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Vorschau Rallye Monte Carlo

Die offene Rechnung

Volkswagen - Rallye Monte Carlo 2013 Foto: Volkswagen 37 Bilder

Die berühmte Monte fehlt dem aktuellen Weltmeister Sébastien Ogier noch in seiner Sammlung. Der VW-Werkspilot geht in seiner Heimatstadt als Favorit in den Saisonauftakt in Südfrankreich.

14.01.2014

"Ich habe hier noch eine Rechnung offen", kündigt Sébastien Ogier kämpferisch an. Kein Wunder: Schon beim Debüt des Polo WRC bei der Monte 2013 musste sich der Weltmeister nur dem Rekord-Sieger Sébastien Loeb geschlagen geben. Der siebenmalige Sieger im Fürstentum überlässt als Rallye-Rentner dem Rest in diesem Jahr das Feld kampflos und macht Bildungsurlaub in Chile bei der Rallye Dakar.

Ogier ohne Loeb als großer Monte-Favorit

Ohne Loeb ist Ogier der große Favorit der 82. Rallye Monte Carlo, und einen Extra-Motivationsschub erhält der Champion durch den Umstand, dass die Rallye in seiner Heimatstadt gastiert. Nach Jahren im unbeliebten verfallenden Messezentrum von Valence ist der Tross nach Gap umgezogen, Ogiers Geburtsort, wo er schon als Kind die berühmteste Rallye der Welt verfolgte.

Teamkollege Jari-Matti Latvala hat sich erneut einen Mentaltrainer zugelegt und will vor allem vermeiden, wie so oft den Saisonbeginn mit unnötigen Ausfällen zu vergeigen und sich damit schon im Frühjahr um alle Titelchancen zu bringen. Etwas aggressiver muss dagegen Andreas Mikkelsen zu Werke gehen. In seiner zweiten Saison im VW-Werksteam muss der Norweger zeigen, dass Sportchef Jost Capito zu Recht so viel Geld und Geduld in ihn investiert.
 
Etwas zeigen muss auch Mikko Hirvonen. Der 30-jährige Finne wurde nach einer schwachen Saison bei Citroën ausgemustert und kehrte zurück zu seinem früheren Arbeitgeber M-Sport. Hirvonen ist nicht gerade ein Asphalt-Spezialist, muss sich aber angesichts der warmen Witterung auf eine weitgehend trockene Monte einstellen.
 
M-Sport hat eine Evolutionsstufe des Fiesta mit dem aktuellen Facelift im Köcher, doch die wurde nicht rechtzeitig zum Saisonstart fertig. Die beiden übrigen Werksfahrer von Malcolm Wilson dürfte das wenig kümmern. Der junge Waliser Elfyn Evans und der Pole Robert Kubica nehmen ihre erste Monte in Angriff und dürften erst einmal mit sich selbst beschäftigt sein. Immerhin gewann Ex-Formel-1-Star Kubica bei seinem zweiten WRC-Auftritt zur Vorbereitung bereits die Jänner-Rallye in Österreich.

Hyundai feiert WRC-Comeback in Monte Carlo

Ohne jede Wettkampfpraxis gehen die Neuzugänge ins Rennen. Nach einem Jahrzehnt Pause kehrt Hyundai in die Rallye-WM zurück. Der nagelneue i20 WRC hat zwar etwa 80 Testtage auf dem Buckel, ist aber noch keinen WP-Kilometer im Wettbewerb gefahren. Bis Ende Oktober entwickelte die Mannschaft von Teamchef Michel Nandan am Auto, die Einsatzfahrzeuge wurden erst kurz vor der Monte fertig.
 
Auch wenn vom Material noch keine großen Ergebnisse zu erwarten sind, Hyundai hat mit Vize-Weltmeister Thierry Neuville und dem spanischen Asphalt-Ass Dani Sordo gleich zwei Top-Fahrer für den ersten WM-Lauf eingekauft, die insgeheim darauf hoffen, die Konkurrenz überraschen zu können.
 
Bei den Vorjahressiegern von Citroën stand weniger die technische Weiterentwicklung des Autos im Vordergrund als vielmehr die Gewöhnung der neuen Fahrerriege an ihr Sportgerät und die oft unberechenbaren Wetterbedingungen der Monte. Mads Östberg und Kris Meeke mussten zeitweilig mit Slickreifen auf Schnee fahren und mit Spikes auf trockenem Asphalt.
 
Den Teams stehen insgesamt vier Reifentypen zur Verfügung. Neben einem klassischen Schneereifen und einem Winterreifen mit Spikes stehen ein weicher und ein superweicher Asphalt-Reifen zur Wahl. "Nicht einfach, denn der Service liegt nicht in den Bergen, die Prüfungen aber schon", sagt VW-Pilot Jari-Matti Latvala.

Turini-Klassiker in der Nacht der langen Messer

15 Wertungsprüfungen über etwa 380 Kilometer stehen bei der 82. Ausgabe der Königin der Rallyes auf dem Programm. Den Start in Monte Carlo haben die Teams bereits am Montagabend hinter sich gebracht. Anschließend geht es vier Stunden nördlich nach Gap, wo der Rallye-Tross bis Freitag die Zelte aufschlägt. Nach dem Shakedown am Mittwoch beginnt die Rallye am Donnerstagmorgen.

Eine besondere Herausforderung ist die Prüfung von Vitrolles nach Faye am Freitag. Mit 49 Kilometern ist sie eine der längsten im WM-Kalender. Am Freitagabend gastiert die Rallye dann im Hafen von Monte Carlo und bereitet sich auf die legendäre Nacht der langen Messer vor. Die erste Überfahrt über den 1.600 Meter hohen Col de Turini um 15:48 Uhr findet noch bei Tageslicht statt, anschließend bricht in den Seealpen für drei weitere Prüfungen die Dunkelheit herein. Die Rallye endet am Samstag um 23:15 Uhr in Monaco, am Sonntag findet vor dem Schloss des Fürsten die Siegerehrung statt.

Auf eine erfolgreiche Monte hoffen auch zwei Deutsche. Der frühere Europameister Armin Kremer hat sich mit einem Ford Fiesta in der WRC2-Wertung angemeldet, und der 23-jährige Julius Tannert nimmt nach der Deutschland-Rallye 2013 seine zweite WM-Rallye in Angriff. Der Sieger der Citroën-Racing-Trophy 2013 hat sich mit einem dritten Platz bei den Fronttrieblern mit seinem DS3 R1 bei der österreichischen Jänner-Rallye schon bestens eingeschossen.

In unserer Galerie blicken wir noch einmal zurück auf die Rallye Monte Carlo 2013.

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