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Mercedes CLK 63 AMG Black Series im sport auto-Supertest

Das Mercedes-Sporttalent im Extrem-Test

Foto: Herzog, Gargolov 16 Bilder

Gegen die unter praktizierenden Sportfahrern bislang vorherrschende Meinung, der gemäß das Temperament von AMG-Preziosen vornehmlich bei Geradeausfahrt ermittelt werden kann, hat die Mercedes-Sportdependance ein starkes Argument entwickelt: den CLK 63 AMG Black Series.

17.03.2010 Horst von Saurma Powered by

Eine schwarze Serie wird gemeinhin mit einer längeren Abfolge negativer Ereignisse gleichgesetzt. Ob es das war, was die Namensgeber beim Aus-der-Taufe-Heben ihrer heißesten Sportliga im Sinn hatten, darf nun ernsthaft bezweifelt werden. Dies erst recht, als es sich beim CLK 63 AMG "Black Series" eigentlich um den ersten echten Vertreter dieser im neuen AMG Performance Studio entwickelten Sonderserie handelt und daher von einer Serie im herkömmlichen Sinn ohnehin noch keine Rede sein kann. 
Bislang gab es nur eine Prototypen-Variante auf Basis des SLK 55 AMG. Sie wurde in Zusammenarbeit mit sport auto im Rahmen eines "Tune up" erstmals im Detail vorgestellt, und entsprechend wurde der jeweilige Beitrag von Motor, Fahrwerk und Bremsen auf das sportliche Gesamtergebnis hin untersucht und mit Messwerten unterlegt. 
Zusammengezählt wird bekanntlich immer erst am Schluss. So wird erst eine, hoffentlich, lange Reihe knackig-sportlicher Black Series-Versionen Klarheit darüber schaffen, ob mit dieser energiegeladenen AMG-Initiative tatsächlich eine schwarze Serie ihren Anfang nahm, oder ob mit ihr nicht doch vielleicht eher voll ins Schwarze getroffen wurde. 
Die Sterne für letztere Annahme stehen gewiss nicht schlecht. Denn was das Performance Studio beim bisher sportlich noch wenig profilierten CLK 63 AMG an Talenten freilegen konnte, kann sich wahrhaftig sehen lassen. 
Die lang ersehnte Freigabe der Konzernmutter, das tun zu können, was zur Schärfung des sportlichen Profils notwendig ist, hat AMG nunmehr in die versöhnliche Lage versetzt, dem unter dem eigenen Label laufenden DTM-Einsatz endlich etwas Adäquates für die Straße entgegenzusetzen: Einen Sportwagen nämlich, dem nicht gleich der Ruch einer lächerlichen Alibi-Funktion angeheftet werden kann, sondern der auch fahrdynamisch betrachtet ein glaubhaftes Statement darstellt. Wenn im Pressetext wie gewohnt hochtrabend von "Formel 1-Technologie für die Straße" schwadroniert wird, so ist der Bezug - wohlwollend betrachtet - in diesem Fall nicht völlig an den Haaren herbeigezogen.

Ein glaubhafter Vertreter des sportlichen Images

Immerhin lässt sich zur Formel 1-Szenerie eine atmosphärische Beziehung herstellen. Das Black Series-Sondermodell basiert nämlich auf dem seit 2006 in der Formel 1 eingesetzten Safety-Car, was nicht bloß durch optische Analogien - große Kühlluftöffnungen in der Front, verbreiterte Kotflügel und die Heckschürze mit Diffusoroptik -, offenkundig wird, sondern auch in technischer Hinsicht Niederschlag findet. 
Dass außer der bei AMG gewohnheitsmäßig bei jedem Anlass vorgenommenen Leistungssteigerung auch in den bisher mit weniger Augenmerk bedachten Bereichen Fahrwerk, Lenkung und Bremsen einschneidende Modifikationen vorgenommen worden sind, ist ein ebenso bemerkenswerter wie löblicher Vorgang. 
Das neu entwickelte Gewindefahrwerk mit 19-Zoll-Schmiederädern, die veränderten Radaufhängungen, die stärker dimensionierte Bremsanlage und last but not least die neue Lenkung sind neben den gezielten Versteifungsmaßnahmen an der Rohkarosse als starkes Indiz für den endgültig erfolgten Wertewandel bei AMG anzusehen. 
Auch die angemessene Programmierung der siebengängigen Automatik namens Speedshift 7G-Tronic, die im manuellen Fahrprogramm weder ein automatisches Herunterschalten bei Volllast beziehungsweise beim Kickdown ermöglicht, noch beim Erreichen der Drehzahlgrenze selbsttätig hochschaltet, lässt ein klares Verständnis dafür erkennen, was dem – wenn auch nur gelegentlich im Grenzbereich praktizierenden – Sportfahrer am Herzen liegt. 

Für den seitens AMG erstmals offenherzig empfohlenen Rennstreckenbetrieb lässt sich die Fahrwerkseinstellung sogar in Profi-Manier nach Gusto variieren. So sind nicht nur die Niveaulage, sondern auch die Zug- und Druckstufe der Stoßdämpfer, die Spur und der Sturz an der Vorderachse und die Spur an der Hinterachse justierbar. 
Beide Achsen verfügen dementsprechend über neue Federlenker, Radträger, Schub-, Sturz- und Zugstreben sowie eine komplett überarbeitete Elastokinematik einschließlich der Federbeindomlager an der Vorderachse. Im Vergleich zum serienmäßigen CLK 63 AMG tritt der Black Series-CLK auch mit um 75 Millimeter breiterer Spurweite an der Vorder- und zusätzlichen 66 Millimetern an der Hinterachse an.
Für ein Plus an Steifigkeit sorgen die Domstreben im Motor und Kofferraum sowie zusätzliche Diagonalstreben im Vorderwagen. Die Krönung erfährt das auf einen reinen Zweisitzer reduzierte Sportcoupé schließlich durch den vom Hersteller ab Showroom vorgesehenen Einsatz von Sportreifen der Marke Pirelli P Zero Corsa, ohne deren Grip fördernden Beitrag die konstruktiv doch tief greifenden Modifikationen sicher nur eingeschränkt wirksam geworden wären.

Reduzierte Ausstattung in hoher Qualität

Erst vor diesem erfreulichen Hintergrund erscheint es gerechtfertigt, dem Interieur jene gleichsam professionelle wie reduzierte Ausstattung mitzugeben, die, wie der Pressetext wiederum etwas hochtrabend vermerkt, mit der „funktionellen Atmosphäre eines echten Rennfahrzeugs“ vorstellig wird. Wohlgemerkt nicht ohne den von AMG sattsam gewohnten Qualitätsnimbus vermissen zu lassen, der sich beispielsweise in handwerklich vorzüglich gearbeiteten Carbon-Zierteilen etwa in den Türinnenverkleidungen und auf der Mittelkonsole bemerkbar macht. 
Einzig und allein das im Durchmesser stark reduzierte, unten abgeflachte Sportlenkrad zeigt sich wegen seines voluminösen Pralltopfs und der extrem dicken, gleichfalls von der Serie übernommenen Lenksäulenverkleidung als schlechter Kompromiss. Das Steuerinstrument liegt mit den unmittelbar hinter dem Kranz befestigten Schaltpaddeln einfach schlecht in der Hand.
Der Verzicht auf die komplette Fondsitzanlage und der als Ausgleich dafür bewerkstelligte Einsatz von perfekt geschnittenen, mit schwer entflammbarem Perlonvelours bezogenen AMG-Sportschalensitzen ist fraglos dem wie immer leidigen Thema Gewicht geschuldet – von der vorzüglichen Passgenauigkeit der Sitze einmal abgesehen. 

Die geringfügige Verbesserung des Leistungsgewichts von nunmehr 3,4 Kilogramm pro PS (Serie: 3,7) resultiert anteilig aus dem insgesamt nur um gut 40 Kilogramm reduzierten Gesamtgewicht von 1.745 Kilo und der Leistungssteigerung von 481 auf jetzt 507 PS. 
Das raumgreifende Temperament des Serien-CLK 63 AMG überflügelt das Black Series-Modell so gerüstet trotzdem nach Belieben. Sowohl im Sprint auf 100 als auch auf 200 km/h enteilt das Black Series-Modell der Basis so locker und leichtfüßig, als sei zusätzlicher Turbo-Boost am Werk. Überdies ist es ihm gestattet, sich dank der Großzügigkeit seines extrem souveränen V8-Antriebs auch im bisher aus politischen Gründen verwehrten Geschwindigkeitsbereich jenseits der 250-km/h-Marke auszutoben. Allerdings halten sich bei den erreichbaren 300 km/h ebenfalls nicht Leistung und Fahrwiderstände die Waage, sondern auch hier begrenzen immer noch elektronische Eingriffe sanft, aber bestimmt den weiteren Vorwärtsdrang. 
Wenn die Bereitstellung eines großvolumigen, kernig brabbelnden 90-Grad-V8 generell als Glücksfall bezeichnet werden kann, so handelt es sich speziell bei dieser, sich schon von der Papierform her geradezu aufdrängenden Hochzeit zwischen 6,3-Liter-Achtzylinder und zweitürigem Coupé um so etwas wie einen wahr gewordenen Traum. Schon weil nachvollziehbarerweise in diesem Umfeld die Anlagen des von AMG von Grund auf in Eigenregie konstruierten Aluminiumblocks extrem gut zur Geltung kommen. Das spontane Ansprechverhalten, die äußerst gepflegte Laufkultur und nicht zuletzt der grandiose Klang verdichten sich zu einem Schauspiel, bei dem sich zwischen den beiden Hauptakteuren – Mensch und Maschine – eine transzendentale Verbindung einzustellen scheint. Anstelle kritischer Bedenken, etwa wegen der politisch unkorrekten Emissionen, macht sich zuvorderst ein großes Einverständnis breit, das – zugegeben – beim Nachfassen von Kraftstoff immer mal wieder einen kleinen Dämpfer erfährt.

Der schwarze Sprinter ist durstig

Ein Minimalverbrauch im Test von 14,3 Liter Super Plus macht sich in der Bilanz nicht so gut – ganz zu schweigen vom Durchschnitts- oder gar Maximalverbrauch. 
Ob es im Hinblick auf mögliche Einsparpotenziale geschah oder ob das Drehzahlniveau einer philosophischen Grundhaltung folgend niedrig gehalten werden musste, ist nicht überliefert. Fakt ist jedenfalls, dass die theoretischen Möglichkeiten der immerhin mit nicht weniger als sieben Gangstufen operierenden Speedshift-Automatik nur unvollkommen genutzt werden – obwohl in diesem Fall die Hinterachsübersetzung bereits um sechs Prozent kürzer gewählt wurde. 
Schon der Sprung von der vierten in die fünfte Stufe ist bei den serienmäßig belassenen Gangübersetzungen so groß gewählt, dass der Motor seine ganze Kraft aufwenden muss, um seine zuvor erworbenen Meriten nicht wieder zu verspielen. Der Höchstgeschwindigkeit nähert sich der Fahrer besser im fünften Gang an. Der sechste erlaubt – rechnerisch – Tempo 377; in der siebten Stufe wären theoretisch sogar astronomische 424 km/h drin. Ein so großes Gefälle und so viel Rückenwind muss man erst mal finden ... 

In Kenntnis der sagenhaften, mit fantastischer Schaltgeschwindigkeit verbundenen Funktionalität des Fünfgangautomaten in der vor Jahren aufgelegten, von HWA gefertigten Kleinserie namens CLK DTM AMG lässt sich eine kleine Enttäuschung nicht verhehlen. Diese stellt sich auch angesichts der doch etwas verzögerten Reaktionen auf die von den Schaltpaddeln am Lenkrad ausgehenden Schaltimpulse ein. Dem serienmäßig an Bord befindlichen, zum Ermitteln der Rundenzeit bereitstehende Racetimer wäre es sicher hier und da vergönnt gewesen, noch bessere Resultate auszuspucken – wenn es einen besseren Konsens hinsichtlich der Getriebeübersetzung gegeben hätte. Der Hinweis, dass die Übersetzungsthematik nur im manuellen und nicht im Automatik-Modus auffällt, ist zwar richtig. Andererseits stimmt es auch, dass der am Limit operierende Fahrer erstens selbst bestimmen will, in welchem Gang er die Passage nimmt, und zweitens ist es eines mit immerhin 630 Newtonmeter antretenden 6,3-Liter-Motors nicht würdig, wenn ihm die Automatik durch hektisches Anbieten kürzer übersetzter Gangstufen ständig suggeriert, zu wenig Power im Strumpf zu haben. Denn das ist ja nun definitiv nicht der Fall. 

Die Schaltung lässt Wünsche offen

Deshalb fällt das Lob zum Motor und der Abstimmungsarbeit des Fahrwerks auch doppelt nachdrücklich aus. Die Agilität des AMG-Sportcoupés verblüfft zuvorderst in einer Art, die für einen – Entschuldigung – Mercedes ziemlich ungewohnt ist. Das Einlenkverhalten lässt bei anspruchsvoller Fahrweise keine Wünsche offen. Gleiches gilt für das angenehme Eigenlenkverhalten, das sich auf der letzten Rille so verheißungsvoll einstellt. 
Die ausgewogene Neutralität ist äußerst bemerkenswert: Weder Untersteuern im Kurveneingang noch übertriebene Übersteuerneigung im Kurvenausgang gehören zum Verhaltensmuster der Black Series-Version, die sich fahrwerkstechnisch auf allerhöchstem Stand präsentiert. Der Umstand, dass diese außergewöhnliche Handlichkeit nicht mit knochentrockener Härte erkauft wird, rechtfertigt das Prädikat Summa cum laude. 
Wer weiß: Vielleicht haben die AMG-Fahrwerke ja schon immer eine solch starke Vorstellung in petto gehabt, nur haben wir sie nicht entdecken dürfen. Die Black Series-Variante erlaubt sich nämlich den bei Mercedes-Produkten normalerweise nicht gestatteten Luxus, dem Fahrer die fantastischen fahrdynamischen Limits auch ganz ohne ESP-Eingriffe näherzubringen. Auch dies ist sicher ein starkes Indiz dafür, dass es der sportlichen Mercedes-Tochter AMG nun endlich erlaubt ist, der Konkurrenz auf Augenhöhe zu begegnen. 

Nürburgring Nordschleife 8.05,00 min
7
maximal 10 Punkte

Das völlig unproblematische Fahrverhalten ist ein Pfund, mit dem die Black Series-Version besonders hier wuchern kann. Ohne tückisches Gebaren absolviert der CLK so trickreiche Passagen wie etwa das von starken Entlastungen und Kompressionen gespickte Streckenstück zwischen Ausgang Pflanzgarten und Eingang Schwalbenschwanz. Mit einer kürzeren Getriebeübersetzung ließe sich die Acht-Minuten-Schallmauer sicher locker durchbrechen.

CLK 63 AMG 17
Hockenheim-Ring Kleiner Kurs 1.13,8 min
8
maximal 10 Punkte

Die hohe, von der Vorderachse ausgehende Agilität findet eine produktive Ergänzung in der gute Traktion der Antriebsachse und im angenehmen Eigenlenkverhalten. Selbst in der Einwirkung des enormen Drehmoments sind keine bösartigen Ausbruchversuche des Hecks zu beklagen. Der Übergang von der Haft- in die Gleitreibung geschieht sanft und nicht abrupt. Die Bremse ist unempfindlich gegen Fading, allerdings ist ihre Wirkung nicht ganz auf Spitzenniveau.

Rundenzeit Hockenheim Mercedes CLK 63 AMG Black Series sportauto0308
Beschleunigung / Bremsen 14,6 sek
8
maximal 10 Punkte

Dank des im Zug mit 30 Prozent und im Schub mit zehn Prozent sperrenden Lamellen-Hinterachsdifferenzials ist die Traktion gut entwickelt. Die Beschleunigungswerte sind dem Leistungsgewicht von 3,4 Kilogramm pro PS sehr angemessen. Den Sprint bis 200 km/h absolviert das 507-PS-Coupé in 14,6 Sekunden – sieben Zehntel schneller als der Basis-CLK 63 AMG. Die Bremsverzögerung erscheint speziell im kalten Zustand verbesserungswürdig. Im heißen Zustand kommen geringfügig bessere Werte zustande, allerdings wird die Qualitätsmarke – 11 m/s² Verzögerungsleistung – in keinem Fall erreicht.

Beschleunigung 0-200 km/h:
14,6 s
Windkanal
9
maximal 10 Punkte

Mit dem aufpreispflichtigen Aero-Kit - Kostenpunkt knapp 7.000 Euro, bestehend aus Frontsplitter und Heckflügel –, stellt der CLK 63 AMG zumindest hinten einen eindrucksvollen Abtrieb dar: Die Hinterachse wird bei 200 km/h mit 345 Newton belastet. Der Frontsplitter kann diese Kraft nicht generieren, sodass sich durch das Aufnickmoment an der Vorderachse ein Auftrieb von 65 Newton einstellt. Ohne das vordere Bauteil würde der Wert sicher erheblich höher ausfallen. Aus optischen Gründen nur auf den Heckflügel zu setzen, wäre also nicht ratsam. Der cW-Wert ist wegen der aerodynamischen Hilfsmittelerwartungsgemäß nur schlecht entwickelt.

Fahrzeugstirnfläche (A):
2,16 m²
Luftwiderstandsbeiwert (cw):
0,38
Luftwiderstandsindex (cw × A):
0,83
Vorderachse bei 200 km/h:
7 kg Auftrieb
Hinterachse bei 200 km/h:
35 kg Abtrieb
Querbeschleunigung 1,25 g
8
maximal 10 Punkte

Ohne den serienmäßigen Einsatz der Sportreifen, Marke Pirelli P Zero Corsa, wären die zum Teil tief greifenden Maßnahmen am Fahrwerk wohl kaum so zur Geltung gekommen. Die vorzügliche Agilität, die der CLK über seine Vorderachse generiert, ist sicher mit ein Verdienst der breiten Aufstandsflächen an der Vorderachse: 265/30 ZR 19. Auf der Hinterachse ist die stattliche, aber keineswegs übertriebene Größe 285/30 ZR 19 montiert. Die Gewichtsverteilung von 55,7 zu 44,3 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse ist für ein Frontmotor-Coupé gut gelungen.

36-Meter-Slalom 137 km/h
10
maximal 10 Punkte

Die Black Series-Variante setzt sich in den Fahrdynamik-Disziplinen ganz deutlich von ihrer Ausgangsbasis ab und bewegt sich nun auf Augenhöhe mit den profiliertesten Sportlern der Szene. Der Hecktriebler zeigt nicht nur eine begeisterende Agilität, sondern auch eine hohe Vertrauenswürdigkeit. Das Gripniveau der Sportreifen spielt hier natürlich ebenso eine entscheidende Rolle. Das bei schnellen Richtungswechseln leichte Drängen des Hecks lässt sich mit der sehr direkt arbeitenden Lenkung hervorragend parieren. Eine Aufschaukel-Tendenz ist nicht zu beklagen.

Ausweichtest 148 km/h
9
maximal 10 Punkte

Das generell unproblematische Fahrverhalten kommt dem starken AMG-Coupé besonders auch bei diesem simulierten, schnellen Spurwechsel entgegen. Die Hinterachse bleibt vorbildlich in der Spur. Die Karosserie zeigt durch die Versteifungsmaßnahmen eine insgesamt sehr geringe Seitenneigung, sodass die Reaktionen auf die Lenkimpulse ungemein direkt umgesetzt werden. Wie die Black Series-Variante beweist, ist ein straffer Auftritt nicht gleichbedeutend mit einer brettharten Federung.

Nasshandling
6
maximal 10 Punkte

Die generell zu beobachtende Tendenz der Reifenhersteller, die Grip fördernden Sportreifen zunehmend alltagstauglicher zu machen, sie also für die nasse Fahrbahn besser zu präparieren, ist auch an diesem Beispiel sehr gut nachzuvollziehen. Dennoch sind die Aquaplaning-Eigenschaften mit denen normaler Straßenreifen nicht gleichzusetzen. Das wird nicht funktionieren, weil der Positivanteil im Profilgesicht mit Blick auf die Gripeigenschaften bei Trockenheit erheblich größer ist. Die Regeln für den Grenzbereich im Trockenen gelten im Wesentlichen auch hier: Das Heck des Black Series CLK bricht nicht abrupt aus, sondern wagt – wenn schon – eher den geschmeidigen Ausfallschritt.

Fazit

Mercedes-AMG hat sich anlässlichseiner 40-jährigen Motorsport-Historie selbst ein schönes Geschenk gemacht. Die Black Series-Variante des CLK 63 AMG ist bei aller Alltagstauglichkeit ein fahrdynamisches Statement, das in dieser Konsequenz tatsächlich Seltenheitswert hat.
Dass zum Beispiels das ESP nun vollständig deaktivierbar ist und nun auch ab Werk die zur umfänglichen Darstellung der Sporttalente unverzichtbaren Sportreifen Verwendung finden dürfen, ist ein markanter Wendepunkt in der AMG-Geschichte. Das Sein hat in der Wertigkeit gewissermaßen endlich Vorrang vor dem Schein erlangt, womit es der Marke nunmehr auch erlaubt ist, mit Waffengleichheit gegen die starke Konkurrenz anzutreten. Vorbei sind hiermit die Zeiten, als sich AMG-Fahrer bei dem Versuch belächeln lassen mussten, die Fahrdynamik auch quer zur Fahrtrichtung ausloten zu wollen. Der Vorwurf, es nur in Längsrichtung zu können, gilt also ab sofort nicht mehr.
Dem charakterstarken 6,3-Liter-V8 haben die AMG-Ingenieure ein Umfeld geschaffen, das (fast) alle Kriterien erfüllt, um als Ersatz für verpasste Fahrfreuden auf öffentlichen Straßen in zunehmendem Maß die Rennstrecke als Ausflugsziel in Betracht ziehen zu können.

Fahrspaß:
9 Punkte
Alltagstauglichkeit:
6 Punkte
Technische Daten
Mercedes CLK 63 AMG Black Series
Grundpreis141.610 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4652 x 1740 x 1400 mm
Hubraum / Motor6208 cm³ / 8-Zylinder
Leistung373 kW / 507 PS (630 Nm)
Höchstgeschwindigkeit300 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,3 s
Verbrauch15,4 L/100 km
Testverbrauch18,4 L/100 km
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