Zum Standardprogramm aller auto motor und sport-Einzel- und Vergleichstests gehören drei exakt definierte Fahrmanöver. Das sind ein Slalom-Parcours mit 18 Meter Pylonen-Abstand sowie zwei doppelte Spurwechsel. Der so genannte ISO-Wedeltest nach ISO/TR 3888 simuliert ein Ausweichmanöver auf der Autobahn mit anschließendem Zurücklenken auf die rechte Fahrspur. Ähnlich aufgebaut ist der VDA-Ausweichtest, dessen Parcours jedoch deutlich enger gesteckt ist und der bei niedrigeren Geschwindigkeiten durchgeführt wird.
Alle Tests werden jeweils leer (nur Fahrer und Beifahrer) sowie mit voller Zuladung und aktiviertem ESP durchgeführt. Beim VDA-Ausweichtest, der aus dem berühmt-berüchtigten Elchtest hervorgegangen ist, geht es in erster Linie um Aussagen zur aktiven Sicherheit: Bleibt das Fahrzeug beherrschbar? Wie groß ist der Lenkaufwand? Besteht eine Kippneigung? Neben den Abmessungen der Pylonengasse ist festgelegt, dass die Gasse im Schiebebetrieb durchfahren wird, und zwar im höchsten Gang, bei dem die Motordrehzahl nicht unter 2000/min liegt. Das soll den Fahrereinfluss verringern.
Ermittelt wird die größtmögliche Einfahrgeschwindigkeit, mit der ein Durchfahren des 61 Meter langen Parcours ohne Berührung der Pylonen möglich ist, sowie die dazu gehörige Ausfahrgeschwindigkeit. Die hängt auch davon ab, wie stark ESP-Eingriffe das Auto verzögern. Wesentlich dynamischer läuft das ISO-Wedeln ab. Gute Sportwagen erreichen hier Werte um 150 km/h. Dieser Test erlaubt über die reine Geschwindigkeit hinaus auch eine subjektive Beurteilung des Testwagens in Bezug auf Lenkung und Eigenlenkverhalten (Unter- oder Übersteuern). Spezielle Tests wie der Konzeptvergleich von Autos mit Allrad- und Zweiradantrieb oder auch der Master-Test werden durch weitere Fahrmanöver wie Kreisbahn und Handling- Kurs zur Ermittlung der fahrdynamischen Qualitäten ergänzt.


