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Rallye WM-Vorschau 2008

Wer hält Loeb auf?

Foto: Citroen 39 Bilder

Vom 25. bis zum 27. bildet die Rallye Monte Carlo traditionell den Auftakt zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft. Nach vier Titeln in Folge will Sébastien Loeb etwas erreichen, das im internationalen Automobilsport bislang nur Michael Schumacher in der Formel 1 gelungen ist: Fünf WM-Titel hintereinander.

16.01.2008

Das hat im Rallye-Sport bislang noch niemand geschafft. Loeb geht erneut als klarer Favorit in die WM, zumal sich sein bislang härtester Widersacher Marcus Grönholm nach dem WM-Finale in Wales Anfang Dezember in den Ruhestand verabschiedet hat. 

In Loebs Citroen-Werksmannschaft ist Teamchef Guy Fréquelin ebenfalls in Rente gegangen. Noch weiß keiner, ob dies eine zu gravierende Änderung an der Spitze der französischen Equipe ist, die weniger Erfolg verheißen wird.

Hirvonen Hauptgegner von Loeb

"Ich gehe davon aus, dass unser C4 auch in der kommenden Saison konkurrenzfähig sein wird", meinte Citroen-Cheftechniker Olivier Quesnet. "Wir wissen, in welchen Bereichen wir zu arbeiten haben. Alles ist eine fortlaufende Weiterentwicklung. Wir konzentrieren uns auf die Gewichtsverteilung und den Schwerpunkt ebenso wie auf eine Weiterentwicklung des Motors." Loebs Teamkollege wird wieder der WM-Vierte Dani Sordo aus Spanien sein.

Malcolm Wilson, Teamchef beim Markenweltmeister Ford, hofft,"dass wir dort weitermachen, wo wir aufgehört hatten. Das wird aber nicht einfach sein, zumal durch den Rücktritt von Marcus Grönholm unser stärkster Fahrer nicht mehr zur Verfügung steht. Wir müssen nun andere Pläne machen. Aber Mikko Hirvonen hat im vergangenen Jahr immens viel von Grönholm hinzugelernt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in dieser Saison wieder Rallyes gewinnen werden." Als Hauptgegner Loebs wird sich also der 25-jährige Finne, der nunmehr der neue Teamleader bei Ford ist, etablieren. Hirvonen ist nicht minder zuversichtlich wie sein Teamchef Wilson, eher noch mehr: "Ich denke, es ist möglich, dass wir den Titel holen können. Aber dann muss die Saison perfekt laufen. Ich gebe jedenfalls alles. Klar, es ist schwierig in die Fußstapfen von Grönholm zu steigen. Aber ich habe jetzt zwei sehr gute Jahre hinter mir, in denen ich sehr viel von Marcus lernen konnte.


Was es bedeutet, in einen Zweikampf um den Titel zu stecken, hat der WM-Dritte an seinem ehemaligen Teamkollegen und Loeb genau studieren können. "Ich weiß, was man dazu braucht. Man darf nicht ausfallen, muss in jeder Rallye in den Punkten sein und muss auf jeder Sonderprüfung attackieren. Und sollte ich mal nicht für den Sieg in Frage kommen, muss ich zumindest Zweiter werden können."

Latvala ersetzt Grönholm

Grönholm wird bei Ford durch den erst 22-jährigen Finnen Jari-Matti Latvala ersetzt. Trotz seines jungen Alters hat Latvala bereits 50 Rallyes in einem WRC auf dem Buckel. Das Milchgesicht mit Kassengestell empfahl sich besonders beim Finale in Wales, wo er zehn von 17 Sonderprüfungen für sich entscheiden konnte. Latvala ist der jüngste aller Werksfahrer.

Was darf man von Subaru erwarten? Die blauen Limousinen aus Japan mit den Boxermotoren waren in der vergangenen Saison die große Enttäuschung. Erstmals musste man sich in der Endabrechnung einem Privatteam geschlagen geben. Nun soll ein völlig neues Model des Impreza, die Fließheck-Limousine, zum Einsatz kommen. "Wir starten bei der Entwicklung des neuen Modells erstmals seit zehn Jahren mit einem weißen Blatt Papier", meinte Teamchef Richard Taylor. "Damals, als wir unseren ersten WRC-Impreza entwickelt hatten, konnten wir auf Anhieb beim Debüt siegen." Um gleiches zu erzielen, konzentriert man sich im Lager von Prodrive-Chef David Richards nunmehr voll auf die Entwicklung des neuen WRC2008.

Die Entwicklung des Vorgängers wurde eingestellt, obwohl man damit die ersten Rallyes des Jahres noch bestreiten wird. "Wir werden damit auch nicht annähernd so viel Erfolg haben, wie wir es uns von unserem neuen Auto erhoffen", meint Teamchef Richard Taylor. Wann das neue Auto debütieren wird, ist noch offen. "Aber sicherlich noch nicht beim Lauf in Jordanien", meinte Taylor. "Aber das Auto muss von Beginn an siegfähig sein. Wir wollen zumindest einige Rallyes damit noch in diesem Jahr gewinnen. Die Subaru-Werksfahrer werden erneut Ex-Weltmeister Petter Solberg aus Norwegen sowie der Australier Chris Atkinson sein.

Auf Seiten der Privatiers wird wieder das Stobart VK-M-Sport-Team das Maß der Dinge sein. Beim Saisonstart werden der stets spektakulär agierende Italiener Gigi Galli sowie der Belgier Francois Duval ins Lenkrad greifen. Während Galli die gesamte Saison bestreitet, wechseln sich Henning Solberg und Matthew Wilson sowie weiteren Rallye-Asse mit Duval ab.

Suzuki mit Außenseiterrolle

Suzuki wird derweil bestenfalls eine Außenseiterrolle übernehmen können. Nach zwei Probeläufen im vergangenen Jahr bestreiten man nun mit zwei wagen vom Typ SX4 die komplette Saison. Neben dem finnischen Routinier Tony Gardemeister kommt der zweifache Junioren-Weltmeister Per-Gunnar Andersson zum Zug.

Was sich für alle Teams ändert, ist ein neuer Reifenmarke. Stattete bislang BF Goodrich die Rallye-WM mit Einheitsreifen aus, hat die Motorsport-Weltbehörde FIA nun der italienischen Marke Pirelli den Vorzug gegeben. Und was ebenfalls neu ist und die Reifen betrifft: Das so genannte Mousse, eine schaumartige Füllung im Reifen, das ein Weiterfahren trotz Reifendefekts ermöglicht, ist ab sofort verboten. Das bedeutet: Die Fahrer müssen künftig wesentlich vorsichtiger agieren und scharfe Steine unbedingt meiden. Immerhin ist andererseits die Mitnahme zweier Ersatzräder Pflicht.

So, wie in den französischen Seealpen alljährlich die neue Saison eingeläutet wird, so findet sie Ende November in Wales ihren Abschluss. Doch diesmal werden nur 15 Läufe ausgetragen; einer weniger als im vergangenen Jahr. Die im Vorjahr neu in den Kalender aufgenommenen Läufe in Norwegen und Irland pausieren bereits wieder, dafür gibt der Lauf in der Türkei im Juni ein Comeback, während im April erstmals ein WM-Lauf in Jordanien stattfinden wird. Die große Sommerpause gibt es dann nach der Türkei-Rallye: Von Mitte Juni bis Anfang August ruhen die Luftmengen-begrenzten Turbomotoren, bevor zum Klassiker in Finnland neuer Schwung genommen wird. Der WM-Lauf in Deutschland findet danach vom 15. bis zum 17. August statt.

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