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Supertest Opel Corsa OPC

Kleiner Racker beißt auf der Nordschleife zu

Opel Corsa OPC 09 Foto: Herzog 9 Bilder

Der vom Opel Performance Center aufgerüstete Corsa hat mit einem niedlichen Kleinwagen nicht mehr viel gemein: Wenn 192 Turbo-PS an den Vorderrädern zerren, zeigt der optisch markant auftretende Kompaktsportler ein bissiges Naturell.

03.04.2008 Horst von Saurma Powered by

Er ist zwar nur vier Meter lang und gerade mal 1,70 Meter breit, verfügt aber über einen Radstand, der um ganze 16 Zentimeter länger ist als der eines Porsche Turbo: 2.511 Millimeter. In der Höhe überragt er Letztgenannten sogar um glatte 20 Zentimeter – von wegen Kleinwagen! Und schämt sich auch nicht, selbstbewusst mit der derzeitigen Radstandardgröße der Sportwagenelite – veritablen 18-Zöllern –vorzufahren. Hier macht einer mit seinen großen (aufpreispflichtigen) Rädern, ausgestellten Kotflügeln, kiemenartigen Lufteinlässen, dem Auspuffendrohr in kecker Dreiecksform und einem Heckdiffusor mal richtig dicke Backen. Er scheut sich damit ebenso wenig, sich zumindest bei der bislang überwiegend vernunftbetonten Opel Corsa-Klientel ganz gezielt ins Gerede zu bringen.

Die im Hinterkopf unter dem Namen Corsa gespeicherten Attribute – süß, zierlich, unbedarft und preiswert –, verblassen nämlich angesichts der energisch dreinblickenden OPC-Variante recht zügig und tauchen bei Licht betrachtet schließlich auch überhaupt nicht mehr auf. Da sich Größe bekanntlich nicht nur in Zentimetern ausdrückt, tun sich vor dem Hintergrund seiner Herkunft aus dem Kleinwagen-Genre große Chancen auf. Klein bedeutet in der Regel nämlich auch leicht und handlich, was aus sportlicher Sicht Hoffnungen weckt und in der Folge große Erwartungen schürt. Aber ganz so zierlich und leicht wie gemäß seiner Herkunft erhofft, ist er – wie bereits erwähnt – leider doch nicht. Mit randvollem, bezeichnenderweise nur Kleinwagen-typisch 45 Liter fassendem Kraftstofftank bringt der Corsa OPC stolze 1.262 Kilogramm auf die Waage, womit die Kleinwagen-Posse getrost gänzlich ad acta gelegt werden darf. 

1.262 Kilogramm sind ein stolzes Gewicht

So liest sich auch die Ausstattungsliste des Testwagens wie eine Agenda aus der Luxusklasse: Vorzüglich passende Ledersitze, eine Klimatisierungsautomatik, Bordcomputer und DVD-Radio samt MP3-Player und Navi-Anlage sind, um die wichtigsten Posten zu benennen, ganz selbstverständlich mit an Bord und sorgen für ein Ambiente von ungewohnt eindrucksvoller Opulenz. Nanu – so kommt es einem in den Sinn – in welchem Luxus- Ambiente bin ich denn hier gelandet? Der Basispreis von 22.700 Euro ist damit natürlich überholt. Letztlich sind es nunmehr 25.950 Euro, die als Investition für einen OPC-Luxus-Corsa mit Klavierlack-Intarsien und sonstigem Schickimicki zu berappen sind. Der überraschende Eindruck von klassenübergreifendem Status kommt aber nicht nur hinsichtlich des Ausstattungsangebots auf. Auch auf technischem Gebiet hat der Corsa den kleinbürgerlichen Rahmen längst gesprengt.

Knapp 200 PS im Opel-Einstiegsmodell – diese stolze Ansage versetzt jeden spontan in ehrliches Erstaunen. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h ist im Kreise wenig Kleinwagen-affiner Autointeressierter durchaus dazu angetan, sich hochachtungsvoll in Respektsbekundungen zu ergehen. Tatsächlich ist es so, dass sich ein energisch dem Tempogewinn gewidmeter Corsa OPC auf der Geraden nur schwer abschütteln lässt. Besorgte Blicke im Rückspiegel vorausfahrender PS-Boliden zeugen von der eindrucksvollen Dominanz, die ein mutmaßlicher Kleinwagen heutzutage vermitteln kann. Dabei ist hier nur ein 1,6-Liter-Motor am Werk, der aber mit der Masse von doch fast 1,3 Tonnen so locker umzugehen versteht wie ein Großer.

Dank seines direkt im Krümmerbereich eingesetzten Turboladers sind sowohl das Ansprechverhalten als auch das Drehmoment von allererster Güte. Der mit 1,4 bar unter Druck gesetzte Vierventiler produziert im Overboost-Bereich kurzzeitig ein maximales Drehmoment von 260 Newtonmetern. Im Normalfall lässt er es bei 230 Newtonmeter bewenden. Jene liegen aber auch schon bei einer für diese Motorgröße sehr zivilen Drehzahl von nur 1.980/min an. Auch die Höchstleistung von nominell 192 PS wird schon bei weniger als 6.000/min geboten. Das hat eine bemerkenswerte Leistungscharakteristik zufolge, die mit der klassischen Sportmotor-Charakeristik, die ja normalerweise mit hohen Drehzahlen einhergeht, nicht mehr viel gemein hat. 

Man muss den kleinen Vierzylinder drehzahlmäßig überhaupt nicht fordern, um sich selbst gegenüber der vermeintlich stärkeren Konkurrenz locker durchzusetzen. Die guten Durchzugswerte sind ein starkes Indiz dafür: 6,9 Sekunden von 80 auf 120 km/h im fünften Gang können sich wahrlich sehen lassen. Wird im sechsten Gang aus 80 km/h voll beschleunigt, liegt 21,8 Sekunden später bereits Tempo 160 km/h an. Der flotte Tempozuwachs hat selbstverständlich auch damit zu tun, dass die als Turbo-Gedenksekunde bekannte Verzögerung in der Leistungsabgabe bei diesem Turbo-Aggregat so gut wie keine Rolle spielt. Fast könnte man meinen, es hier mit einem großvolumigen Sauger und nicht mit einem kleinen Turbomotor zu tun zu haben. 

Der Corsa OPC legt keine Turbo-Gedenksekunde ein

Die auch an anderen Hersteller-Fronten zunehmend vertretene Auffassung, nach der aufgeladene Motoren mit kleinem Hubraum und folglich geringer Innenreibung wegen ihrer guter Anlagen in puncto Effizienz und Schadstoffemission die Zukunft gehöre – Stichwort Downsizing –, ist von dieser Stelle aus und mit Blick auf den Testkandidaten allerdings mit einem Fragezeichen zu versehen. Denn was den Spritkonsum dieses zweifellos mit toller Durchzugskraft und ausgeprägtem Leistungswillen gesegneten 1,6-Liter-Turbos angeht, haben wir es keineswegs mit einem Kostverächter zu tun. Der Minimalverbrauch von 9,2 Liter Superkraftstoff sagt bereits einiges über die Einspritzmengen aus, die der Vierzylinder schon in normalen Fahrzyklen aquiriert. Anzüglich wird es aber, wenn man sich die Spitzenverbräuche von bis zu 17 Liter auf 100 Kilometer vergegenwärtigt. Angesichts des Durchschnittsverbrauchs von 12,8 Liter, der immerhin über die lange Distanz von knapp 3.000 Kilometern ermittelt wurde, kommen einem doch starke Zweifel an Motorkonzepten dieser Art, die ehrlicherweise ja immer auch im Zusammenhang mit ihrem direkten Umfeld betrachtet werden müssen. 

Der mögliche Vorwurf, das Leistungsangebot des Corsa OPC doch in ungebührlicher Weise ausgekostet zu haben, lässt sich mit Hinweis auf die beschriebene Leistungscharakteristik leicht entkräften. Drehzahlorgien sind schlicht nicht erforderlich, um im Alltag angemessen vorwärtszukommen. Auf seine Durchzugskräfte bauen zu können, ist schließlich Teil der Sympathiestrategie, die der Corsa OPC von Haus aus verfolgt. Der von Opel formulierte Slogan "Corsa-Fahrspaß in Reinkultur" lässt sich aber nicht nur vor diesem Hintergrund in Frage stellen, denn die Motorcharakteristik zeigt – so praktikabel sie auch sein mag – in diesem Umfeld eine weitere Schwäche auf, die nur schwer wegzudiskutieren ist. 

Das starke Drehmoment und das veritable PS-Angebot sind nahezu jederzeit in der Lage, die Traktionsnachteile des konzeptbedingt mit einer unausgewogenen Gewichsverteilung kämpfenden Fronttrieblers in den Fokus zu rücken. Trotz des hohen Gewichtsanteils, der auf der Vorderachse lastet (62,6 Prozent), neigen die Antriebsräder im Extremfall bis in den dritten Gang zum Durchdrehen. Die zuvor noch als agil und messerscharf agierend empfundene Lenkung wird mit dem Haftungsverlust eines oder beider Räder zunehmend teigig und unpräzise. Das erschwert nicht nur die Linienführung, sondern minimiert auch den Fahrspaß deutlich. Dass die Traktionsschwächen seitens sport auto so extrem empfunden werden, mag mit dem Umstand zusammenhängen, dass sämtliche Versuche grundsätzlich mit ausgeschaltetem elektronischen Fahrsicherheitssystem vorgenommen werden. Die natürlichen Anlagen, oder besser: der Charakter des Fahrzeugs wird so in schonungsloser Offenheit dargelegt. Von der vom Opel Performance Center angekündigten, "auf der Nordschleife ausgefeilten Balance" ist trotz des verstärkten Hinterachsprofils mit geändertem Einschweißwinkel der Torsionslenkerachse, neuer Feder-/Dämpferabstimmung, Zehn-Millimeter-Tieferlegung und der verstärkten Stabis bei energisch vorgetragenem Einsatz nicht allzu viel zu spüren.

Der Corsa OPC zeigt deutliche Traktionsschwächen

Angesichts der offenkundigen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Leistung in diesem grundsätzlich doch für andere Aufgaben vorgesehenen Umfeld scheint es fast so, als habe man sich bei der Entwicklung des Super-Corsa im Wesentlichen darauf beschränkt, das ESP umfänglich und penibel an die veränderten Bedingungen anzupassen. Denn bei eingeschalteter elektronischer Überwachung offenbart sich der Corsa OPC plötzlich als ein im Grenzbereich sehr umgänglich agierender und gut zu beherrschender Fronttriebler, noch dazu als einer, der das Fach Traktion aus dem Effeff zu beherrschen scheint – welch Wunder ... Überzeugender als im Corsa OPC ist die segensreiche Wirkung der übergeordneten Elektronik bisher jedenfalls noch nicht dokumentiert worden. Ob mit oder ohne gedrückte ESP-Taste: Übergebührliches Untersteuern ist Gott sei Dank nicht zu beklagen. Auch wenn durch provozierte Lastwechsel mit dem Heck angemessen "gearbeitet", also die Linie mit einem künstlich hervorgerufenen Heckschwung bewusst optimiert werden kann, zeigt der auf der Hinterachse doch vergleichsweise leichte Corsa OPC keine zickigen Reaktionen.

Das hohe Maß an Fahrsicherheit ist also unter allen Umständen gewährleistet. Das Thema Bremsen lässt sich wie das Fahrwerkskapitel gleichfalls nicht nur mit einem Satz abhandeln: Trotz der in der Hoffnungsfarbe Blau lackierten Festsättel ist die Bremsanlage mit ihren vorn immerhin 308 Millimeter großen Stahlscheiben nicht frei von Fading. Die für einen Sportler ohnehin nicht sonderlich überragenden Verzögerungsleistungen von maximal 10,5 m/s² reduzieren sich in heißem Zustand auf 9,7 m/s² – akzeptabel, aber eben auch nicht wirklich gut. Zudem sind im Extremfall die ABS-Eingriffe so abrupt, dass die Regelung sehr starken Einfluss auf das Fahrverhalten nimmt. Die durch die selektiven Eingriffe an den Vorderrädern hervorgerufenen, zackigen Links-Rechts-Bewegungen des Vorderwagens lassen am Ende der Geraden wieder dieselben Bewegungsmuster entstehen wie zu Beginn auf Grund der beschriebenen Traktionsschwäche. Der Aufenthalt im Grenzbereich ist also nicht gerade von Lässigkeit geprägt, was den Fahrer allenthalben dazu veranlasst, vorschriftsmäßig beide Hände am Lenkrad zu lassen. Das etwas prätenziöse Verhalten eines schnell gefahrenen Corsa OPC hängt allerdings auch mit seinem speziellen Fahrwerks-Setup zusammen, dessen Charakter von dem spürbaren Wunsch der Fahrwerksingenieure geprägt ist, schwerpunktmäßig den Anforderungen des Alltags zu entsprechen. Der OPC-Corsa rollt dementsprechend weder hart noch steif und bockelig ab. Vielmehr weist er unerwartet viel Komfort auf, weshalb dem bemerkenswert sicher geradeaus laufenden Viersitzer auch eine akzeptable Tauglichkeit für die Langstrecke bescheinigt werden kann. 

Das Fahrwerk des Corsa OPC will dem Alltag genügen

Die negativen Aspekte dieser Abstimmung aus sportlicher Sicht sind leicht auszumachen: So, wie die Karosserie bei schnellem Einsatz in den Kurven in Bewegung gerät, kommt kein sportliches Feeling auf. Entweder sind es die für einen knackigen Kompaktsportler doch zu moderaten Feder- beziehungsweise Dämpferraten oder es sind die noch immer zu weichen Stabilisatoren, die der Wankneigung der Karosserie Vorschub leisten. Wie auch immer: Ein etwas strafferes Setup hätte dem Corsa OPC nicht nur gut zu Gesicht gestanden, es hätte womöglich auch geholfen, das eine oder andere Resultat doch noch etwas zu frisieren. Von einem der jüngsten Vertreter der sportlichen Kompaktklasse hätte man in dynamischer Hinsicht nämlich vielleicht doch etwas mehr Durchsetzungsvermögen erwartet. Oder waren die Erwartungen unsererseits schlicht zu hoch geschraubt, weil uns der extrem forsche Auftritt geblendet und die Ansagen des Opel Performance Center so heiß gemacht haben? 

Nürburgring Nordschleife 8.54,00 min
2
maximal 10 Punkte

Von einer geschmeidigen Runde kann in diesem Fall nicht die Rede sein. Traktionsprobleme sind generell an der Tagesordnung. Außerdem greift das (deaktivierte) ESP bei harten Bremsmanövern immer mal wieder grob regelnd ein. Die abrupten ABS-Eingriffe führen außerdem nicht selten zu seitlichem Versatz der Vorderachse, was einer sauberen Linie nicht eben förderlich ist. Immerhin bleibt der Fronttriebler bei Lastwechseln folgsam in der Spur.

Rundenzeit Nürburgring, Opel Corsa OPC,Supertest0408
Hockenheim-Ring Kleiner Kurs 1.21,4 min
3
maximal 10 Punkte

Offensichtlich werden die (verstärkten!) Stabilisatoren ihrer Aufgabe nur unzureichend gerecht, denn die Seitenneigung in scharf gefahrenen Kurven ist für einen Kompaktsportler doch untypisch stark ausgeprägt. Die Traktionsprobleme sind auf diesem Kurs ebenfalls nicht wegzudiskutieren. Die harten ABS-Regeleingriffe bewirken auch hier die bekannten Unruhen an der Vorderachse, was die Karosserie zusätzlich in Bewegung hält. Die Fahrsicherheit ist ungeachtet dessen nicht gefährdet.

Rundenzeit Hockenheim Opel Corsa OPC sportauto0408
Beschleunigung / Bremsen 16,8 sek
1
maximal 10 Punkte

Mit 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h bleibt der Corsa OPC zwei Zehntel hinter der Werksangabe zurück. Die 200-km/h-Marke erreicht er nach 35,1 Sekunden. Die Traktionsschwächen sind zumindest auf den ersten Metern auch hier sehr bestimmend. Während die Verzögerungsleistung bei kalter Bremse noch im grünen Akzeptanzbereich liegt – 10,5 m/s² – lässt die Leistung bei der erwärmtenbeziehungsweise heißen Anlage ungebührlich stark nach und rutscht in den Resultaten auf Werte von unter 10 m/s² ab. Dies ist einem knapp 200 PS starken Kompaktsportler sicher nicht angemessen.

Beschleunigung 0-200 km/h:
12,0 s
Bremsen 200-0 km/h:
4,8 s
Gesamtzeit resultiert aus Addition beider Messwerte
Windkanal
7
maximal 10 Punkte

Die markanten, kiemenartigen Luftein-, beziehungsweise -auslässe und der Dachspoiler verleihen dem Corsa OPC zwar einen starken Auftritt, aber der Windschlüpfigkeit kommen die optischen Modifikationen nicht entgegen. Der cW-Wert liegt beimäßigen 0,36, was sich auch nicht durch seine Stirnfläche relativiert. Der "kleine" Corsa steht erstaunlicherweise mit über zwei Quadratmeter Stirnfläche im Wind, woraus sich ein Luftwiderstandsindex von 0,78 errechnet. Zum Vergleich: Für den Porsche Turbo wurde im Supertest ein Luftwiderstandsindex von 0,59 ausgewiesen. Seine direkter Konkurrent Renault Mégane Trophy tritt mit einem Index von 0,76 an.

Fahrzeugstirnfläche:
2.030 m²
Luftwiderstandsbeiwert:
0.35
Luftwiderstandsindex:
0.71
Vorderachse:
8 kg Auftrieb
Hinterachse:
24 kg Auftrieb
Querbeschleunigung 1.10 g
6
maximal 10 Punkte

Sowohl das Gewicht selbst als auch die Verteilung ist vom Optimum weit entfernt. 1.262 Kilogramm voll getankt sind für einen 1,6-Liter-Fahrzeug nicht gerade wenig. Die Frontmotorbauweise bewirkt überdies eine sehr verschobene Gewichtsverteilung von 62,6 Prozent zu 37,4 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Die recht hohe Wankneigung ist auch nicht gerade förderlich, wenn es ums Erreichen hoher Querbeschleunigungen geht. Die breiten 18-Zoll-Reifen der Marke Conti SportContact sind bereits Teil des optionalen Aufrüstungsprogramms.

36-Meter-Slalom
6
maximal 10 Punkte

Die Wankneigungen sind trotz der stärkeren Stabis recht stark ausgeprägt. Die Linie exakt zu treffen, ist schon damit nicht leicht. Hinzu kommen die Traktionsprobleme. Das letzte Quäntchen Speed um die Pylonen herum mitzunehmen, ist daher diffizil. Die Lenkung selbst ist exakt genug, allerdings sind zu viele Störfaktoren am Werk. Das Feedback leidet, und die gewünschte Exaktheit bleibt aus. Diese Aussagen beziehen sich auf die optoinale 18-Zoll-Bereifung mit ContiSportContact, die der Seriengröße 17 Zoll qualitativ sicher mindestens ebenbürtig ist.

Ausweichtest 126 km/h
4
maximal 10 Punkte

Von den Vorgaben der bisher eindrucksvollsten Konkurrenz, dem Renault Mégane Trophy , ist der Opel Corsa OPC weit entfernt. Die diffizile Übung, die der Rüsselsheimer Kompaktsportler mit 126 km/h bewältigt, meistert der wahrhaft sportliche Franzose mit einem Durchschnittstempo von immerhin 147 km/h. Das sind Klassenunterschiede, die hier offenkundig werden. Die bange Frage des Testfahrers, ob der OPC wirklich über Stabis verfügt, sagt auch schon einiges über das Fahrverhalten aus.

Nasshandling
4
maximal 10 Punkte

Die bekannt guten Nässeeigenschaften des ContiSportContact reißen den Corsa OPC hier vermutlich noch etwas heraus. Festzuhalten bleibt, dass die die trockenen Fahrzustände betreffenden Aussagen erst recht für die nassen Umstände gelten: Die Traktion ist mäßig, die Fahrstabilität dadurch eingeschränkt. Die grob und abwechselnd mal am linken, mal am rechten Rad schroff einsetzende ABS-Regelung führt gleichfalls zu nervösen Bewegungen um die Hochachse. Eine exakte Linie ist damit schwerlich zu halten. Die Empfehlung, auch bei zügigem Einsatz doch mit elektronischem Netzwerk auf Tour zu gehen, gilt für den Fahrbetrieb auf nasser Fahrbahn also erst recht.

Wertungen

Alltagstauglichkeit
Ersatzteillage
Reparaturfreundlichkeit
Unterhaltskosten
Verfügbarkeit
Nachfrage

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Technische Daten
Opel Corsa 1.6 Turbo
Grundpreis 23.100 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 3999 x 1713 x 1488 mm
KofferraumvolumenVDA 285 bis 1050 L
Hubraum / Motor 1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 141 kW / 192 PS (230 Nm)
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,2 s
Verbrauch 7,9 L/100 km
Testverbrauch 12,8 L/100 km
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