Beschleunigungstest

So testet auto motor und sport die Beschleunigung und Elastizität

Mit einer satellitengestützten GPS-Einheit ermittelt auto motor und sport die Beschleunigung und Elastizität seiner Testwagen.

Ob Autoquartett oder Stammtisch- Gespräch: Kaum ein Messwert steht so im Focus von Autofans wie die Beschleunigung, vor allem die von null auf 100 km/h. Die Ermittlung der Fahrleistungen gehört auch bei sämtlichen Tests von auto motor und sport zum Kernprogramm. Während früher mit einem außen am Fahrzeug angebrachten Peiseler- Rad gemessen wurde, setzt auto motor und sport inzwischen auf eine satellitengestützte, hochgenaue GPS-Einheit. Um die optimalen Zeiten zu erzielen, bedarf es einiger Erfahrung: Zunächst werden elektronische Systeme wie ESP und ASR deaktiviert, die sonst bei durchdrehenden Rädern die Motorleistung zurückfahren.

Bei Wagen mit Handschaltung gilt es nun, die optimale Einkuppel-Drehzahl zu finden, bei der die Räder beim Losfahren leichten Schlupf haben. Drehen sie nicht durch, sackt die Motordrehzahl auf den ersten Metern zu sehr ab, bei zu viel Schlupf leidet die Traktion. Nach dem Einkuppeln werden die Gänge bei einem Benziner bis kurz vor den Begrenzer gedreht.

Turbodiesel, die bereits im unteren Drehzahlbereich ihre maximale Kraft entwickeln, beschleunigen hingegen oft schneller, wenn schon etwas früher in den nächsthöheren Gang geschaltet wird. Je nach Leistung des Fahrzeugs ermittelt das GPS-System Beschleunigungszeiten weit über 300 Stundenkilometer in 10-km/h-Schritten. Da trockener Asphalt unabdingbar ist, geht es in Abhängigkeit von den Witterungsbedingungen auf den Grand-Prix-Kurs nach Hockenheim, den Flughafen Lahr oder auf die italienische Teststrecke Vizzola bei Mailand.

Sämtliche Fahrzeuge werden grundsätzlich vollgetankt und mit zwei Personen besetzt. Obwohl die Messungen auf ebener Strecke stattfinden, misst auto motor und sport zur Kompensation von Windeinflüssen zwei Mal in gegenläufiger Richtung. Nach ähnlichem Muster verlaufen auch die Elastizitätsmessungen, bei denen mit vorgegebener Startgeschwindigkeit in einem festen Gang durchbeschleunigt wird. Da Messwerte je nach Reifentyp, Temperatur oder Fahrbahnoberfläche variieren, misst auto motor und sport jedes Fahrzeug für jeden Test neu. Der Golf GTI trat für den aktuellen Vergleich mit dem Honda Civic daher schon zum neunten Mal an. Für den Sprint auf Tempo 100 ließ er sich bei den neun Messdurchgängen zwischen 6,8 und 7,3 Sekunden Zeit. Klar, welchen Wert sich GTI-Fans für das nächste Stammtischgespräch merken.

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Holger Wittich

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