. Platz gestern auf die 24. Position heute zurück.

Optischer Höhepunkt vor dem ersten Service: Der Ford des türkischen Lokalmatadors Serkan Yazici. Mit abgerissenem Kotflügel vorne rechts und hinten links auf blanker Felge humpelte er herein. FIA-Mann Piero Sodano: "In allen anderen Ländern außer der Türkei hätte man diesen Focus nie durch öffentlichen Verkehr fahren lassen!“

Eisenstange durchbohrt Grönholm-Peugeot

In den folgenden zwei Sonderprüfungen wartete erneut Loeb (Citroen) mit zwei Bestzeiten hintereinander auf und räumte den Finnen weg von der Spitze. "Ich bin zufrieden mit mir und auch mit meinem Auto. Aber wir müssen noch schneller werden,“ kommentierte Loeb. Grönholm (Peugeot) litt unter der gewaltigen Hitze im Auto. Dazu kam ein ungewöhnlicher Zwischenfall: Plötzlich schrie Grönholms Co-Pilot Timo Rautiainen auf. Der Peugeot hatte eine dicke Eisenschiene mit solcher Wucht hoch geschleudert, dass das Chassis hinter dem Unterschutz und der Sitz des Copiloten durchbohrt wurden. Der wurde von dem Eisenteil heftig am rechten Oberschenkel verletzt – zum Glück gab es aber keine offene Wunde. Grönholm hielt den 307 sofort an, der Copilot klagte über Schmerzen, man verlor viel Zeit. Im Service wurde der Finne behandelt. Rovanperä (Peugeot) hatte Ärger mit seinen Bremsen, kam aber dennoch an Sainz (Citroen) und Duval (Ford) vorbei auf die vierte Position: Sainz ist seit dem Morgen schon gesundheitlich am Boden zerstört, Duval verlor in der zehnten Sonderprüfung das rechte Vorderrad. "Wir versuchten zu reparieren und fuhren in die Wertungsprüfung 11. Da passierte dann das gleiche wieder“, sagte Duval. Der Belgier sperrte sämtliche Differenziale und holperte zum Service, wo die Antriebswelle getauscht wurde. Anschließend war er nur mehr sechster vor Mikko Hirvonen (Subaru). Gigi Galli (Mitsubishi) machte sieben Plätze gut – nach einem Turbotausch rückte er bis auf den 17. Platz vor.

Solberg macht Dampf, Rovanperä fällt aus

Zweite Bestzeit in dieser Rallye für Solberg (Subaru) in der vorletzten Sonderprüfung des Tages vor Loeb (Citroen), der seinem härtesten Gegner Grönholm (Peugeot) zwei Sekunden abnahm. Hinter dem Finnen kam Duval (Ford) vor Rovanperä (Peugeot) und Markko Märtin (Ford) ein. Der Este testet als Hinterherfahrer (33. Platz !) Aufhängungsteile und eine neue Michelin-Reifenkonstruktion. "Ich fahre nicht voll, aber ich zeige, dass ich wettbewerbsfähig bin. Ich hoffe nur, dass noch einer der Werkswagen vor mir ausfällt, dann habe ich einen Marken-Punkt gemacht“, sagte der Este.

Solberg (Subaru) lieferte auch die letzte Topzeit des Tages, vor Grönholm (Peugeot) und Loeb, der seine Führung mit 15,9 Sekunden vor dem Finnen behaupten konnte. Viertschnellster war ein völlig erschöpfter Sainz (Citroen), vor Duval (Ford) und Märtin (Ford). Pechvogel Rovanperä erwischte es schon wieder mit seinem Peugeot: Mit Getriebeproblemen blieb er in der letzten Sonderprüfung des Tages stehen und viel aus.

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