Moderne Infotainmentsysteme machen das Autofahren einfacher und angenehmer. So weit die Theorie. Doch trotz großer Fortschritte und vieler neuer Funktionen finden sich in einigen Autos immer noch äußerst mäßige Navigationsgeräte, Radios oder HiFi-Anlagen. Schon bei einfachen UKW-Empfängern tun sich riesige Unterschiede auf. Daher geht auto motor und sport bei jedem Infotainment-Test auf eine etwa 40 Kilometer lange Teststrecke zwischen Stuttgart und der Schwäbischen Alb. Im Stadtbereich mit seiner hohen Senderdichte zeigt sich, ob das UKW-Teil in der Lage ist, Sender klar voneinander zu trennen, oder ob Störungen durch Nachbarstationen auftreten. Doch es gilt noch weitere Empfangssituationen zu meistern: Da ein und dasselbe UKW-Programm je nach Region auf unterschiedlichen Frequenzen ausgestrahlt wird, bekommt nur der Tuner volle Punktzahl, der möglichst schnell und unhörbar zwischen den einzelnen RDS-Frequenzen hin- und herschaltet.
Auch Navigationsgeräte müssen ihre Talente auf langen, mit Problemstellen gespickten Teststrecken beweisen. Tunneldurchfahrten, dicht nebeneinander verlaufende Parallelstraßen oder komplexe Kreuzungssituationen stellen hohe Anforderungen an die Positionierungsgenauigkeit und das Timing der Sprachansagen.
Navigationssysteme: unklare Ansagen führen zu Punkteverlust
Unklare Anweisungen führen dabei ebenso zu Punktabzügen wie Ortungsprobleme. Jedes Navi muss zudem zehn unterschiedlich weit entfernte Ziele ohne Umwege ansteuern. Ebenfalls komplex gestaltet sich die Beurteilung von aufpreispflichtigen HiFi-Systemen, wie sie von Bose, Harman/Kardon oder Bang & Olufsen für viele Fahrzeuge angeboten werden. In langen Hör-Sessions mit speziellen Musik-CDs spüren erfahrene Tester die Stärken und Schwächen einzelner Anlagen auf.
Messungen von Frequenzgang und Maximalpegel geben zusätzlich Auskunft über die Güte der Komponenten und fließen mit in die Bewertung ein. Geschulte Hörer beurteilen auch die Sprachqualität von Handy-Freisprecheinrichtungen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen 50 und 160 km/h. Sind die Gesprächspartner schwer zu verstehen oder reißen Gespräche häufig ab, wird dies mit Punktabzug bestraft. Trotz ihrer vielen Funktionen sollten Infotainmentsysteme einfach und sicher bedienbar bleiben. Um dies zu überprüfen, misst auto motor und sport per Stoppuhr, wie lange es dauert, Navigationsziele einzugeben, Radiosender aufzurufen oder den Verkehrsfunk zu aktivieren. Zusammen mit der subjektiven Beurteilung von Menülogik und Blickablenkung gehen die gemessenen Zeiten mit 50 Prozent in die Bedienungs-Bewertung ein.


