Platzangebot: So testet auto motor und sport das Platzangebot

Mit Messpuppe und Maßband ermittelt auto motor und sport viele Werte, die zusammen mit der subjektiven Bewertung des Raumgefühls die Basis für die Beurteilung des Platzangebotes sind.

Immer, wenn ein neuer Testwagen in die Tiefgarage der Redaktion rollt, hat Twiggy ihren großen Auftritt. Damit ist nicht etwa das spindeldürre Fotomodell aus den sechziger Jahren gemeint, sondern eine Messpuppe zur Ermittlung der Innenmaße, die aber genauso wenig Fleisch auf den Rippen hat. Trotzdem wiegt das auto motor und sport-Model 75 Kilogramm, damit sie beim Bestimmen der Innenhöhe ebenso tief in die Sitzpolster einsinkt wie ein Durchschnittsfahrer. Twiggy dient dazu, den Fahrersitz in eine für alle Testwagen identische Position zu bringen, um vergleichbare Messwerte zu erhalten.

Das betrifft die Lehnenneigung, die mit Hilfe einer integrierten Libelle auf 25 Grad eingestellt wird, und die Längsposition. Diese wird so justiert, dass der Fuß der Puppe leicht auf dem Gaspedal aufliegt. Als Erstes ermitteln die Tester die Innenhöhe mit einer integrierten Messschiene. Ein am Becken angebrachtes Maßband - bis zur vorderen Sitzkante herausgezogen - liefert die Sitztiefe. Mit einer separaten Messschiene wird auf einer definierten Höhe die Innenbreite vorn bestimmt. Danach wechselt Twiggy auf die Rückbank, wo die gleichen Werte für den Fond erhoben werden. Jetzt wird mit dem Maßband der Abstand zur Rückseite des Fahrersitzes gemessen. Da dieser sich immer noch in der definierten Ausgangsposition befindet, ist dieses wichtige Maß der so genannte Normsitzraum. Angegeben wird auch der Sitzraum bei ganz nach vorn und nach hinten gerücktem Fahrersitz.

Bei Kombis, SU V und Vans wird zusätzlich die Höhe der Ladekante, die Stehhöhe unter der Heckklappe sowie das Quadermaß mit und ohne umgeklappte Rücksitzbank bestimmt. Dieses Maß gibt die Länge, Breite und Höhe des größtmöglichen Quaders an, der gerade eben noch in den Laderaum passt. Unabhängig von den Messwerten wird schließlich auch das subjektive Raumgefühl bewertet: Drückt eine breite Mittelkonsole seitlich aufs Bein des Fahrers? Können die hinteren Passagiere ihre Füße unter die Vordersitze stellen? Schränkt der Mitteltunnel den Fußraum im Fond ein? Wie weit sind die Köpfe seitlich von Tür- und Dachrahmen entfernt? Wichtige Kriterien, die abseits der Zahlen und Messwerte ebenfalls in die Bewertung einfließen.

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Holger Wittich

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