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Wales Rallye Großbritannien, 3. Etappe

Ogier siegt auch im Finale

WRC Rallye Frankreich 2014, Sebastien Ogier, VW Foto: McKlein 29 Bilder

Weltmeister Sébastien Ogier cruiste in Wales dem zwölften VW-Sieg der Saison entgegen. Für Dramatik sorgte eine Handvoll Fahrer hinter ihm beim Kampf um die Podiumsplätze bei der Wales Rallye 2014.

16.11.2014 Markus Stier

"Ende einer großartigen WRC-Saison"

Es machte ihn ein bisschen ungehalten, dass jeder ihn fragte, wie langweilig die vergangenen zwei Tage waren. "Es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Du kannst auf diesen rutschigen Prüfungen immer einen Fehler machen. Aber am Ende ist es das Ende einer großartigen Saison. Wer hätte geglaubt, als wir mit VW anfingen, dass ich 2013 neun und dieses Jahr acht Siege zu feiern hätte."

Nach einem dreiminütigen Grabenbesuch von Teamkollege Jari-Matti Latvala am Samstagmorgen war Sébastien Ogier seines einzigen Gegners beraubt. Andreas Mikkelsen war schon auf der zweiten Prüfung am Freitag durch einen Fahrfehler ausgeschieden und rutschte am Sonntag abermals in einen Graben. Während Latvala sich in seinem Polo WRC immerhin noch auf Rang acht vorarbeitete, konnte Ogier einen einminütigen Vorsprung verwalten. Am Ende rettete er immer noch komfortable 37,6 Sekunden ins Ziel.

6 Prüfungen auf 46 km

Mit nur noch 46 Kilometern auf sechs Prüfungen verteilt, war der letzte Sonntag der Saison nicht geeignet, große Rückstände aufzuholen, aber für Citroën-Fahrer Kris Meeke waren es auch nur 3,4 Sekunden, die er im Kampf um Platz zwei von Ford-Pilot Mikko Hirvonen abzuknabbern musste. Nach drei Prüfungen waren es gerade noch 1,6 Sekunden, als das Drama begann. Meeke traf eine Böschung und es zog den rechten Vorderreifen von der Felge. Der Ire musste sofort alle Angriffsversuche einstellen, denn er hatte nur ein Ersatzrad an Bord, und die Regeln schreiben vor, dass jedes Auto mit vier intakten Rädern ins Ziel zu kommen hat. Ein weiterer Reifenschaden hätte das Aus für Meeke bedeutet.

Das aber hätte fatale Folgen für Citroën gehabt, denn den Franzosen saß das M-Sport-Team mit nur sieben Punkten Rückstand im Nacken, und ein Ausfall hätte Rang zwei gekostet. "Ich habe den Fehler gemacht, und musste mich dann komplett in den Dienst des Teams stellen", sagte Meeke. Dabei hielt er durchaus den Atem an, denn kurz nach dem ersten Reifenschaden, beschädigte er einen weiteren Pneu. "Der Reifen saß schief auf der Felge, aber zum Glück hielt er die Luft", sagte Meeke, der auf den ausstehenden zwei Prüfungen mit dem platten Reifen fuhr, um den nur halb beschädigten für den Straßenverkehr der Verbindungsetappen zu schonen. Meeke verlor drei Plätze und eineinhalb Minuten, rettete aber Platz sechs ins Ziel und damit zwei Punkte Vorsprung für seinen Arbeitgeber.

Östberg mit 2 Bestzeiten, Hirvonen mit 2. Platz bei seinem Abschiedsrennen

In die Bresche sprang Teamkollege Mads Östberg, der es aufgegeben hatte, sein Setup zu ändern. Zu seinem Glück passte die Abstimmung für den dritten Tag perfekt. Östberg startete mit zwei Bestzeiten und übernahm von Meeke Rang drei, den er souverän ins Ziel brachte.

Nach Meekes Missgeschick war der zweite Rang nicht mehr in Gefahr. Mikko Hirvonen sicherte sich an seinem letzten Arbeitswochenende seinen 29. zweiten Rang seiner 13-jährigen WM-Karriere und seine 68. Podiumsplatzierung. "Es fühlte sich seltsam an, als ich heute Morgen ins Auto stieg, und ich wusste anfangs gar nicht, was ich da tue." Erst als die Zeitnehmer in Kimmel Park ihm die Bordkarte so spät aushändigten, dass die Stoppuhr schon zwei Sekunden lief, wurde der Finne wach. "Da war ich so sauer, dass ich auf den letzten Prüfungen zu jedem Kampf bereit gewesen wäre." Am Ende war er nur glücklich. "Es ist toll, noch mal auf dem Podium zu stehen, aber ich bin froh mit meiner Entscheidung. Ich freue mich auf das Leben, das jetzt kommt."

Lokalmatador Evans mit grandioser Debüt-Saison

Während sich der viermalige Vize-Weltmeister und 15-malige WM-Laufsieger in den Ruhestand verabschiedet, will Teamkollege Elfyn Evans erst richtig durchstarten. Mit einem tadellosen fünften Rang beendete der Lokalmatador eine beachtliche Debüt-Saison im zweiten Ford Fiesta des M-Sport-Teams. Robert Kubica beendete im dritten Ford den letzten Saisonlauf auf einem unscheinbaren elften Rang.

Im Hyundai-Team konnten Hayden Paddon und Juho Hänninen sich ebenfalls wenig ins Szene setzen, nachdem der Neuseeländer am Freitag wegen eines Servolenkungsdefekts Zeit verlor und Hänninen im Graben landete. Der Finne konnte sich nur noch von Platz 40 auf 30 vorarbeiten, Paddon kassierte als Zehnter immerhin noch einen WM-Punkt. Dass es für die Debütanten aus Alzenau doch noch ein vergnügliches Wochenende wurde, war wieder einmal Thierry Neuville zu verdanken, der seinen i20 auf Rang vier steuerte.

Ott Tänak mit Rang 7 bester Nicht-Werksfahrer

Bester Nicht-Werkspilot war der Este Ott Tänak auf Rang sieben, die WRC2-Kategorie gewann Jari Ketomaa, und den Titel in der WRC2 holte sich der frühere Dakar-Sieger Nasser al Attiyah. Der Katari war in überschwänglicher Laune und lobte alles und alle über den Klee. Auch wenn er in den finsteren Wäldern auf den schmierigen Pfaden Beifahrer Giovanni Bernacchini bei jeder heiklen Kurve bat, seine Ansage zu wiederholen, fand der Wüstensohn die wärmsten Worte für den traditionell feucht-kalten Saisonabschluss im Westen der britischen Hauptinsel. "Eine großartige Veranstaltung", schwärmte al Attiyah.

Da wollte Ogiers Beifahrer Julien Ingrassia nicht zurückstehen und kündigte an, er wolle eines schönen Maiwochenendes nach Wales fliegen, um die großartige Landschaft zu genießen. Nun wollte sich auch sein Chauffeur nicht lumpen lassen: "Ich mag diese Rallye sehr, obwohl sie so schwierig ist, und wenn du sie zwei Mal hintereinander gewonnen hast, fängst du an, positive Gefühle zu entwickeln." Das Geigenspiel störte ein letztes Mal Mikko Hirvonen mit seinem furztrockenen finnischen Humor: "Ja, und Seb hat auch schon angefangen, sich hier oben Grundstücke anzuschauen."

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