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Vorschau Rallye Sardinien

Alle gegen Loeb

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Die Rallye-Weltelite kämpft am kommenden Wochenende nach dem Ausflug nach Argentinien wieder auf europäischem Boden um Sekunden. Rekordsieger Sébastien Loeb ist heiß auf seinen sechsten Sieg in Folge.

18.05.2009

Temperaturen von bis zu 30 Grad, strahlend blauer Himmel und Wassertemperaturen von knapp 20 Grad. So lautet die Wochenend-Wetterprognose für Sardinien. Unabhängig von den sommerlichen Temperaturen geht es auf der Mittelmeerinsel ab Donnerstag heiß her. Denn die Weltelite der Querfahrer ist zu Gast bei der Rally d'Italia Sardegna, die auf engen Schotterpfaden ausgetragen wird.

Loeb will den sechsten Sieg in Folge

Das Citroen-Duo Sébastien Loeb und sein Copilot Daniel Elena reist mit der beruhigenden Bilanz von fünf Siegen nach fünf Rallyes nach Olbia, wo der Rallye-Tross seine Zelte aufschlagen wird. Wer Loeb nun eine gewisse Siegesmüdigkeit unterstellt, kennt den kleinen kampfeslustigen Franzosen nicht. Der Elsässer ist vor dem sechsten WM-Lauf hoch motiviert und will mit seinem Citroen C4 WRC den sechsten Sieg in Folge einfahren.

Loeb, der die beeindruckende Bilanz von 52 Siegen bei 118 WM-Starts vorweisen kann, gibt sich zur Halbzeit der Saison kämpferisch. "Mein Siegeswille ist der gleiche wie bei jeder Rallye", schickt der Weltmeister gleich mal eine Warnung an die Konkurrenz. "Ich hasse es, zu verlieren. Daher freue ich mich natürlich besonders darüber, wie die Dinge im Moment laufen."

Die Piloten erwarten rund um das Rallyezentrum in Olbia anspruchsvolle Prüfungen auf Schotter und losem Sand. Da der Weltmeister als Tabellenführer am Freitag als Erster in die Loipe muss, könnte das wiederum den Konkurrenten in die Karten spielen. Denn Loeb muss für Sordo, Hirvonen, Latvala und Co. den Straßenfeger spielen.

Dementsprechend skeptisch sieht auch der Rekordweltmeister aus dem Elsass dem ersten Tag der Rallye Sardinien entgegen: "Ich würde sogar sagen, dass dies wahrscheinlich die Rallye im WM-Kalender ist, bei der die Startreihenfolge den größten Einfluss auf das Ergebnis hat. Unter dem losen Sand ist ein sehr harter Belag. Daher wird es enorme Zeitunterschiede zwischen den ersten und den hinteren Startern geben. Der Freitag wird deshalb wohl etwas schwierig für uns, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Situation meistern können."

Ford-Pilot Mikko Hirvonen hofft indes, dass er von seiner Startposition profitieren kann: "Wenn es trocken ist, wird die Startreihenfolge wichtig sein. Dass ich am Freitag erst als Dritter über die Prüfungen fahren werde, ist denke ich sehr gut für uns. Am Samstag möchte ich nicht als Erster starten. Das könnte eine Rallye werden, bei der es am besten ist, von hinten aus zu attackieren. Die Straßen sind generell schnell und flüssig zu fahren. Aber die vielen engen Passagen verlangen Dir sowohl bei der Erstellung der Pace Notes als auch bei der Linienwahl höchste Präzision ab."

Der 28-jährige Finne liegt nach fünf von zwölf WM-Rallyes mit einem Rückstand von 20 Punkten auf Rang drei der Weltmeisterschafts-Wertung. Vor Hirvonen will Loebs Teamkollege Dani Sordo seinen zweiten WM-Rang manifestieren.

Markko Märtin greift für Ford ins Lenkrad

Der Spanier Sordo und sein Co. Marc Marti wollen sich gegen die Konkurrenz aus dem Ford-Lager behaupten. "In dieser Saison konnte ich bereits Fortschritte auf den verschiedenen Fahrbahnbelägen machen. Wenn ich dies auf Sardinien fortführen kann, dann denke ich, dass wir den Kampf mit Mikko (Hirvonen) aufnehmen können. Ich will den zweiten WM-Rang halten."

Dabei will jedoch der zweite Ford-Werkspilot Jari-Matti Latvala ebenfalls ein Wörtchen mitreden. Der Finne liegt nach zahlreichen, teils haarsträubenden Unfällen zwar aktuell nur auf WM-Platz sieben. Doch auf dem losen Schotter Sardiniens könnte Latvala durchaus für die ein oder andere Überraschung gut sein. Um seinen Arbeitsplatz zu sichern, sollte der Finne jedoch - wie bereits in Argentinien - vor allem auf Ankommen fahren. Dementsprechend schielt der 24-Jährige auf Sardinien vorsichtig nach einem Podiumsplatz: "Wie in Argentinien lautet das Ziel für mich, die Rallye als Dritter oder Vierter zu beenden."

Besondere Unterstützung erhält das Ford-Team von einem alten Bekannten. Markko Märtin gab bereits vergangene Woche sein Comeback im Rallye-Cockpit und unternahm Abstimmungsfahrten für Hirvonen und Latvala. Der Este hatte seine Rallye-Karriere nach einem schweren Unfall bei der Rallye Großbritannien im Jahr 2005 beendet, bei dem sein Beifahrer Michael Park ums Leben gekommen war.

Edel-Privatier Petter Solberg rechnet sich in seinem privat eingesetzten Citroen Xsara WRC für die Rallye Sardinien gute Chancen aus. Denn Citroen hat dem Ex-Weltmeister nach langem Hin und Her nun doch ein Upgrade für seinen betagten Boliden gewährt. Sein Xsara soll ihm nun dank der 2006er-Spezifikation mit mehr Motorleistung zu noch besseren Zeiten verhelfen. Solberg hatte mangels Unterstützung seitens Citroen bereits öffentlich damit gedroht, auf einen Peugeot 307 WRC umzusteigen.

Letztlich lenkten die Franzosen aber doch ein, was dem Turbo-Triebwerk unter anderem einen größeren Intercooler und optimierte Lufteinlässe beschert. Damit soll der Leistungsabfall bei hohen Temperaturen, den der Norweger zuletzt zu beklagen hatte, kein Thema mehr sein. Mister Hollywood gab sich im Vorfeld der Rallye denn auch handzahm und ließ verkünden: "Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit mit Citroen und ich glaube, das dieses Upgrade unser Auto noch wettbewerbsfähiger macht."

Die WRC-Piloten kämpfen um Sekunden

Sommertemperaturen, blauer Himmel und das Mittelmeer so nah - vom Urlaubsparadies Sardinien werden die Lenkradakrobaten sicher wenig mitbekommen. Dafür dürfen sich die vielen tausend Fans, die auf die Mittelmeerinsel pilgern werden, auf ein wahres Rallye-Urlaubswochenende freuen.

Los geht es bereits am Donnerstag (21.5.) mit dem Shakedown. Hier können die Rallyepiloten auf einem 3,7 Kilometer langen Kurs letzte Einstellfahrten vornehmen, bevor de Zeitenhatz am Freitag Morgen mit der ersten 14,99 Kilometer langen Wertungsprüfung Sa Conchedda 1 richtig beginnt.

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