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Sébastien Bourdais

Mit vier Titeln in der US-Amerikanischen ChampCar-Serie gilt der Franzose Sebastien Bourdais als eines der größten Talente im Rennsport. Seine Formel 1-Karriere wurde während der Saison 2009 aber jäh beendet.

Wer in Le Mans geboren wird, hat es nicht weit zum Rennsport. Und so machte Bourdais bereits im Alter von zehn Jahren seine ersten Gehversuche im Kartsport. Nach zahlreichen Siegen und Meisterschaften stieg Bourdais 1995 in die Nachwuchsserie Formel Campus ein. Nach dem Lehrjahr, das der Franzose auf Rang neun beendete, folgte der Aufstieg in die Formel Renault. Die Junior-Serie des französischen Autobauers beendete Bourdais im zweiten Anlauf 1997 als Vizemeister.

Es folgte der Aufstieg in die nationale Formel 3-Serie. Hier gewann Bourdais im zweiten Jahr seine erste größere Meisterschaft. 2000 wechselte das Supertalent in die Internationale Formel 3000 Serie. Nach einigen Teamwechseln dauerte es drei Jahre, bis Bourdais schließlich den Meisterschaftspokal in Händen hielt. Parallel fuhr der Mann aus Le Mans auch noch das 24 Stunden Rennen in seiner Heimatstadt. Als beste Platzierung sprang 2001 ein vierter Platz für das Pescarolo Team heraus.

Nach dem Formel 3000 Titel im Jahr 2002 durfte Bourdais bereits für einige Formel 1-Teams testen. Aber weder der Rennstall Arrows noch seine alten Förderer von Renault wollten den Franzosen fest unter Vertrag nehmen. So wechselte Bourdais über den großen Teich in die US-Amerikanische Cart-Serie. Hier erhielt er einen Platz im erfolgreichen Newmann/Haas-Team. Gleich in seinen ersten beiden Rennen schnappte sich der Neuling die Pole Position, in Cleveland gab es später sogar einen Sieg, wodurch der "Rookie of the Year" am Ende auf Rang vier in der Meisterschaft landete.

2003 wurde es bei den ChampCars dann richtig erfolgreich. Gleich vier Mal in Folge sicherte sich Bourdais in der populären Single-Seater Meisterschaft den Titel. In seiner letzten Saison 2007 dominierte der Blondschopf mit acht Siegen in 14 Rennen die Serie dermaßen, dass er auch für die Formel 1 wieder ein Thema wurde. Im Herbst lud ihn schließlich Gerhard Berger zum Toro Rosso-Test nach Spa-Francorchamps ein, wo er auch einen Vertrag für die Saison 2008 angeboten bekam.

Als Teamkollege von Sebastien Vettel ging der bereits 29-Jährige im März in Australien in seine Premieren-Saison in der Königsklasse. Schon das erste Rennen begann verheißungsvoll: Drei Runden vor dem Ende lag Bourdais aussichtsreich auf Rang vier, als ihn Motorenprobleme zur Aufgabe zwangen. Wegen der vielen Ausfälle beim Saisonauftakt sammelte der Toro Rosso-Pilot als Siebter immerhin noch zwei WM-Punkte. In den restlichen 17 Saisonrennen konnte Bourdais allerdings nur noch ein einziges Mal in Punkte fahren und stand dabei deutlich im Schatten seines Teamkollegen.

2009 sollte sich Bourdais wieder nicht durchsetzen können. Sein neuer Teamkollege hieß zwar nicht Sebastian Vettel, sondern Sebastien Buemi, doch außer einem mageren Punkt in Australien und Monaco konnte Bourdais nichts erreichen. Toro Rosso zog die Konsequenzen daraus und servierte den Franzosen nach dem Rennen auf dem Nürburgring ab.