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Vorschau Rallye Griechenland

Hetzjagd über Stock und Stein

Rallye Griechenland 2011 Sebastien Ogier Foto: xpb

Während der Rest Europas im Regen ertränkt wird, steht in Griechenland das sonnigste Rallye-Wochenende des Jahres an, aber auch das Härteste.

31.05.2013

Temperaturen bis 60 Grad in den Autos, sengende Sonne und Staub, Knochen brechende Schotterpisten, das ist die Rallye Akropolis, vom Veranstalter verharmlosend die "Rallye der Götter" genannt. Auch wenn sich die Streckenverhältnisse in den vergangenen zehn Jahren immer mehr gebessert haben, bleibt der griechische WM-Lauf der härteste im Kalender.

Während alle Teams deprimiert von sich ablösenden Tiefdruckgebieten und einem erheblichen Rückstand in der Tabelle in die Wiege der abendländischen Kultur reisen, traf die VW-Truppe mit sonnigen Gemütern in Loutraki am Kanal von Korinth ein. Die Führung in der Marken-WM beträgt nach fünf Rallyes 14 Punkte, Sébastien Ogier hat mit 122 Punkten in der Fahrerwertung bereits fast doppelt so viel Zähler wie der zweitplatzierte Sébastien Loeb, und der ist nicht einmal ein ernstzunehmender Verfolger. Loeb, der 2013 nur vier Rallyes bestreitet, ist abwesend, und so ruht die Verantwortung bei den Titelverteidigern auf den Schultern von Mikko Hirvonen und Dani Sordo, die sich bisher nicht allzu sehr mit Ruhm bekleckert haben.

Griechenland ist Ford-Land

Immerhin zeigte Hirvonen zuletzt in Argentinien eine ansteigende Form und hofft, die Abstimmung seines Citroën DS3 nun endlich in den Griff bekommen zu haben. Sordo dagegen war bis zu einem Unfall stark in Portugal.
 
Eigentlich ist Griechenland ein klassisches Ford-Territorium. Die M-Sport-Mannschaft siegte am Fuß der Akropolis seit Beginn des neuen Jahrtausends in zwölf Jahren sieben Mal, allerdings kassierte man durch individuelle Fehler zuletzt zwei Niederlagen gegen Citroën. Dass M-Sport auch ohne Werksunterstützung das Zeug für Top-Ergebnisse hat, zeigen die Bestzeiten von Speerspitze Mads Östberg in Argentinien, aber die Fiesta WRC haben nur eine Chance, wenn sie nicht wie bisher an Defekten oder Fahrfehlern scheitern.
 
Wie Citroën hofft die Truppe von Malcolm Wilson, dass die bisher so souverän auftrumpfende VW-Truppe durch die harten Schotterprüfungen in Probleme gerät. Abgesehen von kleineren Schwierigkeiten mit der Handbremse bröckelten in Portugal Differenziale und Antriebswellen, ohne die Hannoveraner allerdings am Sieg zu hindern. Die VW-Fahrer strotzen vor Selbstvertrauen. Sébastien Ogier gewann in Griechenland 2011 und hat daher gute Erinnerungen. Teamkollege Jari-Matti Latvala glaubt nach ermutigender Leistung in Argentinien und einem zweitägigen Test in Griechenland bereit für seinen ersten Sieg im Polo zu sein.
 
Angesichts des hohen Materialverschleißes sparten sich die deutschen WM-Teilnehmer den Weg an den Peloponnes. Ausnahme VW-Junior Sepp Wiegand:  Der Sachse nahm zumindest an der Streckenbesichtigung teil, um für das kommende Jahr gerüstet zu sein.

Rallye kurz wie nie

Angesichts der Wirtschaftskrise standen in Loutraki schon im Vorjahr viele Geschäfte leer. Doch trotz aller Unkenrufe über ein mögliches Ende der seit 40 Jahren im WM-Kalender verankerten Traditionsveranstaltung, ist die Finanzierung laut Rallye-Manager Pavlos Athanassoulas gesichert.
 
Allerdings fällt die diesjährige Ausgabe der "Rallye der Götter" so kurz aus wie noch nie. Gerade einmal 307 Prüfungskilometer auf nur 14 Prüfungen haben die Autos zu absolvieren - 100 Kilometer weniger als 2012. Das neue Format ermöglicht einen kompakten Zeitplan. Erst am Freitagmorgen rücken die Teams zum Qualifying aus, um sich gute Startpositionen für die erste Etappe zu sichern. Am Nachmittag beginnt die eigentliche Rallye mit zwei Prüfungen.

Allerdings hat es der Auftakt in sich. Mit der Strecke von Kineta nach Pissia ist mit knapp 48 Kilometern gleich die längste Prüfung der Rallye zu absolvieren. Die um 25 Prozent verkürzte Streckenführung beansprucht das Material weniger als sonst, das zwingt die Fahrer schon von Beginn an zu einem hohen Tempo, weil sich größere Rückstände kaum noch aufholen lassen. Auf der anderen Seite riskieren sie mit zu aggressiver Fahrweise Reifenschäden oder gar Aufhängungsdefekte.
 
Der Samstag hält die Teams auf der Halbinsel Peloponnes zwölf Stunden in Bewegung, dabei steht mittags lediglich ein halbstündiger Service auf dem Programm, um etwaige Schäden zu beheben. Kurz fällt dagegen wieder der Sonntag mit vier Prüfungen östlich von Loutraki aus. Die Zuschauerprüfung Loutraki mit rund 30 Kilometern bildet den Abschluss. Sie ist als Powerstage deklariert, das heißt, dass die schnellsten drei Fahrer hier bis zu drei zusätzliche WM-Punkte einfahren können. Die Rallye endet am Sonntagnachmittag um 13:56 Uhr MEZ.

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