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Vorschau Rallye Norwegen

Driftfest in der Kältekammer

Henning Solberg Foto: McKlein 42 Bilder

Nach der Wasserschlacht in Irland zieht der Rallye-Tross am Wochenende weiter ins verschneite Norwegen. Auf dem weißen Untergrund bestehen gute Chancen, Weltmeister Loeb wieder einmal zu schlagen.

12.02.2009 Tobias Grüner

Die einzige Schnee-Rallye im Kalender präsentiert sich 2009 in bestem Zustand. Wenige Stunden vor dem Start ist nichts zu sehen von brauner Matschpampe wie noch im Vorjahr bei der viel zu warmen Rallye Schweden. Hier in Norwegen sieht der Winter noch aus wie Winter: weiß, eisig und verdammt frostig. In der Nacht sinkt die Quecksilbersäule auch schon mal auf minus 20 Grad. Tagsüber sind für die drei Renntage immerhin Höchsttemperaturen von minus sechs Grad prognostiziert.

Genau die richtigen Voraussetzungen also für die einheimischen Piloten. Das neugegründete Adapta-Werksteam steigt auf vertrautem Terrain in die WM ein und will mit Impreza-Power die etablierte Konkurrenz ärgern. Mads Östberg und Anders Gröndal kennen sich aus auf den engen und winkligen Feldwegen, die von hohen Schneewänden eingegrenzt sind. "Wir müssen aber vernünftig bleiben. Erst wenn wir den Freitag gut überstanden haben, können wir den Gasfuß etwas tiefer drücken", warnte Gröndal.

Solberg mit eigenem Team

Mit Petter Solberg steigt auch der Weltmeister von 2003 endlich ins WM-Geschehen ein. Der langjährige Subaru-Pilot hat nach dem Ausstieg der Werksmannschaft ein eigenes Team gegründet und pflügt mit einem alten Citroen Xsara WRC durch die Schneelandschaft. "Wir sind bereit", sagte "Hollywood" nach einem ersten Training mit Mannschaft und Fahrzeug.

So einfach werden die Platzhirschen das Feld jedoch nicht räumen. "Das wichtigste auf den Schneepisten ist das Selbstvertrauen, wenn man das Auto seitwärts durch die schnellen Kurven bewegt", beschreibt Weltmeister Sebastien Loeb den Schlüssel zum Erfolg. Der Franzose hofft, dass seine erste Startposition kein Nachteil ist. Sollte frischer Neuschnee auf den vereisten Untergrund fallen, müsste Loeb, ähnlich wie auf Schotter, den Straßenfeger spielen. "Der weiche Schnee kann echte Traktionsprobleme bereiten", fürchtet auch Teamkollege Danis Sordo. "Manchmal fühlt es sich genau wie Aquaplaning an."

Ford-Angriff auf Loeb

Bei den letzten beiden Schneerallyes in Norwegen 2007 und Schweden 2008 musste Citroen allerdings der Ford-Mannschaft den Sieg überlassen. Dementsprechend optimistisch geht Focus-Pilot Mikko Hirvonen an den Start: "Ich konnte zu Beginn des Monats in Irland wertvolle Punkte sammeln. Jetzt will ich aber richtig angreifen, unter Bedingungen und bei einer Rallye, die mir Spaß machen." Teamkollege Jari-Matti Latvala, der vergangenes Jahr in Schweden triumphierte, erklärt sein persönliches Erfolgsrezept: "Ich muss den Reifen vertrauen, die guten Grip liefern, und die Schneewälle am Straßenrand nutzen, um den Schwung mitzunehmen."

Auch das Citroen Junior Teams hat sich gut vorbereitet, um die heimischen Wikinger herauszufordern. Bei den Franzosen wird erstmals der Russe Evgeny Novikov im Einsatz sein. Das Ziel des erst 18-jährigen Talents sind die ersten Fahrerpunkte. Auch Conrad Rautenbach und Sebastien Ogier sind wieder am Start, um die etablierte Konkurrenz ärgern. "Ich kann es kaum erwarten, auch wenn ich gegen Piloten antreten muss, die viel mehr Erfahrung bei Schneerallyes haben", brachte Ogier seine Vorfreude zum Ausdruck.

Henning ist heiß aufs Heimspiel

Als fünftes Team geht die Truppe von Stobart Ford auf die Jagd nach Konstrukteurspunkten. Vor allem Henning Solberg will nach dem überraschenden vierten Platz in Irland, die gute Leistung nun auch auf heimischen Terrain bestätigen. "Ich freue mich schon seit längerer Zeit auf die Veranstaltung." Der ältere Bruder von Petter Solberg hat viel Selbstvertrauen getankt und peilt ein Podiumsergebnis an: "Ich möchte einfach so lange wie möglich so schnell wie möglich fahren. Es wird bestimmt aufregend für die norwegischen Fans." Neben Solberg werden noch Urmo Aava und Matthew Wilson für das britische Privatteam antreten.

Start der Rallye ist bereits am Donnerstagabend mit der zwei Kilometer langen Super Special "Oslo". Insgesamt erwarten die Piloten in Norwegen 23 Prüfungen über insgesamt 375 Wertungskilometer. Der Servicepark ist im spektakulären "Wikinger-Schiff" in Hamar untergebracht. In der großen Mehrzweckarena fanden während den Olympischen Spielen 1994 die Eisschnelllauf-Wettbewerbe statt.

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