Abstandstempomat

So testet auto motor und sport die Funktion der Abstandstempomaten

Abstandstempomaten mit Radar sollen Sicherheit und Komfort erhöhen. Wie gut sie funktionieren, prüft auto motor und sport regelmäßig.

Uff, das war knapp. Just in dem Moment, als der Fahrer den Radiosender wechselt und kurz abgelenkt ist, bremst der Vordermann. Nur mit einer Vollbremsung und etwas Glück lässt sich ein Auffahrunfall noch verhindern. Adrenalinschübe dieser Art gehören vielleicht bald der Vergangenheit an. Denn inzwischen bieten immer mehr Autohersteller gegen Aufpreis ACC-Systeme an (Adaptive Cruise Control), die den Abstand zum Vordermann permanent überwachen und mittels Bremse sowie Gas konstant halten. Da es bei Abstandsregeltempomaten noch riesige Qualitätsunterschiede gibt, überprüft sie auto motor und sport in regelmäßigen Abständen und mit großem Aufwand.

So müssen die Probanden ihre Talente zunächst im Autobahnverkehr beweisen. Dabei zeigt sich, wie zuverlässig die radarbasierten Systeme monotone Kolonnenfahrten bewältigen, ob sie in engen Autobahnkurven den Kontakt zum Vordermann verlieren oder sich von Lkw auf der Nebenspur irritieren lassen. Unharmonische Reaktionen wie spätes und hartes Bremsen führen dabei ebenso zu Punktabzug wie zu zögerliches Beschleunigen bei freier Autobahn. Da einige ACC-Systeme bis zum Stillstand verzögern und automatisch wieder anfahren, stellen sich die Tester ausnahmsweise sogar freiwillig in Staus. Auch Ausfahrten bei schlechtem Wetter gehören zum Programm. Schließlich quittieren einige Radare bei Regen unvermittelt den Dienst. Die Erfahrungen ausgiebiger Testfahrten im normalen Straßenverkehr werden durch Messungen auf abgeschlossenem Terrain ergänzt.

Hier können die maximalen Beschleunigungsund Verzögerungswerte gefahrlos ermittelt oder kritische Manöver ausprobiert werden. Denn sowohl knappes Einscheren hinter den Vordermann als auch das Auffahren mit sehr hohen Geschwindigkeitsunterschieden sind für öffentliche Straßen zu gefährlich.

Neben Fahrsicherheit und Komfort fließt auch die Bedienung ins Testergebnis ein. Schließlich lassen sich längst nicht bei allen ACC-Systemen Wunsch-Geschwindigkeit oder Abstand zum Vordermann mit einem Handgriff programmieren. Auch die optische Umsetzung von Warnhinweisen in Notfallsituationen oder der gewählten Einstellungen fällt bei einigen Herstellern dürftig aus, was zu Punkteabzug führt. Selbst wenn die junge Technologie noch nicht ganz den Reifegrad aktueller ABS- oder ESP-Systeme aufweist, zeigt sich doch, dass Abstandstempomaten das Risiko von Auffahrunfällen auch heute schon enorm reduzieren können.

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Holger Wittich

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