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Scuderia Toro Rosso

Scuderia Toro Rosso Logo Foto: Toro Rosso

Toro Rosso ging 2005 aus dem ehemaligen Minardi Team hervor. Aus dem ursprünglich fest verwandten Red Bull-Schwesterteam wurde mittlerweile ein eigenständiger Rennstall, der sich selbst finanzieren und die Autos in Eigenregie bauen muss.

Toro Rosso muss kleine Brötchen backen. Als Talentschmiede für das große Red Bull-Team ist der Rennstall aus Faenza mit begrenzten finanziellen und materiellen Ressourcen ausgestattet. Dennoch konnte der kleine italienische Ableger schon einige Achtungserfolge erzielen.

Aus Minardi wird Toro Rosso

Toro Rosso fuhr zwar erst 2006 seine Premieren-Saison, ist allerdings kein komplett neuer Rennstall. Nach 20 mehrheitlich erfolglosen Jahren im Minardi-Gewand krempelten die beiden Teamchefs Franz Tost und Gerhard Berger den Laden mit Hilfe von Landsmann und Red Bull-Boss Dietrich Mateschitz um. Gegen den Protest zahlreicher Minardi-Fans wurde das Team in Toro Rosso umbenannt. Quasi als Entschädigung wurde der Rennstall dafür endlich konkurrenzfähig.

Mit den Red Bull-Nachwuchsfahrern Vitantonio Liuzzi und Scott Speed ging Toro Rosso 2006 in das erste Jahr. Der ganz schnelle Erfolg blieb allerdings aus, was unter anderem am nicht konkurrenzfähigen V10-Cosworth Motor lag, dessen Defizit gegenüber den modernen V8 der anderen Teams im Laufe der Saison immer größer wurde. Trotzdem erreichte Toro Rosso-Pilot Liuzzi beim zehnten Saisonlauf in den USA den ersten WM-Punkt für Toro Rosso. Es sollte allerdings lange der einzige bleiben.

Sebastian Vettel bringt den Erfolg zu Toro Rosso

In der zweiten Saison schloss die Toro Rosso-Teamleitung einen Deal mit Ferrari über die Lieferung von Kundenmotoren ab. Doch mit insgesamt 13 Ausfällen in den ersten zehn Rennen blieb der erhoffte Erfolg zunächst aus. Durch technische Defekte und Fahrfehler der Piloten geriet auch die Teamführung allmählich unter Druck. So entschied man sich zur Saisonmitte einem jungen deutschen Nachwuchs-Piloten eine Chance zu geben: Ein gewisser Sebastian Vettel ersetzte ab dem Grand Prix von Ungarn den in Ungnade gefallenen Scott Speed.

Schon im fünften Rennen in Japan fuhr der Heppenheimer bis auf Rang drei, crashte in einer Safety-Car-Phase kurz vor dem Ende allerdings in den vor ihm fahrenden Red Bull von Mark Webber. Beide Autos schieden aus. Nur ein Rennen später machte Vettel den Fauxpas wieder gut und erreichte im regnerischen Shanghai auf Rang vier. Mit dem sechsten Platz von Teamkollege Liuzzi standen erstmals beide Autos in den Punkten.

Erster Toro Rosso-Sieg in Monza

2008 sollte dann der ganz große Durchbruch für Toro Rosso folgen. An Vettels Seite wurde Liuzzi durch den vierfachen ChampCar-Meister Sebastien Bourdais ersetzt, der in seinem ersten Rennen direkt zwei Zähler einfahren konnte. Die ersten fünf Rennen musste das Red Bull-Schwesterteam allerdings noch mit dem Vorjahresauto antreten. Erst zum GP Monaco durften das B-Team den neuen von Adrian Newey entwickelten Red Bull einsetzen.

Mit dem neuen Auto kam der Erfolg. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die Kombination aus neuem Auto, starkem Ferrari-V8-Triebwerk und Sebastian Vettel eine echte Erfolgsformel ist. In der zweiten Saisonhälfte fuhr der junge Deutsche regelmäßig in die Punkte, in der Teamwertung konnte man mit Platz sechs sogar den großen Bruder Red Bull abhängen. Den größten Erfolg feierte die Truppe aus Faenza allerdings beim Heimrennen in Monza. Nach der ersten Pole-Position für Toro Rosso schaffte Vettel auch im Rennen die Sensation und fuhr als jüngster Pilot aller Zeiten zum ersten GP-Sieg.

Berger und Vettel verlassen Toro Rosso

Nach dem Abgang von Vettel zum großen Bruder Red Bull kam der Schweizer Youngster Sebastien Buemi neu ins Team. Auch Gerhard Berger verließ Toro Rosso und ließ Franz Tost alleine an der Kommandobrücke zurück. An die erfolgreiche Saison 2008 konnte man nicht mehr anknüpfen. Da auch Sebastien Bourdais keine Steigerung erkennen ließ, wurde er noch vor der Sommerpause durch den jungen Spanier Jaime Alguersuari ersetzt. Gebracht hat der Schritt wenig. Nur acht Zähler und der zehnte Platz waren auch für Toro Rosso zu wenig.

2010 stand das kleine Team vor einer noch größeren Aufgabe. Nach einer Änderung im Reglement musste der Rennstall sein neues Auto erstmals selbst konstruieren. Mit Buemi und Alguersuari setzte Teamchef Tost immerhin auf dem Fahrersitz auf Konstanz. Der erste eigenständig konstruierte Renner konnte die Erwartungen erneut nicht erfüllen. Als bestes Ergebnis sprang ein achter Platz in Kanada heraus, bei dem Sebastien Buemi sogar kurz das Feld angeführt hatte. In der Endabrechnung ließ Toro Rosso aber nur die drei neuen Teams hinter sich.

Mit einem radikaleren Autodesign versuchte man 2011 einen Sprung nach vorne zu machen. Doch in der ersten Saisonhälfte war man meist zu langsam, am Ende passte die Zuverlässigkeit nicht immer. Im Kampf um Rang sechs zog man gegen Force India und Sauber den Kürzeren. Am Ende blieb nur der achte Platz - immerhin vor Williams. Nach der Saison entschied sich die Teamleitung dafür, frisches Blut ins Cockpit zu setzen. Alguersuari und Buemi wurden rausgeworfen, seit 2012 dürfen Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne zeigen, was sie können.

So richtig fruchtete die Neubesetzung aber in der ersten Saison nicht. Keiner der beiden Piloten konnte sich entscheidend durchsetzen. Mit insgesamt nur 26 Punkten blieb wieder einmal nur der neunte Platz in der Teamwertung. Wegen des anhaltenden Misserfolgs musste 2012 noch ein weiterer wichtiger Kopf des Rennstalls gehen. Technikchef Giorgio Ascanelli wurde durch den ehemaligen Sauber- und Force India-Mann James Key ersetzt.

Toro Rosso bildet Ricciardo und Kvyat für Red Bull aus

Die große Wende blieb aber auch 2013 aus. Ricciardo und Vergne fuhren zwar wieder auf ähnlichem Niveau, ließen aber große Ausreißer nach oben vermissen. Nur die beiden kleinen Teams Marussia und Caterham sowie Williams waren in der Endabrechnung noch schlechter. Ricciardo konnte die Saison dennoch als Erfolg abbuchen. Der Australier wurde als neuer Vettel-Teamkollege ins Red Bull-Team befördert. Als Ersatzmann wurde der russische Youngster Daniil Kvyat zu Toro Rosso berufen.

Für den Fehlstart in die Saison 2014 konnten die beiden Fahrer aber nichts. Dem neuen V6 Turbo-Motor von Renault mangelte es an Leistung und Zuverlässigkeit. Punkteplatzierungen waren die Ausnahme für Kvyat und Vergne. Am Ende des Jahres kam Toro Rosso nur auf 30 Punkte - noch einmal 3 weniger als im Jahr zuvor. Für 2015 wurde noch einmal das Fahrerpersonal komplett ausgewechselt. Kvyat wurde nach dem Vettel-Wechsel zu Red Bull von Red Bull befördert, Teamkollege Vergne wurde nach 3 mageren Jahren dagegen aussortiert.

Frisches Blut sollte 2015 für die Wende sorgen. Mit dem erst 17-jährigen Max Verstappen wurde der jüngste Formel 1-Fahrer aller Zeiten verpflichtet. Auch im zweiten Cockpit saß mit Carlos Sainz Junior ein Rookie. Schon kurz nach Saisonbeginn war klar, dass die Unerfahrenheit der Piloten nicht die größte Sorge der Teamleitung ist. Renault hatte seine Probleme in Sachen Zuverlässigkeit immer noch in den Griff bekommen. Vor allem Sainz wurde ein ums andere Mal von der Technik ausgebremst.

Weil das Auto aber aerodynamisch zu den besten der Formel 1 gehörte, gelang es den Piloten immer wieder in die Top Ten zu fahren. Vor allem der junge Verstappen begeisterte die Fans mit einer hohen Grundschnelligkeit und tollen Überholmanövern. Mit etwas weniger Defekten wäre am Ende sicher mehr herausgekommen als Platz 7 in der Teamwertung. Weil es nicht an den Fahrern lag, wurde beide Verträge verlängert. Der Vertrag mit Renault wurde dagegen gekündigt. Seit 2016 tritt Toro Rosso wieder mit Ferrari-Power an. Allerdings liefern die Italiener nur das alte Material aus der Vorsaison.

(Stand: 01/2016)

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