Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Porsche Boxster S im sport auto-Supertest

Bewährungsprobe für den Boxster auf der Nordschleife

Porsche Boxter S 01 Foto: Gargolov 14 Bilder

Mit Erscheinen der Coupé-Variante Cayman rückt auch der offene Boxster wieder stärker in den Blickpunkt des Interesses. Überdies feiert der optisch stark überarbeitete Mittelmotor-Sportler in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

06.04.2006 Horst von Saurma Powered by

„Linker Haken. Rechter Haken. Dann die Gerade“– die aktuelle Werbebotschaft zum Thema Boxster ist nicht nur eine pfiffige Analogie zum gesellschaftsfähig gewordenen Boxsport, sondern könnte gewissermaßen auch im Zusammenhang mit der bisherigen Vita des Boxsters gesehen werden. Denn jetzt, nachdem er den einen oder anderen Haken auch am Elfer vorbei schlagen musste, befindet sich der „kleine“ Porsche auf der Geraden, die ihn directement in den Zielkorridor führt. Zugegeben, eine freie Interpretation des Werbetextes – aber sicher nicht ganz abwegig. Die Zeiten, als der Boxster im Ruf stand ein Hausfrauenoder Möchte-gern-Porsche zu sein, sind schon seit Längerem passé – jedenfalls aus Sicht neutraler Beobachter. Dass Gerüchte dieser Art eine sehr lange Halbwertzeit haben, ist ein Phänomen, das nicht nur Porsches zweite Baureihe mit der internen Kennung 987 betrifft. Auch die Rennstreckenabstinenz, die dem Boxster zu Beginn seiner Laufbahn von Haus aus auferlegt wurde, hat sich spätestens seit dem letzten Facelift überlebt. Seine Charakterbildung hat damit das richtige Effet erst mit einiger Verspätung bekommen. Preislich betrachtet ist der mit den Jahren auch äußerlich stark gewachsene Mittelmotor-Sportler ohnehin auf dem besten Weg, den fragmenthaft noch immer vorhandenen Nimbus als Einstiegs-Porsche aufzugeben – wie es scheint, zugunsten einer Parallel-Karriere neben dem 911er.

Der Boxster S positioniert sich neu

Im engen Schulterschluss mit dem neuen, technisch fast identischen Cayman-Coupé ist der Boxster schließlich zur Überraschung der gusseisernen Elfer-Fraktion dabei, nicht nur den starken Geist des Porsche-Denkmals 911 nachhaltig zu beschwören, sondern jenes zunehmend auch dort anzugreifen, wo es dem berühmten Klassiker à la longue wohl am meisten weh tun dürfte: auf dem Gebiet der Fahrdynamik. Eine starke Beschleunigung der Imagebildung dürfte angesichts der aktuellen Leistungsschau des Boxster/Cayman-Duos nur noch eine Frage der Zeit sein. An dieser Stelle sei zunächst ein kleiner Exkurs in die Vergangenheit des Boxsters erlaubt. Schließlich stand der in seinen Anfängen gerade mal 204 PS starke Mittelmotor- Porsche während seiner zehnjährigen Bauzeit schon drei Mal im Fokus des sport auto-Supertests. Zum ersten Mal im April 1997, damals als zweiter Supertest-Kandidat überhaupt. So offenbart sich vor allem anhand der von sport auto seit nunmehr fast zehn Jahren exklusiv ermittelten Nordschleifen- Zeiten eine überaus spannende Entwicklungsgeschichte, die im Fall des Boxsters mit einem etwas zähen Karrierestart ihren Anfang nahm – besonders dann, wenn man ihn durch die sportliche Brille betrachtet.

Die erste mit dem Boxster erzielte Rundenzeit von 8.54 Minuten konnte bei der interessierten Klientel damals höchstens ein mitleidiges Lächeln erregen. Der sportliche Maßstab 911 Carrera (993) brillierte zur gleichen Zeit mit Rundenzeiten von 8.28 Minuten. Bei der ersten S-Version des Boxsters blieb die Stoppuhr zwei Jahre später schon bei 8.32 Minuten stehen. Und bis auf vier Sekunden näherte sich schließlich auch der um 24 PS erstarkte Basis-Boxster des Jahrgangs 2003 dieser Vorgabe an (8.36 Minuten). Der richtige Schub kam allerdings erst mit dem stark überarbeiteten Jahrgang 2005: Mit einer Zeit von 8.23 Minuten fährt die aktuelle, 280 PS starke S-Version immerhin schon in derselben Liga wie der Carrera 996 – zumindest annäherungsweise (8.17 Minuten). Auch mit 18 Sekunden Rückstand auf den neuesten Elfer (997; 8.05 Minuten) ist der Abstand auf der Nordschleife nicht mehr so groß, dass von einem signifikanten Klassenunterschied die Rede sein kann – zumal die Carrera-Zeit von der 355 PS starken S-Variante mit Sportfahrwerk markiert wurde. Der 325 PS starke Basis-Carrera und der Boxster S dürften sich also bei gleicher Bereifung fahrdynamisch kaum mehr etwas nehmen. Die vorzüglichen technischen Gene des Emporkömmlings aus Stuttgart-Zuffenhausen sind tatsächlich ein Pfund, mit dem der Boxster auch auf lange Sicht noch richtig wuchern kann. Die ausgewogene Gewichtsverteilung (46,4 zu 53,6 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse) durch die Mittelmotor-Bauweise verschafft ihm nicht nur in der theoretischen Betrachtung deutliche Vorteile, sondern – wie sich mit sofortiger Wirkung zeigt – auch in der praktischen Umsetzung.

Vorteile durch den Mittelmotor

Die überzeugende Abstimmung auf Basis einer ausgewogenen Radlastverteilung und eines vergleichsweise langen Radstands (2.415 Millimeter) zu bewerkstelligen, ist schließlich ein weniger großes Hexenwerk, als eine hecklastige Massenverteilung bei vergleichsweise kurzem Radstand zu kompensieren. Zur Erinnerung: Das Carrera-Layout weist bei einem Radstand von nur 2.350 Millimeter eine eher ungünstige Gewichtsbalance von 38,7 zu 61,3 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse auf. So, wie sich der aktuelle Boxster S in der alles umfassenden Konfiguration des Testwagens anfühlt, bleibt schließlich in mehrfacher Hinsicht kein Auge mehr trocken. Er hat, um es vorweg zu sagen, preislich eine Dimension erreicht, die ihn von der in Frage kommenden Konkurrenz deutlich abhebt. Aber die Leichtigkeit, die der Zweisitzer von den ersten Metern an den Tag legt, mutet sowohl im wuseligen Alltag als auch bei einem der vielfältigen Top-Events im Boxster-Programm – beispielsweise der zügig bewältigten Landstraßen-Partie – wie ein Geschenk des Autohimmels an. Alles geht so leicht und problemlos von der Hand (sei es die Lenkung, die Schaltung oder auch die Bedienung des elektrischen Cabriodaches), dass einem spontan und dauerhaft warm ums Herz wird – selbstverständlich in verstärktem Maß bei offener Programmgestaltung. Die Tatsache, dass man vom Antrieb, von dem in den Tiefen des Raums untergebrachten Sechszylinder-Boxermotor, rein gar nichts zu sehen bekommt, entpuppt sich nur zu Beginn der Allianz als etwas nachteilig. Denn der Reiz des Unsichtbaren wächst fortan mit jedem Kilometer.

So geheimnisvoll es um ihn herum zugeht, so feinfühlig setzt sich der wassergekühlte Motor letztlich in Szene. Was die Laufkultur des 3,2 Liter großen, wassergekühlten Triebwerks betrifft, könnte man hinter dem, was sich hinter dem Rücken der Besatzung tut, fast einen Elektromotor vermuten – so perfekt ist der Massenausgleich des mit variabler Einlasssteuerung gesegneten Vierventilers gelungen. Das hohe, metallische Singen in den unteren Drehzahlbereichen könnte auch als Indiz für einen Hybridmotor gewertet werden. Erst in mittleren Drehzahlregionen wird zunehmend klar, dass es der Fahrer hier mit einem ebenso kernigen wie bissigen Verbrennungsmotor zu tun hat. Allerdings mit einem, der die perfekte Laufkultur auch bei robustem Einsatz und hoher Drehzahlabfrage beibehält. Wie der Kurzhuber speziell bei gedrückter „Sport“-Taste des aufpreispflichtigen Sport-Chrono-Pakets am Gas hängt, fasziniert stets aufs Neue. Dass bei diesem sensiblen Ansprechverhalten keine Nervosität wie bei anderen, ebenfalls per E-Gas gesteuerten Motoren aufkommt, bleibt wie die Optik des Wasserboxers das Geheimnis der Konstrukteure. Auch wenn das Triebwerk eine andere Abstammungslinie als etwa das 3,4 Liter große und mit variabler Verstellung an beiden Nockenwellen agierende Cayman-Aggregat aufweist, legt sich der Boxer im Boxster mit kaum geringerem Anspruch ins Zeug.

In 5,6 Sekunden schafft es der Boxster S auf 100 km/h

Der Sprint auf 100 km/h gelingt ohne Federlesens in 5,6 Sekunden: kein Trampeln der Hinterachse beim abrupten Einrücken der Kupplung und – erwartungsgemäß – kaum Traktionsverluste. Mit dieser Zeit ist der Boxster S lediglich zwei Zehntelsekunden langsamer als der Cayman S, der ja bekanntlich mit dem stärkeren 3,4-Liter-Motor auf Basis der Carrera-Baureihe (295 PS) an den Start geht. Wir sind gespannt, wie lange dieses partielle Ungleichgewicht zwischen Cabrio und Coupé gerade vor dem Hintergrund der neuen, erstarkten BMW-Konkurrenz (Z4 3.0: 265 PS ; Z4 M Roadster/Coupé: 343 PS) seitens Porsche aufrecht erhalten bleibt. In der vorliegenden Vollausstattung inklusive großer (aufpreispflichtiger) 19-Zoll- Räder bringt der Boxster S mit randvollem Tank exakt 1426 Kilogramm auf die Waage – womit er das Cayman S-Coupé um 16 Kilogramm übertrifft. Der spax (sport auto-Index) pendelt sich damit auf einen noch immer eindrucksvollen Wert von 5,3 ein (Cayman: 5,1). Die überzeugenden Anlagen auf der Antriebsseite dokumentieren sich analog zu den Sprinteigenschaften sowohl in achtbaren Durchzugswerten als auch in einer Höchstgeschwindigkeit, die deutlich über dem noch immer großflächig anerkannten 250-km/h-Limit liegt: stramme 268 km/h – und das bei erstaunlicherweise sehr moderaten Fahrgeräuschen. Dass der nur von einem zweilagigen Stoffdach beschützten Besatzung bei Ausnutzung dieser motorischen Ressourcen nicht bange wird, dafür sorgt ein Karosserie-Umfeld von höchster Solidität, noch dazu eines mit vorzüglichen Angeboten hinsichtlich der Nutzungs- und Variationsmöglichkeiten. Zwei Gepäckräume, einer vorn, einer hinten – das ist doch was.

Auf die Option des offen Fahrens kann sich der Boxster-Pilot selbstverständlich auch während der kalten Jahreszeit verlassen. Turbulenzen sind aus dem Cockpit so gut wie verbannt, ebenso wie sonstige lästige Begleiterscheinungen, die andernorts noch immer Hochkultur haben. Wackeln, Knarzen, Schaukeln, Schwingen oder Klappern – all die bekannten Negativaspekte, haben im Boxster S-Cockpit nicht die geringste Chance. Der Eindruck höchster Festigkeit schon in den Tiefen der stählernen Substanz sorgt im Verbund mit den obligatorischen Sicherheits-Accessoires des Hauses Porsche auf Anhieb für ein tiefes Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Maschine. Das Aufsuchen höchster Geschwindigkeitsbereiche wird also weder durch Nachlässigkeiten im Detail noch etwa durch mangelhaftes Betragen im Gesamtkontext untergraben. So, wie der Boxster S sich in Sachen Geradeauslaufstabilität Freunde macht, so begeistert er auch auf kurvenreichen Prüfungen. Die Umsetzung der Lenkbefehle geschieht so unmittelbar und zielgenau, als habe er Nachhilfestunden in der Porsche-Rennabteilung genommen. Die außerordentliche Handlichkeit geht im aktuellen Boxster-Modell aber auch mit einer Sicherheit im Grenzbereich einher, die von Porsche in dieser Qualität bisher nicht gezeigt wurde. Denn bei aller Schnelligkeit seiner Reaktionen verblüfft der nunmehr höchst aufreizend modellierte Zweisitzer mit einer geradezu stoischen Verlässlichkeit. Die Hinterachse folgt der Lenkachse auch in harschen Konfliktsituationen mit wahrhaft ergebener Dienstbeflissenheit. Lastwechselreaktionen: keine Chance. Man muss den Boxster S schon bösartig behandeln, um ihn aus der Fassung und aus dem Tritt zu bringen.

Der Boxster S bleibt fast immer gelassen

Das extrem sichere Fahrverhalten im Grenzbereich findet seinen plakativen Niederschlag im Ergebnis des 36-Meter-Slaloms und des Ausweichtests. Es sind die einzigen beiden Fahrdynamik-Prüfungen im Supertest, in der die Motorleistung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Umso höher sind die Resultate bezüglich des Fahrwerks zu bewerten. Aus Sicht der Boxster-Fraktion könnte die erzielte Höchstpunktzahl in beiden Disziplinen nun durchaus zum Anlass genommen werden, analog zum Cayman auch für das Cabrio einen PS-Zuschlag einzufordern – um diesem hoffnungsvollen Talent weitere Chancen auf zusätzliche Punktgewinne zu eröffnen. Aber vielleicht soll das ja der Cayman S noch richten. Schließlich war auch die Boxster-Vorstellung in Hockenheim von einer solchen Dynamik seitens des Fahrwerks geprägt, dass sich entsprechende Hochrechnungen überschlugen. Neben seiner überzeugenden Art, sowohl enge Kehren als auch lange Biegungen mit der Sicherheit einer Magnetbahn zu folgen, verschafft sich der Porsche-Spross selbstredend auch höchsten Respekt auf dem Gebiet der negativen Beschleunigung, sprich der Bremsen. Der vergleichsweise lange Radstand sowie die geringe dynamische Radlastverschiebung aufgrund der auch beim Bremsen noch immer gut belasteten Hinterachse sorgen für hervorragende Verzögerungsleistungen und überdies auch für ein tadelloses Bremsverhalten bei kritischen Fahrbahnzuständen. Selbst Vollbremsungen auf nasser Fahrbahn lassen den Boxster nicht aus der Spur geraten. Das Ergebnis des Nasshandling-Tests bestätigt somit den schon bei den Trockenhandling-Versuchen formulierten Grundtenor: Der Mittelmotor-Porsche entpuppt sich fahrdynamisch als ein sehr neutrales Wesen. Dass er trotzdem nicht mehr wie bislang eine neutrale Position neben dem Carrera einnehmen kann, ist die Folge seines markanten Charakters. Dieser hat sich wegen seiner hinzugewonnenen Fähigkeiten stark entwickelt.

Nürburgring Nordschleife 8.23,00 min
5
maximal 10 Punkte

Das leichte Tänzeln in schnellen Wechselkurven ist streng genommen die einzige Auffälligkeit, die sich der Boxster S leistet. Ansonsten gilt: scharfes Einlenkverhalten, leichtfüßiges Handling und zu guter Letzt ein geradezu narrensicheres Verhalten im Grenzbereich. Lastwechsel lassen ihn auf zauberhafte Weise kalt. Neben einem sehr sensibel auf kleinste Gaspedalbewegungen ansprechenden Motor verfügt der Boxster S über eine äußerst verlässliche Bremsanlage.

Rundenzeit Nordschleife Supertest Porsche Boxster S sportauto0406
Hockenheim-Ring Kleiner Kurs 1.16,2 min
7
maximal 10 Punkte

Handlicher und agiler geht es kaum. Neben seinem vorbildlichen Fahrverhalten ist es die außergewöhnliche Leichtigkeit im Umgang: Lenkung, Schaltung, Kupplung – alles geht so mühelos vonstatten, dass es eine Wonne ist, die Limits zu erkunden. Die vorbildliche Ergonomie ist das i-Tüpfelchen. Das aufpreispflichtige PASM-System funktioniert im Übrigen ganz wie erhofft: Angemessen komfortabel in der Basiseinstellung und in der "Sport"-Stellung nicht nur deutlich straffer, sonderm auch tatsächlich schneller.

Rundenzeit Hockenheim Supertest Porsche Boxster S sportauto0406
Beschleunigung / Bremsen 25,5 sek
6
maximal 10 Punkte

Die Mittelmotor-Bauweise führt auch im Fall des Boxster S zu einer Traktions fördernden Gewichtsverteilung von 46,4 zu 53,6 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Schlupfverluste an der Antriebsachse bleiben deshalb äußerst gering. Auch in puncto negative Beschleunigung kommt diese Konstellation dem Ideal ziemlich nahe. Entsprechend eindrucksvoll agiert der Boxster sowohl beim Beschleunigen als auch beim Bremsen. Verzögerungsleistungen von über 11 m/s² sind sowohl bei kalter als auch bei heiß gefahrener Bremse an der Tagesordnung. Überdies zeigt der Boxster S selbst bei harten Bremsmanövern eine sehr beruhigende Richtungsstabilität.

Beschleunigung 0-200 km/h:
20,7 s
Bremsen 200-0 km/h:
4,8 s
Windkanal
8
maximal 10 Punkte

Das zweisitzige Boxster-Cabrio offenbart einen außergewöhnlich hohen Entwicklungsstand in Sachen Aerodynamik. Im geschlossenen Zustand beträgt der cw-Wert bescheidene 0,287 – bei ausgefahrenem Heckspoiler. In dieser Konstellation beträgt der Auftrieb bei 200 km/h an der Vorderachse 250 Newton, an der Hinterachse 195 Newton. Ohne den automatisch ausfahrenden Heckspoiler würde der Auftrieb an der Hinterachse immerhin 505 Newton ausmachen. Das gläserne Windschott zwischen den beiden Überrollbügeln hat sehr beruhigende Wirkung auf das Klima im Cockpit.

Fahrzeugstirnfläche (A):
1,98 m²
Luftwiderstandsbeiwert (cw):
0,29
Luftwiderstandsindex (cw × A):
0,57
Vorderachse bei 200 km/h:
25 kg Auftrieb
Hinterachse bei 200 km/h:
20 kg Auftrieb
Querbeschleunigung 1,30 g
9
maximal 10 Punkte

Sämtliche Einflussgrößen sind für sich genommen hervorragend entwickelt: Das fängt bei den Reifen an und hört bei der Gewichtsverteilung, respektive Radlasten auf. Die Michelin-Pneus spielen aber speziell in der Porsche-Spezifikation (N1) eine besondere Rolle. Ihr Grip ist außerordentlich gut entwickelt, was sich anschaulich in den hohen Querbeschleunigungswerten von bis zu 1,3 g zeigt. Die aufpreispflichtigen 19-Zoll-Aluminiumräder (8,0, beziehungsweise 9,0 Zoll breit) sind mit Reifen in der Größe 235/35 ZR 19 an der Vorderrachse und 265/35 ZR 19 an der Hinterachse bestückt.

36-Meter-Slalom 136 km/h
10
maximal 10 Punkte

Die Vorteile des Mittelmotor-Konzepts – ausgewogene Gewichtsverteilung, gute Traktion, geringes Trägheitsmoment um die Hochachse – werden im Fall des Boxster nicht von dessen Nachteilen konterkariert. Von hoher "Drehfreude" um die Hochachse kann also keine Rede mehr sein. Der Zweisitzer schwingt sich beim schnellen Slalom auch nicht auf oder erschreckt durch plötzliche Lastwechselreaktionen in Form von zackigen Heckausbrücken. Nur wenige Sportwagen bewältigen diesen Parcours so neutral, zielgenau und verlässlich. Die Lenkung arbeitet ungemein direkt, ohne dabei nervös zu wirken.

Ausweichtest 151 km/h
10
maximal 10 Punkte

Die zu Beginn der Boxster-Ära bei schnellen Lenkmanövern zu beobachtende Nervosität in puncto Eigenlenkverhalten ist beim aktuellen Modell großer Souveränität gewichen. Der Boxster S folgt jedem Lenkimpuls so unmittelbar und verlässlich, dass es eine Freude ist. Auch beim schnellen Spurwechsel ist keine Neigung zum Aufschwingen festzustellen. Die sachte und deshalb gut zu kontrollierende Neigung, am Limit etwas mit dem Heck zu drängen, sorgt auch in dieser Disziplin für ein vorbildliches Abschneiden.

Nasshandling
9
maximal 10 Punkte

So souverän wie auf trockener Fahrbahn zeigt sich der Boxster S auch bei Nässe: hohes Gripniveau sowie sicheres Fahrverhalten im Grenzbereich. Tückische Reaktionen, wie sie Mittelmotor-Sportlern noch bis vor Kurzem per se angelastet wurden, sind ihm fremd. Der Porsche kündigt den Grenzbereich unter Last durch ein leicht drängendes Heck an, ohne etwa durch ruckartige Gripverluste situationsbedingte Hektik aufkommen zu lassen. Besser geht es kaum. Was die Arbeitsweise des ABS angeht, scheint eine optimale Regelfrequenz gefunden worden zu sein. Die Verzögerungsleistungen sind also auch bei Nässe vergleichsweise hoch. Die Spurstabilität bleibt ebenfalls voll erhalten.

Fazit

Der Porsche Boxster hat sich – um es etwas flapsig auszudrücken – tatsächlich durchgeboxt. Ruft man sich seine Anfänge von vor rund zehn Jahren in Erinnerung und vergleicht das damalige Supertest-Ergebnis mit dem heutigen Stand der Entwicklungsgeschichte, dann ließe sich tatsächlich fast von einem neuen Auto sprechen. Obwohl er seiner Linienführung in den Grundzügen treu geblieben ist, stellt sich der Boxster der Jahrgangs 2006 optisch in einer sehr veränderten Form dar. Er ist erwachsen geworden. Die mit den vergrößerten Ausmaßen einhergehende Gewichtszunahme hält sich dank intelligentem Leichtbau in Grenzen. Neben der famosen Fahrdynamik, die sich mittlerweile auf Carrera-Niveau eingependelt hat, ist es die hohe Alltagstauglichkeit, die das schmucke Porsche-Cabrio so erstrebenswert macht. Zwei Gepäckräume sind tatsächlich nicht zu verachten. Der hohe Reifegrad des Boxsters offenbart sich darüber hinaus in einer vorbildlichen Solidität. Bei aller Attraktivität der Porsche-Offerte gibt es nur einen Punkt, der einen wirklich gram macht: der Preis. In der vorliegenden Vollausstattung kostet der Boxster S an die 70.000 Euro. Von einem Einstiegs-Porsche kann daher wohl kaum mehr die Rede sein.

Technische Daten
Porsche Boxster S
Grundpreis52.265 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4329 x 1801 x 1295 mm
KofferraumvolumenVDA280 L
Hubraum / Motor3179 cm³ / 6-Zylinder
Leistung206 kW / 280 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit268 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,5 s
Verbrauch10,5 L/100 km
Testverbrauch13,4 L/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Neu Registrieren

Erstellen Sie ein kostenloses Profil und profitieren Sie von vielen Vorteilen

  • Zugriff auf alle technischen Daten
  • Artikel kommentieren
  • Teilnahme an Gewinnspielen
  • Schneller PDFs kaufen
  • 360° Ansichten von Autos
  • Exklusives PDF-Bonus-Programm
Kostenlos anmelden
Login mit Ihrem Profil
    Anzeige
    Sixt Leasing & Vario-Finanzierung SEAT, VW etc Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Porsche Boxster Porsche Bei Kauf bis zu 4,00% Rabatt Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Kommentar schreiben

    Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Empfehlungen aus dem Netzwerk
    Autokredit berechnen
    Anzeige
    Gebrauchtwagen Angebote