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WRC-Autos 2013

VW-Konkurrenz schwächt sich selbst

Citroen DS3 WRC 2013 Foto: Citroen 28 Bilder

Volkswagen will in seiner ersten WRC-Saison mit dem neuen Polo direkt um den Titel kämpfen. Wir zeigen Ihnen die Autos, die 2013 in der Weltmeisterschaft am Start sind und sagen Ihnen, vor wem sich VW am meisten fürchten muss.

15.01.2013 Claus Mühlberger

Ein Jahr lang wurde bei Volkswagen ohne Konkurrenz am neuen Polo WRC gearbeitet. Erfahrung unter Rennbedingungen sammelte der Neuling aus Wolfsburg in der WM nur mit dem Skoda Fabia S2000. Nun sind alle gespannt, wie gut sich Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala im direkten Vergleich schlagen können. Gelingt schon im ersten Jahr der WM-Coup? In unserer Saisonvorschau sagen wir Ihnen, was sich bei der Konkurrenz von VW getan hat. In der Fotogalerie gibt es zudem die aktuellen Bilder der wichtigsten Autos.

Citroen neun Mal ohne Loeb

Sébastien Loeb, ermattet von elend langen Reisen und zermürbt vom langweiligen Abfahren der Wertungsprüfungen mit maximal 80 km/h, arbeitet 2013 nur noch Teilzeit im Citroën-Rallyeteam. Der neunmalige Weltmeister will sich mit vier Gastspielen in der WRC begnügen. Fixiert sind die Einsätze zu Saisonbeginn in Monte Carlo und Schweden sowie in Argentinien und zu Hause in Frankreich. Zudem kümmert er sich um das künftige Citroën-Engagement in der Tourenwagen-WM ab 2014. Schon 2013 startet er mit seinem eigenen McLaren-Team in der GT-WM: "Meine Zukunft liegt mehr auf der Rundstrecke."

Vize-Weltmeister Mikko Hirvonen avanciert so quasi automatisch zur neuen Nummer eins bei den Franzosen. Der Finne hat nun die Chance seines Lebens, endlich den Titel zu erringen. Auf Asphalt fehlt es Hirvonen, der bislang 15 WM-Läufe gewann, manchmal an der Konstanz. "Ich wollte so nah wie möglich an Loeb herankommen", lautet eines seiner Ziele vor der Saison. Doch während Loeb neun Mal gewann, schaffte der Finne nur einen Sieg, und zwar in Italien, nachdem der Franzose ausgefallen war.

Dani Sordo soll Hirvonen assistieren. Der Spanier, der noch nie einen WM-Lauf gewann, fuhr bereits zwischen 2007 und 2010 für Citroën. 2011 und 2012 stand er in Diensten von Mini. Bei der Rallye Monte Carlo im letzten Jahr gelang Sordo mit Platz zwei im Countryman WRC ein Überraschungs-Coup. Nach einer einjährigen Pause kehrt Khalid Al Qassimi, der zwischen 2008 und 2011 vier Jahre lang mit einem Kunden-Ford fuhr, in den WM-Zirkus zurück.

Die Citroën-Fahrkarte löste der Scheich aus Abu Dhabi mit den Sponsor-Millionen seines Heimatlands. Das Emirat Abu Dhabi ersetzt den zu VW abgewanderten Sponsor Red Bull. Das Geld aus dem Morgenland bedeutete für Citroën die Rettung: Hinter vorgehaltener Hand bestätigt auch die Teamführung, dass es "in Zeiten von massiven Budgetkürzungen nur so möglich war, in bisherigem Stil in der WM weiterzumachen". Also bei jedem Lauf mit mindestens drei Werks-DS3 WRC zu starten.

M-Sport ohne Ford-Werksunterstützung

"Wir stehen vor schwierigen Zeiten", klagt Malcolm Wilson, Chef des Rallye-Teams M-Sport. 16 Jahre lang war seine Crew von Ford mit einem sehr erheblichen Budget alimentiert worden - Eingeweihte munkeln von rund 20 Millionen Euro. Damit ist jetzt Schluss. Vor dem Hintergrund alarmierender Verkaufszahlen trat die Ford-Europa-Zentrale Ende 2012 auf die Bremse und verkündete das Ende des Werks-Engagements.

Ein großer Teil der so entstandenen Finanzierungslücke wird durch die Mitgift von Nasser Al-Attiyah geschlossen. Der Dakar-Sieger von 2011 (im VW Race Touareg) und Bronzemedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen in London 2012 im Tontaubenschießen (Skeet) bringt seine Staats-Sponsoren aus dem äußerst wohlhabenden Katar mit. M-Sport muss auch den Weggang des zu Volkswagen wechselnden Jari-Matti Latvala verkraften. Der pfeilschnelle, aber nicht immer absolut zuverlässige Finne sicherte sich mit einem stark herausgefahrenen zweiten Platz beim Saisonfinale in Spanien noch Platz drei in der WM.

Einen Sieg im Vorjahr hatte der Norweger Mads Östberg beigesteuert. Der 25-jährige gewann mit dem Kunden-Fiesta von M-Sport in Portugal. Es war der erste Sieg eines Privatfahrers in der Weltmeisterschaft seit 19 Jahren. Im WM-Klassement belegte er Rang vier. "Nicht nur für mich ist Mads derjenige Fahrer, der sich in diesem Jahr am meisten verbessert hat", lobte Teamchef Malcolm Wilson. Folgerichtig beförderte er Östberg zum Nummer-eins-Fahrer für M-Sport-Ford.

Was die Technik angeht, ist Ford auch nach dem Rückzug des Werks gut gerüstet: Der langjährige Technikchef Christian Loriaux bleibt an Bord. Zudem versprach der scheidende Ford-Sportchef Gerard Quinn: "Wir werden auch in Zukunft unser Möglichstes tun, um den Fiesta WRC weiterzuentwickeln."

Hyundai erst 2014 soweit

Hyundai werkelt am Comeback in der Rallye-WM bislang sehr diskret. Ein schmissiges Video, das beim Automobilsalon in Paris im Herbst gezeigt wurde - viel mehr sah man von den Koreanern bislang nicht. In dem Filmchen saust ein bunt beklebter i20 im Rallyetrimm durch die Landschaft, und er hinterlässt eine gewaltige Staubwolke. 2014 wollen die Koreaner antreten. Ein ehrgeiziger Plan, denn bislang ist von den Platzhirschen der Szene zu hören, dass sie kaum Personal an den Newcomer verloren haben.

Und so stellt man sich allerorten die skeptische Frage: Wie will es Hyundai schaffen, in so kurzer Zeit ein WRC-Auto auf die Räder zu stellen? Die Basis des Teams ist in der Nähe von Frankfurt. Als Test- und Entwicklungsfahrer wird möglicherweise Petter Solberg anheuern, der Weltmeister von 2003.

Mini nur mit Kundenautos

Die Marketing-Abteilung des BMW-Konzerns weiß das Thema Rallye offenbar zu schätzen: "Wenn geniale Ideen große Sieger feiern", lautet der Slogan in einer Anzeige. Auf dem Foto: ein Rallye-Mini. Der Haken dabei: Es handelt sich nicht etwa um den aktuellen Countryman, sondern um einen historischen Mini aus den Sechzigern, mit dem BMC (British Motor Corporation) damals die Rallye-Welt aufmischte.

Beinahe hätte Dani Sordo im Januar 2012 den Monte-Triumph wiederholt. Der Spanier wurde mit seinem Countryman WRC Zweiter. Erstaunlicherweise gab die Konzernmutter BMW praktisch zeitgleich bekannt, dass man das Thema Rallye-WM für erledigt erachtete. Seither ging es bergab mit den Mini WRC: Podiumsplätze gab es keine mehr, nicht für Sordo und schon gar nicht für die betuchten Privatfahrer, die sich einen weiteren Countryman mieteten.

Die von der englischen Firma Prodrive entwickelten und gebauten WRC wurden kaum weiterentwickelt. Im November aber verblüffte Prodrive mit der Ankündigung: "Wir werden den Motor verbessern - in Zusammenarbeit mit BMW." Prompt bewies Dani Sordo im November beim Saisonfinale in Spanien erstaunliche Konkurrenzfähigkeit. Nachdem Probleme mit der Benzineinspritzung aussortiert waren, fuhr der Spanier auf sechs Wertungsprüfungen die Bestzeit.

Ein Mini WRC wird von Motorsport Italia eingesetzt. Unterstützt vom polnischen Sponsor Lotos wird Michal Kosciuszko in der Saison 2013 an allen 13 Läufen teilnehmen. In der Meldeliste für den WM-Auftakt in Monte Carlo war es aber der einzige Countryman. Ab dem Lauf in Schweden will das ukrainische Acania Team mit einem Mini starten - allerdings nur mit einer S2000-Version in der WRC2.

Alle aktuellen Autos für die Saison 2013 haben wir in der Bildergalerie gesammelt.

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