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Vorschau Rallye Argentinien 2013

Schlagabtausch im Wilden Westen

WRC Argentinien 2013 Foto: McKlein 44 Bilder

Im Westen Argentiniens kommt es zum dritten Mal in dieser Saison zum großen Duell zwischen Weltmeister Sébastien Loeb auf Citroën und dem aktuellen Tabellenführer, VW-Werksfahrer Sébastien Ogier.

02.05.2013 Markus Stier

Für die aktuellen Markenweltmeister ist es schon so etwas wie High Noon. Nach drei Niederlagen in den ersten vier Saisonrallyes muss das Citroën-Team das Ruder herumreißen, sonst fährt der Zug zur vierten Titelverteidigung langsam ab. 14 Punkte Rückstand auf Tabellenführer VW klingt zunächst nicht dramatisch, allerdings muss man sich im französischen Lager fragen, mit welchen Mitteln die Hannoveraner noch aufzuhalten sein sollen.

Das wichtigste Mittel heißt nach wie vor Sébastien Loeb. Der neunmalige Weltmeister reiste direkt von Testfahrten im Porsche-Supercup nach Carlos Paz. Loeb ist in Südamerika eine Bank und gewann die Schotter-Rallye rund um den Erholungsort Villa Carlos Paz die letzten sieben Mal in Folge. Es wird der vorletzte Einsatz des großen Elsässers in der WM sein, und Loeb hat die klare Aufgabe, den acht Citroën-Siegen in Argentinien in Folge den neunten hinzuzufügen.

Rallye Argentinien mit zahlreichen Wasserdurchfahrten

Dass Loeb sich auf seiner Abschiedstour von vier Rallyes in dieser Saison das Wochenende am Fuß der Anden auf die Liste setzen ließ liegt nicht nur an seiner Erfolgsstatistik, sondern auch an den enthusiastischen Fans, die mit einer halben Million Mannschaftsstärke und mehr anrücken, sowie an der grandiosen Landschaft. Die drei Bergketten der Sierra de Cordoba ragen 400 Kilometer östlich des Anden-Hauptkammes aus der Ebene. Neben malerischen Tälern mit den wichtigsten Fremdenverkehrsorten des Landes finden sich wilde Gebirgszüge wie die Sierra Grande mit einer Höhe bis 2.100 Meter. Auf den Spitzen der Berge nisten Kondore, zu ihren Füßen liegen die legendären Prüfungen Mina Clavero und El Condor. Besonders zu letzterer mit ihren kahlen Felsen, die wie eine Mondlandschaft wirken reisen die Fans zu Zehntausenden und beginnen trotz rauem Wetter schon am Dienstag an den besten Plätzen zu campieren.

Auf der Südhalbkugel hat der Herbst begonnen. Die Vorhersage prognostiziert wechselhaftes Wetter mit Temperaturen von 12 bis 14 Grad. Die argentinischen Prüfungen sind berühmt für ihre zahlreichen Wasserdurchfahrten, weshalb die Teams spezielle Klappen am Ansaugtrakt montieren, um Wasserschäden im Motor zu vermeiden. Nicht wenige Autos kehren mit zerfledderten Frontschürzen zum Service am Ufer des Stausees in Carlos Paz zurück.

Mikko Hirvonen sucht nach seiner Form

Trotz der grandiosen Erfolgsstatistik reist das VW-Werksteam als Favorit nach Südamerika. Dass der Polo in Höhen um 2.000 Meter keinerlei Atemschwäche hat, bewies das Team von Jost Capito bereits mit dem Sieg in Mexiko, wo die Rallyestrecken teilweise noch höher lagen. Interessant wird in der Marken-WM vor allem der Kampf der zweiten Fahrerriege. Jari-Matti Latvala wähnt sich nach dem dritten Rang in Portugal im Aufwind und erhält ein neues Vorderachsdifferenzial, das seinem Fahrstil mehr entgegen kommen soll. Bei Citroën hat Dani Sordo ebenfalls ein neues Front-Diff und auch neue Stoßdämpfer erhalten und schon mit schnellen Zeiten in Portugal bewiesen, dass die Änderungsmaßnahmen greifen.

Nach seiner Form sucht allerdings weiterhin der von Citroën zur neuen Nummer eins erklärte Mikko Hirvonen, der zur Zeit allenfalls als Abstauber zu Erfolgen kommt. Als WM-Zweiter liegt der Finne in der Fahrerwertung mit 48 Punkten bereits 54 Zähler hinter Sébastien Ogier zurück.

Rallye Argentinien: 34 Teams treten an

Auf den Schotterstrecken westlich von Cordoba ist neben Tempo aber auch Köpfchen gefragt. Bei Regenschauern wird die Reifenwahl knifflig, zudem müssen die Fahrer auf ihre Pneus acht geben. Gerade auf den zweiten Durchgängen der Prüfungen lugen gern spitze Steine oder blanker Fels aus dem Boden, der den Reifen an den Kragen will. Spurrillen machen das Fahrverhalten heikel. Neben den Strecken lauern häufig große Felsen, die jeden Fehler mit Totalschaden bestrafen. Besondere Obacht ist auf der Prüfung Ascochinga/Agua de Oro gefragt, sie ist fast 52 Kilometer lang. Auch wenn nur 14 Prüfungen auf dem Plan stehen, ist der fünfte WM-Lauf mit 408 WP-Kilometern der längste im Kalender.

Den weiten Weg nach West-Argentinien haben nur 34 Teams angetreten, einziger deutscher Teilnehmer ist Armin Kremer, der im Subaru Impreza des Stohl-Teams um die Produktionswagen-Wertung der zweiten WM-Liga WRC2 kämpft. Die Rallye Argentinien beginnt am Mittwoch, 1. Mai um 21 Uhr unserer Zeit mit einer Superspecial und endet am Samstag.

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