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Vorschau Rallye Neuseeland

Gardemeisters große Chance

Foto: McKlein

Nie war der erste WM-Sieg für Ford-Werksfahrer Toni Gardemeister näher als 2005 in Neuseeland (7.-10.4.). Bei der von allen Fahrern heißgeliebten Schotter-Rallye auf der anderen Seite des Planeten, spekulieren aber auch drei andere Fahrer auf den Sieg.

06.04.2005

Es war 1999 in Neuseeland, wo ein 24-jähriges Milchgesicht mit einem unterlegenen Seat sein WM-Debüt im World Rally Car gab und auf Anhieb Dritter wurde. Fortan galt der schlaksige Finne als kommender Überflieger, doch ein WM-Sieg blieb für den mittlerweile 30-Jährigen bis heute aus.

Nun könnte Toni Gardemeisters große Stunde schlagen. 2005 tritt er in der Segel-Metropole Auckland mit einem Ford Focus an, der 2003 in Neuseeland ebenfalls eine starke Premiere ablieferte. "Das ist eine Rallye, die ich wirklich mag. Sie ähnelt meiner Heim-Rallye in Finnland, nur die großen Sprungkuppen fehlen."

Gardemeister startet zu seiner Lieblingsveranstaltung nicht nur erstmalig mit einem Topauto, er hat auch eine gute Ausgangslage. Als WM-Dritter (17 Punkte) geht er auch als Dritter auf die Prüfungen des ersten Tages. Tabellenführer Petter Solberg (20 Punkte) und Verfolger Markko Märtin (19 Punkte) müssen den losen Schotter von den Strecken fegen, Gardemeister darf auf mehr Grip hoffen.

Petter Solberg hofft daher auf Regen, ein Wunsch, der im herbstlichen Neuseeland leicht in Erfüllung gehen kann. Sonst verliere ich vermutlich etwas Zeit, die ich bei der zweiten und dritten Etappe hoffentlich wieder wettmachen kann", sagt der Norweger. 20 Sekunden verloren hat schon vor der Rallye Weltmeister Sébastien Loeb. Die Sportbehörde FIA sanktioniert so den Motorwechsel an seinem Citroen Xsara in Mexiko. Wie in der Formel 1 müssen auch die Rallye-Motoren 2005 zwei Einsatz-Wochenenden überstehen.

Unbelastet kann Marcus Grönholm aufgeigen. Als WM-Fünfter in guter Startposition spekuliert der dreimalige Neuseeland-Sieger im Peugeot auf den ersten Saisonsieg. "Im Jahr 2004 bin ich im noch jungen 307 WRC Zweiter geworden, inzwischen ist das Auto deutlich besser geworden." Eher defensiv geht Teamkollege Markko Märtin den vierten WM-Lauf an: "Um hier zu gewinnen, muss man viel Vertrauen in sein Auto haben." Märtin litt zuvor in Mexiko noch unter Gewöhnungsschwierigkeiten.

Druck für Skoda-Fahrer

Bescheidene Ziele haben auch die Nachwuchsfahrer wie Francois Duval (Citroen), Roman Kresta (Ford), Chris Atkinson (Subaru), Janne Tuohino (Skoda) und Gianluigi Galli (Mitsubishi). Alle vier wollen ihre Autos heil ins Ziel bringen und hoffen auf ein paar Punkte.

Der Deutsche Armin Schwarz will endlich ein gutes Resultat für sich und den überarbeiteten Skoda Fabia einfahren. Schwarz ist zwar der dienstälteste WM-Werksfahrer, war aber erst vier Mal in Neuseeland: "Das ist eine echte Fahrer-Rallye und das Handling unseres Autos sollte dafür gut passen", sagt der Franke, der wie Teamkollege Tuohino unter gehörigem Druck steht. "In Mexiko haben wir bewiesen, dass unser neues Auto Potenzial hat. Uns fehlt einfach ein gutes Ergebnis", sagt Skoda-Sportchef Martin Mühlmeier.

Die Rallye Neuseeland beginnt am Abend des 7. April mit dem zeremoniellen Start in Auckland. In den kommenden drei Tagen stehen 20 Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänmge von 350 Kilometern auf dem Programm. Am Sonntagnachmittag (10.4.) erreicht der erste Teilnehmer um 15.30 Ortszeit (5.30 Uhr MEZ) das Ziel.

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