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Vorschau Rallye Japan

Grönholms große Töne

Foto: McKlein 35 Bilder

Marcus Grönholm setzt zur großen Siegesserie an. Gestärkt vom Heimerfolg in Finnland will der WM-Zweite nun jede der sechs verbleibenden Rallyes gewinnen. Den Auftakt bildet der WM-Lauf in Japan (31.8. bis 3.9.).

30.08.2006 Markus Stier

Von einer Aufholjagd wie in der Formel 1, wo Michael Schumacher sich in fünf Rennen von 23 auf 12 Zähler an Fernando Alonso herangerobbt hat, kann die Rallye-WM nur träumen. Weltmeister Sébastien Loeb hat sechs Rallyes vor Saisonschluss unglaubliche 31 Punkte Vorsprung.

Einziger ernstzunehmender Gegner ist Marcus Grönholm, und der hat den Titel schon im Juni abgeschrieben. So musste sich der Finne neue Ziele setzen, und mit stolz geschwellter Brust vom sechsten Finnland-Sieg lässt sich der lange Mann aus Espoo zu einer kühnen Zielsetzung verleiten: "Ich freue mich auf die verbleibenden sechs Schotter-Rallyes. Ich starte mit dem Gefühl, dass ich in jedem der sechs Läufe siegen kann."

Petter Solberg: "Lieber keine Prognose"

Bedrohlicher als das Brusttrommeln des Finnen in der Fahrerkategorie ist die Situation für Loebs Citroën-Truppe in der Markenwertung. Dort hat Ford mit 15 Punkten Rückstand noch echte Chancen. Der dritte Rang in Finnland stärkt auch das Selbstvertrauen von Fords Nummer 2, Mikko Hirvonen, wogegen Citroën-Junior Daniel Sordo entgegen seiner sonstigen Gewohnheit zuletzt von der Straße flog.

Entgegen der ursprünglichen Planung, bei der die Testarbeit ausschließlich dem kommenden Modell C4 gewidmet werden sollte, ging der zuletzt dreimalige Marken-Weltmeister vor dem japanischen WM-Lauf noch ein letztes Mal mit dem Auslaufmodell Xsara testen.

Eher still geht es bei Subaru zu. Petter Solberg hat einen Nackenschlag nach dem anderen zu verkraften, zuletzt zwei Wracks in zwei Rallyes. Obwohl der Norweger mit der Kombination Subaru und Pirelli 2004 in Japan locker gewann und 2005 bis zu einem Steintreffer klar dominierte, wäre man 2006 mit einer Podiumsplatzierung zufrieden. "Ich mag die Rallye sehr, und sie war bislang ein gutes Pflaster für uns, aber ich möchte in diesem Jahr keine Voraussagen treffen", sagt Solberg vorsichtig.

Fehler wiegen besonders schwer

Vor dem Ex-Weltmeister liegt in der Fahrer-Tabelle Manfred Stohl, der zum ersten Mal zur Japan-Rallye kommt. "Die Rallye ist sehr anspruchsvoll, da die Straßen sehr eng und der Schotter sehr weich ist. Ein Fehler wiegt in Japan umso schwerer, als dass das Superally-System zwar ausgeschiedenden Fahrern die weitere Teilnahme am nächsten Tag erlaubt, doch für jede ausgelassene Prüfung hagelt es fünf Minuten Zeitstrafe. Bei zehn Prüfungen am Freitag und elf am Samstag wiegt ein Ausrutscher besonders schwer.

"Wenn man da von der Idealspur abkommt, gibt es fast keine Möglichkeit, den Fehler wieder gutzumachen", sagt Stohl, der neben Loeb, Grönholm und Solberg auch den Lokalmatador Toshi Arai (Subaru) als Geheimfavoriten auf der Rechnung hat.

Citroën-Fahrer Xavier Pons darf in Japan nicht starten, er soll nach zwei heftige Abflügen in Folge erst einmal in sich gehen, dafür bekommt das Stobart-Team mit Matthew Wilson und Luis Perez Companc erstmals zwei aktuelle Ford Focus WRC 2006 in die Finger.

Die Rallye Japan geht über 27 Wertungsprüfungen und 346 WP-Kilometer. Start ist am Donnerstagabend (31.8.) in Obihiro auf der Insel Hokkaido, der Sieger fährt am Sonntag (3.9.) an gleicher Stelle um 15 Uhr (0.00 Uhr MEZ) ins Ziel.

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