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Mini Cooper S John Cooper Works im Supertest

Der Mini zeigt es den stärkeren Sportwagen

Mini Cooper S JCW Foto: Rossen Gargolov 28 Bilder

Die rund 30.000 Euro teure und 211 PS starke John Cooper Works-Variante des von großem gesellschaftlichen Erfolg verwöhnten Mini ist vom Typ her noch klarer positioniert als die übrigen Modellvarianten - das stärkt den Charakter und fördert die Überzeugungskraft.

22.09.2009 Horst von Saurma Powered by

Das Kennzeichen mit der Buchstabenfolge J-CW hätte es eigentlich nicht gebraucht, um auf den ersten Blick erkennen zu können, was es mit diesem Auto auf sich hat. Zumal eine schlüssige Verbindung zwischen dem in dieser Buchstabenkombination hinterlegten Namenskürzel und der Stadt Jena kaum herzustellen ist. Also nehmen wir diesen Gag ebenso amüsiert zur Kenntnis wie bei den ersten vom Werk bereitgestellten Test-Mini. Sie gingen mit einer Zulassung der Stadt Minden an den Start und traten ihre PR-Touren daher mit einem in seiner Ausdrucksstärke doch etwas eindeutigerem MI-NI-Kennzeichen an.

Mini wird verknüpft mit Coolness und farbenfroher Jugendlichkeit

Bei aller Originalität: Lücken im Bekanntheitsgrad der von der BMW Group mit grandiosem Erfolg wiederbelebten englischen Marke dürften höchstens im dunkelsten Schwarz-Afrika zu beklagen sein - ansonsten dürfte die Popularität des mit höchsten Sympathiewerten ausgestatteten Mini ähnlich wie bei Coca Cola und McDonalds aufgrund seiner Coolness und seiner farbenfrohen Jugendlichkeit einen Sättigungsgrad von beinahe 100 Prozent erreicht haben.

Die für die jugendliche Stamm-Klientel sicher mit etwas mehr Erklärungsbedarf als üblich antretende John Cooper Works-Variante wird den Prozentsatz extrem festigen können, weil das sportliche Spitzenmodell über die ungeheure Sympathiewirkung der Marke hinaus zusätzlich ernsthafte Argumente liefern kann - zumindest für diejenigen, die für derartige Botschaften empfänglich sind.

Von der Zierlichkeit seines Namensgebers ist er weit entfernt

Denn seien wir ehrlich: Ganz so mini wie der Name unterstellt und wie sein Vorgänger auftrat, ist der Mini in seinen äußeren Abmessungen nicht. Eher schon lassen sich der vor allem im Fond sehr beengte Innenraum und die Zuladekapazität mit dem eingängigen Namen in Verbindung bringen. Der Zugewinn an Ernsthaftigkeit ist - so paradox es klingen mag - tatsächlich seinen hinzugewonnenen sportlichen Talenten geschuldet.

Mini Cooper S John Cooper Works im Supertest: Der Mini zeigt es den stärkeren Sportwagen 1:46 Min.

Das von Mini-Erfinder und für dieses Auto in den Adelsstand erhobenen Sir Alec Issigonis erdachte Ein-Rad-an-jeder-Ecke-Prinzip hält nämlich erst dann Vergleichen mit anderen Layouts würdevoll stand, wenn es seine Vorteile auch umfänglich ausspielen kann. Und das gelingt entsprechend seiner Konstitution viel eher im sportlichen Umfeld als auf dem Gebiet des schnöden Transportwesens.

Das Thema Fahrdynamik hat beim Mini Tradition
 
Die Zuspitzung auf das Thema Fahrdynamik hat beim Mini insofern Tradition, als seine berühmten Vorfahren traditionell darum bemüht waren, der durchweg größeren und stärkeren Konkurrenz bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Schmach beizubringen - sei es bei der Rallye Monte Carlo, wo der Mini drei Mal siegreich war, oder bei der frühmorgendlichen Ausfahrt auf den kurvenreichen Straßen des Hochschwarzwalds.
 
Gemäß der Philosophie seines Namensgebers John Cooper, dem als Rennwagen-Pionier und Mini-Tuner keine Tricks fremd waren, bringt sich der neue Mini John Cooper Works sehr intelligent in Stellung, um mit seinem Konzept, das bei Licht betrachtet weder gestern noch heute den ingenieusen Gepflogenheiten entspricht, das Selbstverständnis der Konkurrenz zu erschüttern. Die einmalige Mischung aus Pfiffigkeit, angemessenem Leichtbau und - sagen wir - der Einsatz von vernünftigen Antriebskonzepten macht’s in diesem Fall aus.

Der Mini gibt eine vorbildliche Figur ab
 
In Zeiten, in denen Downsizing aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen zunehmend en vogue ist, gibt der Mini eine vorbildliche Figur ab. Nichts an ihm wirkt protzig, arrogant oder gar aufgesetzt - nicht einmal die schrägen Rallyestreifen auf der Haube. Das beredte Grinsen im Gesicht eingeschworener Mini-Besatzungen legt eindeutig Zeugnis davon ab, welchem Selbstverständnis der Pakt zwischen Mensch und Maschine gerade in Zeiten destruktiver Stimmungslagen unterliegt.
 
Bei der neuen JCW-Variante, deren Nachteil allenfalls darin zu entdecken ist, dass sie in der Testversion preislich bei über 33.000 Euro liegt, ist das nicht anders als bei allen bisherigen, zum Teil deutlich schwächeren Mini-Modellen. Im Gegenteil: Das Maß an Fahrfreude steigt analog zur gestiegenen Motorleistung, wobei es gar nicht mal so sehr die absolute Spitzenleistung ist, die sich positiv auf Gemüt niederschlägt, als vielmehr die dynamischen Umgangsformen schon weit unterhalb des 211-PS-Gipfels.

Selbst Leistungs-Junkies werden mit 211 PS glücklich

Angesichts des am Arbeitsvolumen üblicher PS-Boliden gemessenen, minimalen Hubraums von nur 1.598 Kubikzentimetern, noch dazu verteilt auf nur vier Zylinder, werden auch verwöhnte Leistungs-Junkies von einer Sympathiewelle unerwarteten Ausmaßes überrollt. Der von einem sogenannten Twin-Scroll-Turbolader unter Dampf gehaltene Direkteinspritzer hängt im unteren Drehzahlbereich so spontan am Gas und geht auch darüber hinaus bis zum Leistungszenit bei 6.000/min derart herzhaft zur Sache, dass ihm Lobpreisungen nur so zufliegen.

Mit seiner spezifischen Leistung von beeindruckenden 132 PS pro Liter Hubraum erreicht der quer vor der Vorderachse installierte, als Langhuber ausgelegte Doppelnocken-Vierventiler die technische Klasse eines reinrassigen Sportwagenmotors. Gegenüber den alltäglichen Ansprüchen zeigt sich dieser kompakte Treibsatz dennoch ebenso lässig gewappnet wie gegenüber den Einsätzen auf abgeschlossener Strecke - will heißen: Der Motor ist ein einziger Glücksfall, was auch mit seiner sonoren, nach mehr Arbeitsvolumen klingenden Akustik zu tun hat. Das anregende Auspuff-Kollern im Schiebebetrieb darf getrost als Reminiszenz an seinen in den Abmessungen wahrhaft kleinen Vorgänger mit dem großen Sportlerherz verstanden werden. 

Turbo-Leistungssteigerung durch mehr Druck

Die Sportauspuffanlage mit dem dominanten, aus Edelstahl gefertigten Doppelrohrendstück sorgt nicht nur für einen erheblich verringerten Abgasgegendruck, sondern erfüllt in ihrer verbesserten Durchlässigkeit nebenbei auch die gesteigerten akustischen Anforderungen - ohne dabei den Anschein eines Krawallbruders zu erwecken. Die Leistungssteigerung gegenüber dem prinzipiell baugleichen Cooper S-Modell erfolgte vornehmlich durch die Anpassung des Turboladers, was selbstredend auch einige Veränderungen in der direkten Umgebung des Motors bedingt.
 
Die erhöhte Luftförderkapazität des Laders bewirkt einen Ladedruck von nunmehr 1,3 bar. Der erwartete Unterschied im Ansprechverhalten durch die Erhöhung des Ladedrucks von immerhin 0,4 bar bleibt aus. Der spontane Leistungsaufbau wird durch ein spezielles Bauprinzip gewährleistet, das mit extrem kurzen Abgaswegen bis zur Turbine und mit getrennten Kanälen für je zwei Zylinder arbeitet. Auf diese Weise wird die Dynamik der im Krümmer pulsierenden Gassäulen besser genutzt. Die von hoher Laufkultur begleitete Leistungsentwicklung hat auch im Ergebnis hohe Überzeugungskraft, wie die in Hockenheim bei moderaten Temperaturen gemessenen Fahrleistungen belegen.
 
Die Beschleunigungsprüfung aus dem Stand ist insofern kein Hexenwerk - und deshalb von achtbarem Erfolg gekrönt -, als sie ohne wildes Wheelspin oder anders: mit akzeptabler Traktion über die Bühne geht. Die grundsätzlich zu deaktivierende dynamische Traktionskontrolle (DTC) wirkt im ersten Gang ausgleichend auf das Geschehen an den Antriebsrädern, sodass die Leistung nicht ungenutzt in Reifenrauch aufgeht.

Spurtreue zeigt der Mini auch unter Last
 
Auch die Antriebseinflüsse sind nicht derart ausgeprägt, dass sie zum Thema hochstilisiert werden könnten: Sie sind bei voller Leistungsabfrage in der Lenkung zwar spürbar und erfordern im Ernstfall auch mal etwas höhere Haltekräfte am Lenkrad, bringen den Fronttriebler aber kaum dazu, den Vortrieb in Schlangenlinien umzusetzen.
 
Im Großen und Ganzen gilt das auch für die schnelle Kurvenfahrt, eine Disziplin, die dem Mini John Cooper Works wie kaum einem vergleichbaren Konkurrenten aufs Blech geschneidert ist. Die Spurtreue des stämmig auftretenden Fronttrieblers bleibt im Kurvenausgang auch unter vollem Zug deshalb weitgehend erhalten, weil das Differenzial mit einer elektronisch gesteuerten Sperrfunktion ausgestattet ist. Sie bewirkt, dass in Kurven das zum Durchdrehen neigende Antriebsrad angemessenen abgebremst wird.

Nur sensible Hände spüren die Eingriffe in der Lenkung, die im Ergebnis tendenziell milder ausfallen als etwa bei einem zum gleichen Zweck installierten mechanischen Sperrdifferenzial. Dass die aktive Bereitstellung von beidseitiger Haftung in puncto Kurventempo Vorteile gegenüber einem elektronischen System hat, das bei partiellen Haftungsverlusten immer eines der Räder abbremst, steht außer Frage. Allerdings wird seitens der Hersteller gern der elektronischen Variante der Vorzug gegeben - nicht nur wegen der positiven Einflüsse auf das Fahrverhalten und der gleichzeitig geringeren Konsequenzen etwa hinsichtlich Lastwechselreaktionen, sondern auch aus Kostengründen.

Rekord in Hockenheim sowie auf der Nordschleife des Nürburgrings
 
Wie dem auch sei: Sowohl in Hockenheim als auch auf der Nordschleife des Nürburgrings ist der Mini S JCW als erster sportlich aufbereiteter Fronttriebler in der Lage, den bisherigen, lang gedienten Spitzenreiter dieses Genres, den Renault Mégane Trophy, vom Sockel zu stoßen. Er tut dies auf ziemlich souveräne Art, indem er weder durch extreme Fahrwerkshärte noch durch andere, den Alltag vermiesende Allüren vorstellig wird.
 
Für jemanden, der die unmittelbaren, fast spitzen Reaktionen eines auch im Motorsport reüssierenden Talents noch nicht kennengelernt hat, kann die erste Tour zur größten Überraschung seines bisherigen Autofahrer-Lebens werden. Ungemein direkt, fast verzögerungsfrei setzt der auf der Vorderachse mit erheblich mehr Gewicht belastete Fronttriebler schon die kleinsten Lenkbefehle um. Und nicht nur das: Das Gefühl, schon bei relativ moderaten Lenkwinkeln zeitgleich mit der Hinterachse auszuschwenken um die von der Vorderachse vorgegebene Zielrichtung schneller einnehmen zu können, ruft zunächst wohl eher ein gewisses Angstgefühl hervor, als dass es als konstruktiver Beitrag zum Bewältigen von Kurven entdeckt wird - worum es sich aber definitiv handelt.

Das Sportmodell hebt sich deutlich von seinen "normalen" Brüdern ab

Mit der Gewöhnung an das extrem agile Fahrverhalten wächst das Vertrauen bis hin zur völligen Ergebenheit: Wer sich auf das System Mini JCW einmal eingeschossen hat, wird das Hohelied vom Fronttriebler anstimmen und sich mit weniger Fahrspaß fortan nicht mehr zufriedengeben wollen. Im Gegensatz zum "normalen" Mini, über dessen Handlichkeit gewissermaßen gesellschaftlicher Konsens herrscht, macht der JCW dort weiter, wo die weniger sportlich profilierten Brüder passen müssen, weil sie nach anfangs aktivem Richtungswechsel langsam aber sicher in den vermeintlich sicheren Untersteuer-Modus verfallen.
 
Diese Form der Verwandlung vom zunächst ungeheuer spitz einlenkenden, dann neutralen und am Ende der Kurve tendenziell doch nach außen schiebenden Fronttriebler macht auch der Mini John Cooper Works durch - aber eben auf signifikant höherem Niveau. Auch was das Thema Lastwechselreaktionen angeht, zeigt das Sportmodell eine brüderliche Übereinstimmung mit seinen engsten Verwandten: Auch er zeigt beim Auskosten der querdynamischen Möglichkeiten die typischen Anwandlungen in Form des drängenden Hecks. Für den, der‘s mag (und wo es hinpasst) ein Himmelreich: So verlässlich und zielorientiert, wie dieser Sport-Mini mit Haftreibung an der Vorderachse und definierter Gleitreibung an der Hinterachse den Kurvenradius nimmt, macht ihm diesen Stunt so leicht keiner nach.
 

Nürburgring Nordschleife 8.35,00 min
4
maximal 10 Punkte

Mit der beachtlichen Zeit von 8.35 Minuten distanziert die aktuelle John Cooper Works-Version den gleichnamigen Vorläufer aus dem Jahr 2004 um geschlagene 20 Sekunden. Das Fahrwerk ist wie für die Nordschleife gemacht: Ungemein zielgenau und vor allem vertrauenswürdig. An das Minitypische Einlenkverhalten gewöhnt man sich schnell - vorausgesetzt, das Einfühlungsvermögen ist einigermaßen gut entwickelt. Auf der langen Geraden der Döttinger Höhe ist Zeit zum Rekapitulieren.

Rundenzeit Nordschleife Mini Cooper S JCW
Hockenheim-Ring Kleiner Kurs 1.18,5 min
5
maximal 10 Punkte

Fast vier Sekunden Verbesserung gegenüber der Version von 2004 - dazu braucht es mehr als nur einen starken Motor. Die Antriebseinflüsse des Vorderradantriebs sind nicht von der Hand zu weisen, aber in ihren Auswirkungen sowohl am Lenkrad als auch in puncto Fahrverhalten durchaus akzeptabel. Tendenziell zeigt der Fronttriebler am Limit ein sachtes Untersteuern, das durch provozierte Lastwechsel in ein konstruktives Eindrehen des Heck verwandelt werden kann.

Rundenzeit HockenheimMini Cooper S JCW
Beschleunigung / Bremsen 32 sek
4
maximal 10 Punkte

Die Traktion des vorderradgetriebenen Kompaktsportlers ist besser als erwartet. Die Anschlüsse beim Schalten passen perfekt. Bis auf leichte Verspannungen bei extremer Kurvenfahrt mit der Folge nicht ganz so flüssiger Gangwechsel harmoniert das Sechsganggetriebe mit dem Vierzylinder- Turbo tadellos. Die kombinierte Beschleunigungs- und Bremsprüfung entscheidet der Mini Cooper John Cooper Works in seinem Konkurrenzumfeld deutlich für sich. Die gegenüber dem Cooper S-Modell verstärkte Bremsanlage liefert zuverlässig Verzögerungswerte von knapp unter 11 m/s². Die Fading-Empfindlichkeit tendiert gegen null.

Beschleunigung 0-200 km/h:
26,9 s
Bremsen 200-0 km/h:
5,1 s
Windkanal
8
maximal 10 Punkte

Im Vergleich zum Mini Cooper S mit John Cooper Works-Kit von 2004 ist die Stirnfläche deutlich größer geworden. Die Gründe dafür dürften in der im Detail stark veränderten Front mit den großen Kühlluftöffnungen und dem Frontspoiler liegen. Dafür ist der cW-Wert mit 0,358 beim neuen Auto besser entwickelt als bei der 2004er Version, wenngleich der Wert absolut betrachtet eher von schlechten Eltern ist. An beiden Achsen herrscht bei 200 km/h deutlicher Auftrieb, der vorn 168 Newton und an der Hinterachse 196 Newton beträgt. Das abnickende Moment ist insgesamt beibehalten worden, wenn auch jetzt sehr gering ausgeprägt.

Fahrzeugstirnfläche (A):
2,05 m²
Luftwiderstandsbeiwert (cw):
0,36
Luftwiderstandsindex (cw × A):
0,73
Vorderachse bei 200 km/h:
17 kg Auftrieb
Hinterachse bei 200 km/h:
20 kg Auftrieb
Querbeschleunigung 1,15 g
7
maximal 10 Punkte

Mit der maximalen Querbeschleunigung von 1,15 g liegt der Mini Cooper JCW im direkten Konkurrenzumfeld mit an der Spitze, obwohl er von der Gewichtsbalance beziehungsweise von den Radlasten her nicht gerade optimale Voraussetzungen mitbringt. Immerhin knapp über 63 Prozent des Gesamtgewichts von 1.180 Kilogramm vollgetankt lasten auf der vorderen Antriebsachse. Außerdem liegt der Schwerpunkt bei einer Fahrzeughöhe von gut 1,40 Meter auf recht hohem Niveau. Die Reifen: Conti SportContact 3 SSR in der Größe 205/45 R 17 an allen vier Rädern.

36-Meter-Slalom 131 km/h
8
maximal 10 Punkte

Das extrem zackige Einlenkverhalten ist nicht nur für sich betrachtet zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, sondern auch im Zusammenhang mit möglichen Lastwechseln: Sie sind für ungeübte Fahrer nicht ohne Überraschungsmoment, denn das leichte Heck zeigt etwa bei plötzlichem Gaswegnehmen große Lust, nach außen zu wandern. Dem Könner am Volant kommt dieses extrem willige Mitlenken sehr zupass, da es die später auftauchende Untersteuer-Tendenz vollständig überdecken kann. Die tempoabhängig arbeitende Lenkung arbeit extrem zielgenau.

Ausweichtest 141 km/h
7
maximal 10 Punkte

Die passiv mitlenkende Hinterachse ist ein Instrument, mit dem unter gewissen Bedingungen geradezu virtuos gearbeitet werden kann. Mit den direkten Reaktionen auf Lastwechsel lässt sich die gewünschte Richtung neben der sensibel arbeitenden Lenkung auch mit dem Gaspedal ansteuern. Unter Last zieht sich der mit langem Radstand und extrem kurzen Karosserieüberhängen gesegnete Mini allerdings wie auf Schienen geführt durch Wechselkurven jeder Art - mit leichter Tendenz zum Übersteuern.

Nasshandling
4
maximal 10 Punkte

Nach subjektiver Einschätzung ist man ungefähr fünf Sekunden schneller unterwegs als tatsächlich gemessen, weil der Fronttriebler auf nasser Fahrbahn sehr gutmütig reagiert - wohlgemerkt bei ausgeschaltetem DSC. Die bei schneller Fahrt auf trockener Bahn sehr freizügig dargereichten Lastwechselreaktionen werden auf nasser Fahrbahn (und bei deutlich niedrigerem Tempo) sehr sanft übertragen. Vor Überraschungen ist man weitgehend gefeit. Grundsätzlich zeigt der mit deutlich höherem Gewicht auf der Vorderachse belastete Mini auch hier eine Tendenz zum Untersteuern, womit für weniger routinierte Fahrer die Grenze im Sinne der Sicherheit leicht korrigierbar aufgezeigt wird.

Fazit

Der Mini ist auch in seiner schärfsten Variante ein Charmeur, wie er im Buche steht - einer mit Charakter und Authentizität. Dazu zeigt er sich in der John Cooper Works-Fassung als Überzeugungstäter, der auch vor großen Tieren keinen Respekt kennt. Die Fahrfreude, die er sowohl im Alltag als auch auf abgeschlossenen, möglichst kurvenreichen Strecken vermittelt, bleibt einem selbst dann noch im Gedächtnis, wenn der Fahrer in einen viel stärkeren Sportwagen steigt. Leistung ist eben nicht alles. Was man mit "nur" 211 PS und einem Gewicht von lediglich 1.180 Kilogramm anstellen kann, zeigt der launige Brite bei Stippvisiten etwa auf der Nordschleife, die allesamt zu wahren Begeisterungsstürmen veranlassen - sowohl bei der Besatzung als auch bei Zaungästen. Der 1,6-Liter-Turbomotor, ein extrem hoch entwickelter Vierzylinder mit einer Literleistung von 132 PS pro Liter Hubraum, erfüllt in seiner Umgänglichkeit sozusagen jeden Herzenswunsch: Leistungsentfaltung, Laufkultur und Klangentwicklung - alles top. Zum Durchschnittsverbrauch im Supertest (11,6 Liter Superkraftstoff auf 100 Kilometer) nur so viel: von nichts kommt nichts. Das Fahrwerk hat trotz der Ausrichtung auf sportliche Belange auch den Alltagstest bestanden. Sportliche Straffheit: ja. Rückenschädigende Härte: nein. Was die Praktikabilität angeht: kein Unterschied zu den zivileren Modellen. Kurzum: Der Mini John Cooper Works hat ein Begeisterungspotenzial, um das ihn manch stärkerer Sportwagen beneiden müsste.

Fahrspaß:
9 Punkte
Alltagstauglichkeit:
7 Punkte
Technische Daten
Mini John Cooper Works
Grundpreis28.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3714 x 1683 x 1407 mm
KofferraumvolumenVDA160 bis 680 L
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung155 kW / 211 PS (260 Nm)
Höchstgeschwindigkeit238 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,5 s
Verbrauch6,9 L/100 km
Testverbrauch11,6 L/100 km
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