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Vorschau Ralle Zypern

Schotter-Mischmasch im Mittelmeer

Ford Focus WRC Foto: McKlein 25 Bilder

Auf der Mittelmeerinsel Zypern erwartet den Rallye-Tross eine Premiere. Zum ersten Mal wird ein WM-Lauf teils auf Schotter und teils auf Asphalt ausgetragen.

12.03.2009 Tobias Grüner

Die gemischten Bedingungen stellen die Teams in Zypern vor ganz neue Aufgaben. Um Kosten zu sparen ist an allen drei Tage ein Schottersetup mit dem entsprechenden Stollenreifen "Scorpion" aus dem Hause Pirelli vorgeschrieben. Jedes Team erhält insgesamt 46 Pneus, von denen höchstens zwei als Ersatz mitgeführt werden dürfen. Wie gut der Gummi die Härteprüfung auf Asphalt am ersten Tag meistert ist die große Unbekannte.

Um die ungewöhnlichen Verhältnisse zu simulieren, haben die Werksteams in der Vorbereitung ausgiebige Testfahrten absolviert. Ergebnis: Die Reifen halten die Belastungen aus, allerdings werden die kleinen Schotterbremsen stark strapaziert. Wegen zu niedriger Temperaturen konnten die Bedingungen außerdem nicht 100-prozentig simuliert werden.

Plattfüße vermeiden

"Es ist eine Schande, dass wir hier nur halbe Sachen machen. Wir treten mit untauglichen Bremsen, Reifen und Fahrwerken an", klagte Loeb vor dem Zypern-Gastspiel. Wegen seinen Allround-Fähigkeiten geht der Franzose als haushoher Favorit an den Start. Die erhöhte Gefahr von Defekten könnte die Hoffnung auf den dritten Saisonsieg allerdings unplanmäßig durchkreuzen. Deshalb lautet Loebs Devise: "Wir müssen die Reifen schonen und Plattfüße vermeiden."

Im Ford-Lager zählt weiterhin das Prinzip Hoffnung. Beim letzten Lauf in Norwegen konnte sich Vizeweltmeister Mikko Hirvonen im Sekundenbereich mit Loeb duellieren. Am Ende reichte es dennoch nicht für den ersten Sieg 2009. Trotz erhöhtem Druck will der 28-Jährige in Zypern nicht ungeduldig fahren: "Es gibt kurvige Abschnitte, in denen es einem vorkommt, als sei man zu langsam. Da ist es wichtig ruhig zu bleiben", erklärte der Finne seine Strategie.

Latvala erhält Nachhilfe vom Teamkollegen

Auch Teamkollege Jari-Matti Latvala will nach seinen ersten WM-Zählern in Norwegen weiter punkten. Dabei hat sich der Youngster auch einiges bei seinem Teamkollegen abgeschaut. Bei einem Schottertest nutzte der Finne die Gelegenheit sich bei seinem Landsmann auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen: "Mikko hat einen anderen Fahrtstil", berichtet Latvala. "Er benutzt die Handbremse in Haarnadelkurven und hält das Auto viel stabiler. Ich fahre aggressiver. Aber das versuche ich nun zu ändern", so der 23-Jährige.

Hinter den beiden Top-Teams hat sich auch die zweite Garde wieder viel vorgenommen. Bei Stobart-Ford gehen Henning Solberg und Matthew Wilson auf Punktejagd, die sich im Prestigeduell mit den den Citroen-Junior-Piloten Conrad Rautenbach, Evgeny Novikov und Sebastien Ogier duellieren. "Zypern ist eine Herausforderung, die noch keiner der Stobart-Piloten erlebt hat", hält Ford-Chef Malcolm Wilson die Erwartungen niedrig. "Es wird die bisher schwerste Rallye in dieser Saison und die langen Prüfungen werden ein harter Test für alle Crews."

Solberg mit neuem Triebwerk

Neben den etablierten Akteuren werden auch das argentinische Ford-Kundenteam Munchis und der private Citroen Xsara von Petter Solberg an den Start gehen. Zum Testen reiste der Norweger schon ein paar Tage früher nach Zypern. Im Gepäck hatte er dabei einen neuen Motor für seinen alten Xsara, mit dem er auf jeden Fall den sechsten Platz aus Norwegen toppen will.
 
Insgesamt erwarten die Piloten 332 Wertungskilometer, von denen die ersten 134 auf Asphalt gefahren werden. Die Auftaktprüfung am Freitag über 30,3 Kilometer stellt die Teams dierkt vor die erste schwierige Aufgabe. Der Service-Park ist an der Mittelmeerküste in der Stadt Limassol untergebracht. 2009 wird die Rallye zum neunten Mal im Rahmen der Weltmeisterschaft ausgetragen. Mit drei Siegen bei den letzten drei Events 2004, 2005 und 2006 ist Sebastien Loeb der erfolgreichste Pilot auf der geteilten Insel.

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