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Aktuelle Navigationssysteme im Überblick

Welche Navigation für wen?

Navigationssysteme Foto: press-inform 27 Bilder

Auf der Suche nach einer sicheren Passage richteten sich Seefahrer früher nach den Gestirnen. Heute gucken Navigationssysteme in den Himmel und führen zielsicher den Weg. Welches Navi hat den klarsten Blick? Nachrüstgerät, portables Navi oder das fest verbaute System?

25.08.2009

Die Zeiten, in denen man sich auf der Strecke Mannheim - Bremen durch unübersichtliches Kartenmaterial wühlte, sind vorbei. Navigationssysteme sind längst an die Stelle eines ortskundigen Beifahrers gerutscht. Immer mehr Fahrzeuge sind mit einem Navigationssystem unterwegs. Die Preisspannen der Systeme sind mächtig. Welches System ist für welchen Kunden das Richtige?

Stimme des Navigationssystems bringt einen sicher ans Ziel

Mit einer Straßenkarte oder einem betagten Atlas auf den Knien möchte sich heute niemand mehr durch den Großstadtdschungel wühlen. Das ist nicht nur umständlich, sondern auch gefährlich. Die Augen gehören auf die Straße. Die Stimme des Navigationssystems bringt einen sicher von Zwickau nach München und zurück. Zunächst wird bei den Routenfindern zwischen mehreren Systemarten unterschieden: Die einen Navigationsysteme sind fest mit dem Fahrzeug verbunden. Mit oder ohne Bildschirme übernehmen sie zusätzlich die Aufgaben von Bordcomputern, Soundsystem und Autotelefon. Hierfür sind schnell deutlich mehr als 1.500 Euro fällig. Die günstigere Variante kostet ab 100 Euro und kann beim Technik-Discounter oder Baumarkt erstanden werden. Meist per Saugnapf wird der intelligente Wegweiser an der Windschutzscheibe befestigt.

Genauigkeit von portablen Navigatiuonssystemen lässt zu wünschen übrig

Die portablen Navigationssysteme lassen sich meist über einen Touchscreen bedienen. Zudem gibt ein kleiner Kartenausschnitt Informationen über Ort, Wegstrecke und Routenführung. Die Genauigkeit lässt bisweilen zu wünschen übrig, weil die Systeme über kein Tachosignal verfügen. So kann es an unübersichtlichen Kreuzungen oder bei höheren Geschwindigkeiten schon einmal schwierig werden. Doch auch Vorteile liegen auf der Hand. Man kann die kleinen Nachrüstsysteme auch zum Wandern oder Radfahren nutzen oder beim Fahrzeugwechsel mitnehmen. Zudem haben sie die üblichen Funktionen der beliebten Handhelds und organisieren so das Tagesgeschäft. Die Preise für Modelle wie TomTom Go, Garmin Streetpilot oder ähnliche Geräte liegen bei 100 bis 600 Euro. Die nötige Satellitenantenne befindet sich versteckt im Innern und der Strom kommt aus dem Zigarettenanzünder. Die Karteninformationen kommen von einem auswechselbaren Speicherchip.

Inboard-Systeme sind im Auto zur Navigation besser geeignet

Deutlich besser für das Auto geeignet sind die Inboard-Systeme. Die werden bereits ab Werk im Auto verbaut und bieten eine genaue Routenführung - mit oder ohne Bildschirm. Wer einmal ein Navigationssystem mit Kartendarstellung besessen hat, wird sich mit einem kleinen System kaum mehr zufrieden heben. "Die Anteile der Festeinbau-Navigationssysteme ohne Karte geht zurück", erklärt Audi-Pressesprecher Udo Rügheimer, "dafür nehmen immer mehr Kunden die großen Bildschirmsysteme." Audi ist im Premiumsegment seit Jahren der Marktführer. Mehr als 60 Prozent der Auto-Neuwagen verfügen ab Werk über ein fest eingebautes Navigationssystem. Auf den Plätzen folgen BMW und Mercedes mit knapp jeweils rund 55 Prozent. Die Tendenz ist bei allen steigend.

Navigationsradios zum Nachrüsten

Ein Bildschirmsystem hat zahlreiche Vorteile. So gibt es gerade in unbekanntem Terrain einen guten Überblick über die aktuelle Position. Die einfacheren Systeme greifen an Bord auf das gleiche Kartenmaterial und arbeiten genauso genau. Jedoch gibt es keine große Landkarte in der Mittelkonsole, sondern lediglich einen Mini-Bildschirm mit Pfeildarstellung und Symbolen. Die Systeme sind genau auf das Auto abgestimmt. Die Navigationsdaten stammen von einem Lesegerät (CD, DVD oder Festplatte), das im Auto untergebracht ist. Wessen Auto über kein Navigationssystem verfügt, der kann zum Beispiel ein Radio gegen ein Navigationsradio austauschen. Die Preise für die weit verbreiteten Navigationsradios (z.B. Becker Traffic Pro) liegen zwischen 600 und 1.500 Euro. Ein Bildschirmnavigationssystem wird bei der Fahrzeugbestellung geordert und kostet zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Die meisten Systeme lassen sich noch zu einem TV-Bildschirm aufrüsten. Nachrüstlösungen gibt es ebenfalls - für mindestens 1.200 Euro. Einige Hersteller lassen sich bei diesen Preisen selbst noch die Kompatibilität mit einem Mobiltelefon via Bluetooth extra bezahlen.

Bedienung des Navigationssystems auch per Spracheingabe möglich

Der große Vorteil der fest im Fahrzeug verbauten Systeme ist nicht nur die genauere Routenführung, sondern die zumeist leichtere Bedienung und verfügbaren die Informationen über Staus, die per TMC-Signal (Traffic Message Channel) oder Autotelefon an den Navigationsrechner übertragen werden. So können Staus sicher umfahren werden. Auch die nächste Tankstelle oder das nächste Einkaufszentrum wird im Handumdrehen gefunden. Zudem können mittlerweile die ersten Navigationshilfen per Sprache besonders sicher bedient werden. Besonders angenehm sind die neuen Festplattensysteme. Durch die großen Speichermöglichkeiten muss man beim Grenzübertritt keine CD oder DVD wechseln. Das ist nervig und die zusätzlichen Datenträger kosten extra.

Handys als Navigationssystem nicht empfehlenswert

Wer häufig im Auto unterwegs ist, sollte sich für ein fest installiertes System mit Bildschirm entscheiden. Das ist teuerste, aber auch komfortabelste Lösung. Wer mit weniger zufrieden ist, sollte zum Radio-Navigationssystem oder den Zubehörsystemen von Falk, TomTom oder Navigon greifen. Die einfachen Handheldsysteme sind zumeist nur etwas für gelegentliche Routenführungen. Die Finger sollte man jedoch von den Notebook- und Handy-Systemen lassen. Die Handy-Systeme sind oftmals überfordert und man bezahlt für jede Route extra. Die Notebook-Systeme sorgen nicht nur Kabelsalat, sondern auch für Unsicherheit im Auto. Ein Computer hat auf dem Beifahrersitz nichts zu suchen. Handy-Navigation hat sich bei Autofahrern nicht durchgesetzt. Es gibt Onboard-Systeme, bei denen Navigationssoftware und Kartenmaterial im Handy enthalten sind (Kosten ab 60 Euro). Offboard-Systeme sind mit ca. 200 Euro billiger, dafür muss man aber für jede Routenberechnung einen kostenpflichtigen Mobilfunkservice nutzen. Allerdings entfallen auch die Update-Kosten für neues Kartenmaterial.

Navigationssystem auf der Windschutzscheibe

Die technischen Möglichkeiten von Navigationssystemen sind schon lange nicht mehr auf Bildschirme mit simplen Straßenkarten begrenzt. In den USA und Asien wurden bereits Navigationssysteme mit dreidimensionaler Kartendarstellung und detaillierten Gebäudeansichten entwickelt, die fast an den Computerspiel-Klassiker "Sin City" erinnern. Ungeahnte Möglichkeiten bieten auch Head-Up-Displays.

So spiegelt das Display in Citroens neuer Luxuslimousine Citroen C6 oder die großen BMW-Modelle nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch Navigationshinweise direkt in die Windschutzscheibe. Damit wird die Ablenkung von der Fahrbahn auf ein Minimum reduziert. In etwa vier Jahren soll außerdem das europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo einsatzbereit sein. Galileo stützt sich auf 30 Satelliten, untersteht nicht wie das amerikanische GPS einer militärischen Kontrolle und soll noch genauer arbeiten als die aktuellen Systeme.

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