Supertest Jeep Cherokee 23 Bilder Zoom

Jeep Cherokee 2.8 CRD im Supertest: Kumpeltyp mit rauem Charme - der Cherokee

Der neue Jeep Cherokee im Supertest: Bei Fahrwerk und Antrieb sind die Unterschiede zum bisherigen Modell so groß nicht, dafür aber die Form. Der Neue sieht aus wie Commanders kleiner Bruder.

Nun also wieder kantig - fast scheint es, als müsse sich Jeep mit jeder Generation Cherokee neu erfinden. Der erste, 1974 vorgestellt, war noch ein Saurier aus der guten, alten Fullsize-Zeit - mit Motorenbrocken von bis zu 6,6 Liter Hubraum behängt. Generation zwei, der heute fast schon legendäre XJ, nahm 1984 das Thema Downsizing vorweg: Liebling, ich habe den Jeep geschrumpft.

Mit der Verkehrsfläche eines VW Golf wurde er zum Massenliebling. Dank des niedrigen Gewichts und der später eingeführten High-Output-Reihensechszylinder mit bis zu 185 PS kam er sogar in Deutschland auf richtig gute Absatzzahlen. Vollausstattung, niedriger Schwerpunkt und bärige Kraft zogen viele Umsteiger aus dem Pkw-Lager zur Marke Jeep. Erst mit dem letzten Modell, dem KJ, geriet das Interesse ins Stocken. Ob es der emotionslose V6-Motor, die radikal neue Rundoptik oder die Abkehr von der reinen Lehre (keine vordere Starrachse mehr) war, lässt sich im Nachhinein kaum noch bestimmen.

Neuer Jeep Cherokee mit gestreckter Karosserie

Der neue Cherokee, Modellcode KK, versucht es jedenfalls wieder über die Optik. Er ist gewachsen, obwohl das Messblatt sogar einige Millimeter weniger Außenlänge ausweist: Durch den Verzicht auf das außen liegende Ersatzrad konnte die Karosserie gestreckt werden. Dennoch sitzt der Cherokee seinem Fahrer eher wie ein Handschuh, statt fürstliche Weite zu bieten. Beklemmungen kommen keine auf, obwohl der gewaltig ausgebeulte Getriebetunnel weit in den Fahrerfußraum ragt. Auf den Rücksitzen ist alles beim Alten: Kinder und nicht gar zu üppig dimensionierte Erwachsene haben dort ihr Auskommen, Großgewachsene finden es eher ungemütlich auf den kurzen Sitzen mit der knappen Beinfreiheit.

Keine Experimente beim Motor

Ein Benziner wird in Deutschland gar nicht erst angeboten, und statt der teuren Mercedes-Motoren aus Grand Cherokee und Commander kommt weiterhin der wohlbekannte VM-Diesel zum Einsatz. Ein ziemlich ruppiger Geselle, der noch das alte Lied von Freiheit und Abenteuer brummt. Leises Säuseln und sanfte Arbeitsweise sind ihm fremd. Im Leistungsbereich bekommt der Vierzylinder richtig dicke Backen, hohe Drehzahlen mag er dagegen nicht. Entsprechend eignet sich der Jeep Cherokee auf der Straße kaum als Sprinter. Bei hohem Tempo wird er nicht nur unangenehm laut, sondern auch teuer - der Verbrauch steigt bei mehr als Tempo 120 dramatisch an. Die Federung ist prinzipiell passabel gelungen, die straffen Dämpfer halten das Fahrwerk aber rigide im Zaum, was besonders auf langen Bodenwellen zu Wippbewegungen führt.

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Cherokee taugt auch als Gelände- und Fernreise-Nutztier

Für den Einsatz als Gelände- und Fernreise-Nutztier scheint der Cherokee dagegen bestens gewappnet. Die kurze Geländeübersetzung erlaubt trotz Automatikgetriebe eine vorbildliche Kriechgeschwindigkeit, mit der man auch unter kniffligen Bedingungen stets Herr der Lage bleibt. Neu an Bord sind die virtuellen Bergführer: Assistenzsysteme unterstützen bei Steilabfahrten ebenso wie beim Starten im Hang – wobei Letzteres beim Automatikmodell nicht zwingend notwendig zu sein scheint, aber dennoch beruhigt.

An anderer Stelle bleibt der Cherokee allerdings einer bereits seit dem Vorvorgänger gepflegten Unsitte treu: Sein Bauch hängt für einen waschechten Geländewagen beschämend niedrig. Gerade 180 Millimeter beträgt der Freigang unter der Vorderachse. Das ist noch nicht einmal der schlechteste Wert, denn beim gleichseitigen Einfedern reduziert sich diese dünne Luftschicht weiter. Mehr denn je sind Benutzer, die ihren Cherokee oft und deftig durch die Botanik scheuchen wollen, auf Zubehörteile angewiesen, um mehr Bodenfreiheit und damit auch mehr Schutz vor Beschädigung zu erreichen.

Die Gene des Urahns Willys sind noch vorhanden

Diesen Umbaumaßnahmen kann man sich dann auch gleich der Plastikverkleidungen des Unterbodens entledigen, die halten ernsthaftem Geländeeinsatz ohnehin nicht stand. Sie sind einzig aus aerodynamischen Gründen dort unten angeheftet und suchen bei der erstbesten Gelegenheit das Weite, so auch im Supertest. Wenn Ihnen also künftig jemand erzählt, wie hart die letzte Geländetour mit seinem neuen Cherokee war, sehen sie einfach darunter: Hängen die Plastikplatten noch an Ort und Stelle, handelt es sich um die Allrad-Version des beliebten Jägerlateins.

Eines darf man bei alledem aber nicht: den Cherokee unterschätzen. Die Gene des Urahns Willys sind alle noch vorhanden. Selbst bei seiner niedrigen Bodenfreiheit sind die untersetzungsfreien SUVs seiner Größe im Gelände zu Statisten degradiert, sobald er die Bühne betritt.

Foto

4wf

Datum

30. Dezember 2008
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