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Vorschau Rallye Polen 2014

Heimspiel für Kubica

Robert Kubica - Rallye Polen 2014 Foto: M-Sport 38 Bilder

Zum dritten Mal in der Geschichte gastiert der Rallye-WM-Zirkus in Polen. Die Rückkehr nach Masuren ist vor allem Lokalmatador und Publikumsmagnet Robert Kubica zu verdanken. Einige der etablierten Stars haben an die polnische Seenplatte eher durchwachsene Erinnerungen.

25.06.2014 Markus Stier

Nach der Rallye Monte Carlo (erstmals 1911) ist die zehn Jahre jüngere Rallye Polen die zweitälteste noch gefahrene Rallye der Sportgeschichte. Trotzdem zählte die Veranstaltung in 93 Jahren nur drei Mal zur Fahrer-WM. Die Reaktionen auf das Neuzeit-Comeback 2009 waren weitgehend positiv, trotzdem blieb es danach bei dem einmaligen Gastspiel. Zu viele europäische Rallyes knubbelten sich im Kalender, zu unbedeutend schien der polnische Markt.

Kubica bringt Rallye-WM zurück nach Polen

Die Rückkehr ist maßgeblich einem Mann zu verdanken: Robert Kubica. Der frühere Formel-1-Shootingstar aus Krakau versetzte seine Landsleute in seiner ersten Rallye-Saison 2013 so in Verzückung, dass die TV-Zahlen der 40-Millionen-Nation sämtliche anderen Länder überstrahlen. Und so plädierte vor allem der WM-Promoter Red Bull für einen weiteren Besuch im ehemaligen Ostpreußen. "Die Fans in Polen sind richtig verrückt nach Rallyes. Das war schon 2009 so und wird jetzt noch extremer sein, weil Robert Kubica in der WM fährt. Das wird bestimmt eine tolle Atmosphäre", sagt Jari-Matti Latvala.

"Ich kann es kaum erwarten, all diese Fans zu sehen", sagt Robert Kubica. Doch der WRC2-Weltmeister sieht die erwarteten Massen dann doch lieber aus der Distanz. "Ich würde gern mehr Zeit haben für die Zuschauer, aber schließlich habe ich eine Rallye zu fahren und bin am Wochenende sehr beschäftigt", sagt Kubica.

Zudem tritt der Lokalmatador heftig auf die Euphorie-Bremse: "Ich bin im letzten Jahr hier gefahren, kenne aber von der diesjährigen Ausgabe keine 100 Meter. Ich schaue nicht aufs Resultat. Ich will möglichst ohne Fehler durchfahren und weitere Erfahrung sammeln." Immerhin hat Kubicas Team M-Sport den Fiesta extra für das Heimspiel in den polnischen Farben weiß und rot umgestaltet.

Hirvonen letzter WRC-Sieger in Polen

Insgesamt 362 Kilometer verteilt auf 24 Prüfungen an vier Tagen haben die 71 Teams zu absolvieren. Dabei wartet der siebte WM-Lauf mit einer Neuerung auf: Erstmals wird eine WM-Rallye in zwei Zeitzonen gefahren, da am Freitag vier Prüfungen im Nachbarland Litauen ausgetragen werden. Während in Polen wie in Deutschland die Mitteleuropäische Zeit gilt, sind die Uhren in der osteuropäischen Zeitzone in Litauen schon eine Stunde weiter.

Der weiche Boden auf beiden Seiten der Grenze führt dazu, dass die Teams fast zwei verschiedene Rallyes vorfinden. Während die Strecken am Vormittag für die Top-Fahrer in gutem Zustand sein dürften, sind beim zweiten Durchgang am Nachmittag tiefe Spurrillen und sehr lockerer Boden zu erwarten, was ein höher gelegtes Fahrwerk und unter Umständen eine geänderte Abstimmung erfordert.

Heikel wird es bei Regen. In der Vergangenheit versank die Rallye immer wieder mal im Schlamm. Besonders zu kämpfen mit dem Geläuf haben die Fronttriebler der Junioren-WM. Dort nimmt Christian Riedemann im Citroën DS3 R3 seinen zweiten WM-Einsatz in diesem Jahr unter die Räder. Nach Rang drei beim Auftakt der Junioren-WM in Portugal will der Sulinger wieder aufs Podium fahren.

Auf einer kurzen Doppelführung in Sardinien und zwei weiteren Bestzeiten in der jungen Statistik des i20 WRC möchte das Hyundai-Team aufbauen. Juho Hänninen und Thierry Neuville testeten je zwei Tage, Youngster Hayden Paddon einen Tag. Bisher war das Fahrwerk des i20 für weiches Geläuf etwas zu hart abgestimmt, mit neuen Dämpfern erwartet Vize-Weltmeister Neuville weitere Fortschritte.

VW-Piloten mit schlechten Polen-Erinnerungen

Wer schon ganz oben ist, hat Mühe, sich zu steigern, und so muss das VW-Team nach sechs Siegen in sechs Rallyes in dieser Saison selbstredend auch in Mikołajki die Favoriten-Bürde tragen. Dabei haben alle drei Werksfahrer schlechte Erinnerungen an Polen. Junior Andreas Mikkelsen schied 2012 beim IRC-Lauf im Skoda aus, Sébastien Ogier strandete in seiner ersten WRC-Saison 2009 mit Motorschaden.

Das größte Drama hat Jari-Matti Latvala hinter sich. Auf dem Weg zu einem sicheren zweiten Platz 2009 blieb der WM-Zweite auf der letzten Prüfung ohne Not an einem mit Beton ausgegossenen Ölfass hängen. Der Fehler kostete nicht nur einen Ford-Doppelsieg und damit deutlich verbesserte Chancen in der Marken-WM für den Hersteller, er hätte um ein Haar auch Latvalas Karriere gekostet.

Zum Glück für ihn hielt Teamchef Malcolm Wilson am sensiblen Nordmann fest und führte ihn zurück auf die Siegerstraße. Sollte Latvala, der über dem Winter wieder einmal intensiv mit einem Mentaltrainer gearbeitet hat, sein Polen-Trauma verarbeitet haben, ist er ein klarer Siegkandidat. Wie Landsmann Hirvonen liebt Latvala die schnellen Prüfungen und Sprungkuppen in Masuren.

Der Weltmeister hat sich trotz des hartnäckigen Teamkollegen ein neues Ziel gesetzt, um auch die zweite Saisonhälfte möglichst stressfrei zu gestalten: "Ich will nach jeder Rallye mindestens 25 Punkte Vorsprung in der Tabelle haben", sagt VW-Werkspilot Sébastien Ogier. Vor der letzten Rallye vor der Sommerpause hat der Franzose sein Soll schon übererfüllt. Er geht mit 33 Punkten Vorsprung in Polen an den Start. Bei maximal 28 zu vergebenen Zählern steht Ogier damit schon vor dem Start am Donnerstagnachmittag (26.6.2014) als Halbzeitmeister fest.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen Fotos der letzten WRC-Rallye in Polen 2009.

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