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Vorschau Rallye GB

Neues Terrain

Foto: McKlein

Erstmals seit 31 Jahren bildet der WM-Lauf in Großbritannien nicht mehr das WM-Finale. Statt Matsch und schwierigem Geläuf im feuchtkalten November-Wetter erwartet die Rallye-Piloten beim zwölften von 16 WM-Läufen nunmehr Mitte September weniger durchgeweichte Schotterstrecken.

15.09.2004

Auf den trockeneren und somit härteren Pisten wird mit einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit gerechnet, allerdings auch mit einer Mehrbelastung des Materials. Nichtsdestoweniger könnte das unberechenbare britische Wetter doch für ettliche Überraschungen sorgen. Die Wahl der Reifen, auf die sich die Teams bereits am Wochenbeginn festlegen mussten, wird entscheidend sein. Doch verlässliche Erfahrungswerte konnten auch nicht die letzten Testfahrten hundertprozentig liefern. Daher wird die Rallye von allen Teams wie ein neuer Event betrachtet.

Insgesamt werden 19 Sonderprüfungen über 394,03 Kilometer in den Wäldern von Wales absolviert. Die längste Prüfung in Rheola verläuft über 32,84 Kilometer und wird am ersten Tag zwei Mal abgefahren. Die Gesamtdistanz beträgt 1.298 Kilometer.

Solberg will dritten Sieg

Frisch gestärkt und optimistisch kehrt Subaru-Pilot Petter Solberg von seinem dominierenden Sieg in Japan nach Europa zurück. Subaru hat von den vergangenen neun WM-Läufen in Großbritannien sieben gewinnen können. Nach Solbergs Triumph in Asien liegt der amtierende Weltmeister mit 30 Punkten Rückstand auf WM-Leader Sébastien Loeb auf dem zweiten Tabellenrang. "Die Rallye durch Wales wird aufgrund des Terminwechsels sehr interessant werden. Aber ob es trocken oder feucht sein wird, ist mir ziemlich egal - ich liebe diese Rallye. Es ist mit Abstand die beste Rallye der Welt, und ich kann es kaum abwarten, hierher zurückzukehren.“ Sollte Solberg als Sieger zum Zielort Cardiff zurückkehren, wäre es für ihn der dritte Großbritannien-Sieg in Folge.

WM-Leader Sébastien Loeb startet bereits das fünfte Mal in Wales. "Ich mag vor allem die Prüfungen durch die Wälder und damit den Fahrstil, den sie abverlangen“, meint der Citroën-Pilot. "Sie sind nicht zu rau, und sie sind schnell, rutschig und auch breit genug, was mir das großzügige Driften erlaubt. Aber ich gebe auch zu, dass die Pisten meinem Xsara entgegen kommen.“

Gute und schlechte Erinnerungen an den britischen WM-Lauf hat Loebs Teamkollege Carlos Sainz. "Zwei Mal habe ich hier gewonnen. Aber an was sich jeder Rallye-Fan erinnert, ist das, was uns 1998 passiert ist.“ Damals erlitten Sainz und Co-Pilot Luis Moya im Toyota Corolla WRC nur wenige Meter vor dem Ziel der letzten Sonderprüfung im Margam Park einen kapitalen Motorschaden - und der sicher geglaubte WM-Titel war futsch. Auch im vergangenen Jahr erlebte der Grandsigneur aus Spanien einen bitteren Moment, als er zwei Prüfungen vor dem Ende in Führung liegend mit einem technischen Defekt ausscheiden musste. "Heute ist diese Rallye mehr eine Reifen-Rallye als ein Wettbewerb, der ein Auto mit spezifischen Stärken verlangt“, meint der Viertplatzierte der WM. "Wer die Reifenwahl richtig getroffen hat, hat das Krititischste schon überstanden.“

Peugeot will attackieren

Da die beiden Peugeot-Piloten Marcus Grönholm und Harri Rovanperä keine realistischen Chancen auf den WM-Titel mehr haben, hat Peugeot Sport-Chef Corrado Provera zur Attacke geblasen. "Wir wissen, dass der 307 WRC siegen kann“, hofft Ex-Weltmeister Grönholm auf seinen zweiten Saisonerfolg nach Finnland. Der Sieg ist das erklärte Ziel. "Dieses Mal ist die Rallye wie eine neue Veranstaltung“, glaubt auch Grönholm, "wenn es trocken bleibt, dann ist sie durchaus vergleichbar mit der Finnland-Rallye.“

Neben Grönholm und Rovanperä setzt Sportchef Provera noch einen dritten 307 WRC für den 28 Jahre alten Daniel Carlsson ein. Der Schwede, schon drei Mal 2004 in den Punkten, gibt sein Debüt im Peugeot-Werksteam. "Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Da ich bereits einen Vertrag mit Peugeot unterschrieben habe, kann ich unbeschwert angreifen.“

Auch Ford will gewinnen

Unbedingt zu den Favoriten gezählt werden müssen auch die beiden Werkspiloten der Ford Focus WRC. Doch es könnte das letzte Mal sein, dass die Mannschaft von Malcolm Wilson ihren Heimvorteil nutzt. Ende des Monats entscheidet sich endgültig, ob Ford sämtliche Mittel in ein verstärktes Formel 1-Engagement sowie in die Tourenwagen-WM fließen lässt. Markko Märtin wird zu Peugeot wechseln, während Teamkollege François Duval für 2005 von Ford freigestellt wurde.
Märtin sieht die hohen Geschwindigkeiten bei der Rallye GB als echte Herausforderung: "Als Fahrer muss man hier in jeder Sekunde voll entschlossen sein. Holzstapel und dicke Steine bilden weitere Schwierigkeiten.“ Teamkollege Duval lobt die Idee, die Rallye in den September zu verlegen: "Wenn die Bedingungen weniger trickreich sind, bin ich happy.“

Nach der Pause bei der Rallye Japan kehrt auch Skoda mit dem Fabia WRC wieder mit Armin Schwarz und Toni Gaardemeister in die Rallye-WM zurück. Für schwarz ist es der 101. WM-Start.

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