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Shekar Mehta ist tot

Foto: McKlein

Der Präsident der FIA-Rallye-Kommission starb im Alter von 60 Jahren in einem Londoner Krankenhaus. Mehta war zu seinen aktiven Zeiten als Fahrer eine Legende. Kein anderer Fahrer gewann die härteste WM-Rallye so oft wie der Inder aus Kenia.

13.04.2006 Markus Stier

Wenn Rallye-Fans irgendwo auf dem Planeten über die Safari-Rallye in Ostafrika sprechen, fällt automatisch ein Name: Shekar Mehta. Der in Kenia aufgewachsene Inder war zu seinen besten Zeiten bei der härtesten Rallye der Welt nahzu unbesiegbar. In der 50-jährigen Geschichte der brutalen Schotter-Jagd siegte Mehta von 1973 bis 1982 fünf Mal - davon von 1979 bis 1982 vier Mal in Folge. Kein Fahrer kannte die Tücken seiner Heimat-Rallye besser, niemand teilte seine Kräfte und die des Autos so geschickt ein wie Mehta.

Dagegen spielte der Afrika-Rekord-Halter bei den anderen WM-Rallyes nie eine dominante Rolle. "In Europa konnte ich mit den Schnellsten nicht mithalten", sagte Mehta selbstkritisch. Dennoch schaffte er 1981 mit seiner Stammmarke Datsun den fünften Gesamtrang in der Weltmeisterschaft.

Mehtas Karriere endete 1987 nach einem Unfall bei der Pharaonen-Rallye in Ägypten. Der Rallye-Veteran erlitt einen Schlüsselbein-Bruch und lag mehrere Wochen im Koma. Erst ein Jahr später war Mehta wieder genesen.

Nach seiner Zeit als Fahrer widmete sich der Besitzer einer großen Tee-Plantage in Ostafrika der Sportpolitik. Als Vorsitzender der FIA-Rallye-Kommission bestimmte er in den ersten Jahren dieses Jahrtausends entscheidend die sportlichen und technischen Geschicke des internationalen Rallye-Sports - nicht immer zum Gefallen von Teams und Aktiven.

Nach einer Neuordnung der FIA-Gremien trat Mehta seinen Posten Ende 2004 an den Franzosen Jacques Regis ab. Regis warf allerdings nach Querelen mit Verbandskollegen und WM-Vermarkter David Richards im März 2006 das Handtuch. Bis zur Findung eines Nachfolgers leitete Mehta kommissarisch die Amtsgeschäfte des obersten Rallye-Funktionärs.

Kurz nach der Rallye Korsika erkrankte der 60-Jährige als späte Folge seines schweren Unfalls 1987 und wurde in ein Londoner Hospital eingeliefert, wo er am frühen Morgen des 13. April starb.

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