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Vorschau Rallye Argentinien

Wasserdurchfahrten und heißblütige Fans

Foto: Mc Klein 60 Bilder

Sie ist einer der Lieblinge der weltbesten Rallyepiloten: die Rallye Argentinien. An diesem Wochenende (23. – 26.4.) findet der fünfte WM-Lauf rund um Villa Carloz Paz in der Provinz Cordoba statt.

22.04.2009

Fahrer lieben Argentinien

Der einzige Lauf im WM-Kalender auf südamerikanischem Boden ist bei Loeb, Hirvonen & Co. gleich aus mehreren Gründen enorm beliebt. Nirgendwo sonst sind die Fans enthusiastischer, nirgends sonst sieht man so viele hüpfende und Fahnen schwenkende Rallye-Verrückte rechts und links der Strecken wie in Argentinien. Zudem lockt das Land mit einer atemberaubenden Landschaftskulisse. Die Fahrer freuen sich jedes Jahr auf das Event, das rund um Villa Carlos Paz, der viertgrößten Stadt der Provinz Cordoba ausgetragen wird.
 
Reifenlieferant Pirelli hat für die Schotter-Rallye eine weiche Reifenmischung im Gepäck, die den Lenkradakrobaten auf den sandigen Prüfungen optimalen Grip bieten soll.

Rallye-Leidenschaft pur in Argentinien

Besonders motiviert geht Ford-Pilot Federico Villagra an den Start. Denn der 39-jährige Argentinier will rund um seine Heimatstadt beweisen, zu was er am Steuer des Ford Focus WRC fähig ist. "Auf diese Rallye freue ich mich ganz besonders. Es ist immer ein ganz besonderes Gefühl, wenn ich nach Argentinien zu meiner Heimat-Rallye zurückkehre." Villagra liegt nach vier Läufen punktgleich mit Chris Atkinson auf Rang neun der WM-Tabelle. Bei der letztjährigen Ausgabe der Rallye Argentinien belegte der Lokalmatador Gesamtrang sechs.
 
Nach den verheerenden Regenfällen des vergangenen Jahres haben die Organisatoren des fünften WM-Laufs die Rallye um einige Wochen nach hinten verlegt. Auch die Streckenführung verläuft nun kompakter als im Vorjahr: Der Ausflug in den Süden der Region entfällt. Damit müssen die Fans auch auf die berühmte Wasserdurchfahrt auf der WP Santa Rosa de Calamuchita verzichten.
 
Auch Weltmeister Sebastien Loeb freut sich auf den WM-Lauf in Südamerika. Der Elsässer, der mit der Maximalpunktzahl von 40 Zählern nach Argentinien reist, genießt wie all seine Fahrerkollegen die besondere Stimmung während der Rallye. "Ich freue mich auf die Prüfungen. Die Zuschauer sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Es ist immer wieder toll zu sehen, wie leidenschaftlich die Leute hier sind. Du brauchst im Grunde gar kein Roadbook, denn die Prüfungen sind so voll, dass Dir die Menschenmenge den Weg weist."

Loeb will den Sieg

Die Voraussetzungen für Loebs fünften Saisonsieg stehen nicht schlecht. Denn die Citroen-Mannschaft konnte seit 2004 jede Ausgabe der Argentinien-Rallye für sich entscheiden. Die Konkurrenten des kleinen Franzosen dürfen sich auch in diesem Jahr schon mal warm anziehen. Denn der Weltmeister und sein Beifahrer Daniel Elena reisen mit einem klaren Ziel nach Argentinien: "In Südamerika haben wir keine andere Wahl als auf Sieg zu fahren."

Nachdem sein Arbeitsgerät, der Citroen C4 WRC in Portugal erstmals in der 2009er-Version zum Einsatz kam, vertraut Loeb auch in Argentinien auf den weiterentwickelten Boliden: "Jede Rallye ist unterschiedlich, aber ein Auto, das auf den portugiesischen Prüfungen gut liegt, sollte auch in Argentinien, Sardinien, Griechenland und Polen schnell sein. Die 2009er Spezifikation des C4 WRC markiert vor allem beim Fahrwerk einen Schritt nach vorn. Auch der Motor ist jetzt noch fahrbarer."
 
Loebs Teamkollege Dani Sordo will seinen Podiumserfolg aus dem vergangenen Jahr wiederholen. "Wie in Portugal fühlen wir uns in Argentinien fast schon zuhause", erklärt der Spanier. "Wir wollen so viele Punkte für das Team einfahren wie möglich. Ich glaube, dass dies eine der besten Rallyes des Jahres ist. Die Atmosphäre und die Leidenschaft der Leute sind einmalig." Dabei scheint Sordo sich mental schon darauf eingestellt zu haben, dass Sebastien Loeb wieder allen auf und davon fahren wird. Das Wort Sieg vermeidet er geflissentlich: "Ich will wieder einen Podiumsplatz und mit Mikko Hirvonen kämpfen."
 
Der 28 jährige Finne in Ford-Diensten ist ebenfalls ein großer Fan der Rallye. "Vielleicht sind bei der Rallye Finnland noch mehr Leute an den Prüfungen, aber sie sind nicht so enthusiastisch wie hier in Argentinien. Auch wenn ich während der WP’s voll auf die Straße konzentriert bin, ist es unmöglich, die hüpfenden und Fahnen schwenkenden Fans nicht zu bemerken. Sie feuern jeden Fahrer an und es ist eine unglaubliche Atmosphäre." Seit Oktober 2007 beendete Mikko Hirvonen 22 Rallyes in Folge in den Punkten.

Latvala nach Horrorcrash wieder am Start

In Argentinien erwartet die Fahrer aber eine besondere Herausforderung. Die berühmten Wasserdurchfahrten erfordern einen speziellen Fahrstil, wie Hirvonen verrät. "Es ist wichtig, bei den Flussdurchfahrten aufzupassen. Während des Recce prüfen wir die Wassertiefe. Aber im Normalfall durchqueren wir sie mit Vollgas. Viel hängt davon ab, in welchem Winkel Du auf das Wasser auftriffst. Am besten ist es, wenn das Auto gerade ins Wasser einfährt."
 
Hirvonens Teamkollege Jari-Matti Latvala musste nach der Rallye-Portugal seinen Horrorunfall verarbeiten, hatte aber ebenso wie Co-Pilot Miikka Anttila keinerlei gesundheitliche Probleme zu beklagen. Der Finne kugelte seinen Focus WRC 150 Meter weit einen Abhang hinunter, überschlug sich 17 mal und kam nur zum Stehen, weil ein massiver Baum dem wilden Treiben ein Ende bereitete.

"Direkt nach der Rallye saß ich wieder hinter dem Lenkrad und habe Gäste des Teams chauffiert. Je länger Du nach einem schweren Unfall wartest, bis Du wieder ins Auto steigst, desto schlimmer ist es, weil Du viel öfter über die Situation nachdenkst." Beim fünften WM-Lauf in Argentinien lautet die Losung für Latvala denn auch: Ankommen. "Ich wäre mit einem vierten Platz zufrieden", gibt sich der 24-jährige Finne bescheiden.

Petter Solberg nach Virusinfektion wieder fit

Auch Petter Solberg wird mit seinem Privatteam in Argentinien um WM-Punkte kämpfen. Nachdem er bei der Rallye Portugal von einem Virus geschwächt auf Rang vier ins Ziel kam, fühlt sich der Norweger nun wieder fit. "Ich bin noch nicht völlig gesund, aber es geht mir viel besser als noch in Portugal." Auch Solberg freut sich auf die argentinischen WP’s: "Die weichen und sandigen Prüfungen ziehen sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft." Sein Citroen Xsara WRC rollt mit einem neuen Motor an den Start.
 
Die Rallye führt über 332 Wertungsprüfungs-Kilometer und startet am Donnerstag (23.4.)  mit einer Zuschauerprüfung im Estadio Cordoba. Aufgrund der Zeitverschiebung (minus fünf Stunden) enden die Freitags- und Samstags-Etappen am späten Abend deutscher Zeit.

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