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Tauziehen um Rallye-TV-Rechte

Foto: dpa

Nach einem dreiviertel Jahr vergeblicher Verhandlungen über die Rechte an der Rallye-Weltmeisterschaft ist nun eine Einigung zwischen FIA-Präsident Max Mosley und Vermarktungs-Chef David Richards in Sicht.

27.01.2004

Ein Treffen zwischen Mosley und Richards während der Rallye Monte Carlo scheint den Durchbruch gebracht zu haben. Richards Unternehmen International Sportsworld Communicators (ISC) steht vor einem neuen Vertrag mit der Sportbehörde FIA, um die Rallye-WM langfristig weiter zu vermarkten.

Eine Entlassungswelle 2003 und Gerüchte über drastischen Geldmangel brachten ISC im Vorjahr ins Gerede. Ursprünglich wollte David Richards die WM-Rechte über einen Zeitraum von 100 Jahren erwerben und mit dem langfristigen Deal in der Tasche sein Unternehmen an die Börse bringen. Doch die geforderten 100 Millionen Dollar konnte ISC nicht aufbringen. Stattdessen konnte sich ISC vorerst nur zehn Jahre sichern. Der gegenwärtige Kontrakt endet 2010, dann fielen die Rechte zurück an die FIA.

Obwohl ISC laut Informationen der "Financial Times" 2003 ein Minus von 16,4 Millionen Dollar aufzuweisen hat, versichert David Richards, man habe genügend Reserven. Der gleichzeitige Teamchef des BAR-Formel 1-Teams räumt aber ein, dass es noch einige Jahre dauere, bis man die Gewinnzone erreiche.

Max Mosley: "Wir sind auf Richards Seite"

FIA-Chef Mosley versichert, man wolle die Rallye-WM als zweite große Motorsport-Disziplin neben der Formel 1 etablieren und reicht Richards nun die Hand: "Er weiß nun, dass wir auf seiner Seite sind. Es wäre schwierig, ISC zu ersetzen." Mosley ergänzt, er sähe die finanzielle Situation von ISC nun in deutlich besserem Licht.

Jährlich 20 Millionen Dollar investierte Richards in den Aufbau einer Infrastruktur, um die Rallye-WM als attraktives Fernseh-Produkt anbieten zu können. Allerdings brachte der Verkauf der Rechte an einzelne TV-Sender bisher keine annähernd Kosten deckenden Summen ein.

Unzufrieden mit der TV-Situation sind die an der WM beteiligten Hersteller. ISC lässt sich einen Teil seiner Kosten von den Werksteams bezahlen, die wollen ihre Vorstellung aber in Sendern mit größerer Reichweite präsentiert sehen.

Snooker statt Rallye

Immerhin macht die Situation in England Fortschritte. Vom Channel Four (Marktanteil: neun Prozent) wechselten die Senderechte zu ITV (26 Prozent). Mit dem Wegfall des Exklusiv-Vertrags mit Channel Four darf Eurosport nun wieder tagesaktuell senden. Allerdings blieb die angestrebte Sendezeit (22.30 Uhr) bereits beim Saisonauftakt Wunschdenken. Statt über die Monte-Resultate mussten sich die Aufgebliebenen am späten Sonntagabend erst in die Geheimnisse der Billard-Variante Snooker einweihen lassen.

RTL wird seine Berichterstattung wie im Vorjahr im Rahmen der Formel 1 präsentieren. Beim GP Australien (6. März) zeigt der Kölner Sender nach dem Qualifying um 6.30 Uhr morgens die erste von elf Sendungen 2004. Dass der Kölner Privat-Sender sein Engagement nicht ausweitet, wird unter anderem mit der Ungewissheit über die Einführung von Rallye-Live-Sendungen begründet. ISC habe zum Jahresbeginn noch keine konkreten Zusagen über mögliche Live-Termine machen können. Eigentlich wollte David Richards schon im Sommer 2003 bei allen WM-Läufen Live-Bilder anbieten. Es scheiterte an der angespannten finanziellen Situation.

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