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Supertest Skoda Yeti 2.0 TDI

Wie wild ist der Skoda Yeti im Gelände?

Foto: Torsten Seibt 21 Bilder

Das Topmodell Skoda Yeti Experience 2.0 TDI mit 170 PS stellte sich dem härtesten Geländetest Deutschlands. Im 4Wheelfun-Supertest musste der Yeti mit dem Zweiliter-Dieselmotor zeigen, was in ihm steckt.

30.12.2011 Powered by

Mit dem Yeti betrat Skoda Neuland - und feierte vom Start weg beachtliche Verkaufserfolge. Das kompakte SUV wurde und wird von auch mit seiner Geländetauglichkeit beworben. Beides Gründe, ihn zum Supertest einzuladen. Auf unserem Testgelände in Horstwalde bei Berlin prüften wir im Detail nach, was das Skoda-SUV im Offroad-Einsatz drauf hat - und erlebten manche Überraschung.

In zahlreichen Tests und Vergleichen hat der Skoda Yeti bereits seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Den direkten Vergleich mit dem Konzernbruder VW Tiguan konnte der kleine Krabbler sogar für sich entscheiden. Antriebsseitig kommt beim Yeti die identische Technik wie im VW Tiguan zum Einsatz, Motoren, Getriebe und Allradsystem sind gleich. Im Gegensatz zum Wolfsburger ist der Skoda allerdings deutlich kompakter (rund 20 cm weniger Außenlänge) und auch bei vergleichbarer Ausstattung spürbar preisgünstiger.

Skoda Yeti: Verarbeitung auf Top-Niveau

Zu Lasten der Qualität geht das nicht: Verarbeitung und Materialien sind auf gleichem Niveau und tadellos. Unser Yeti-Testwagen kam in der Experience-Ausstattung mit dem stärksten Diesel (170 PS). Das Offroad-Paket mit Bergabfahrhilfe und speziellen Modi für Bremse und Traktionskontrolle ist bei dieser Ausstattung serienmäßig, die Programmierung der Berganfahrhilfe kostet 80 Euro extra. Wie alle Diesel-Yeti ist auch der Top-TDI ausschließlich mit Schaltgetriebe zu haben, eine Wandlerautomatik für mehr Performance im Gelände gibt es nicht im Modellprogramm.

Der 170-PS-TDI des Skoda Yeti hat eine Anfahrschwäche

Im Alltagsbetrieb ist der Yeti ein angenehmer Begleiter. Das sauber abgestimmte Fahrwerk bietet hohen Federungskomfort ohne schaukelig zu werden, das Fahrverhalten ist frei von Überraschungen. Gleiches gilt für die Lenkung, mit der sich der Skoda präzise dirigieren lässt. Der 170-PS-Diesel geht allerdings erst bei höheren Drehzahlen mit Nachdruck ans Werk. Im unteren Bereich und speziell beim Anfahren kommt etwas wenig Druck aus dem Maschinenabteil. Erst einmal in Fahrt, kommt dagegen keinerlei Langeweile auf.

Die Durchzugswerte sind stramm, die Höchstgeschwindigkeit des aerodynamisch nicht sonderlich günstig gezeichneten Yeti liegt jenseits 200 km/h. Bei hohem Tempo fordert die hoch aufragende Karosserie mit der steilen Front auch beim Spritverbrauch ihren Tribut. Im Alltag lässt es der Yeti bei sieben bis acht Liter Diesel bewenden, der versprochene Durchschnittsverbrauch von 6,0 Liter ist nur bei extrem ruhiger Fahrweise zu erreichen.

Im Alltag ist der Skoda Yeti ein variabler und komfortabler Begleiter

Klarer Vorteil des Yeti ist sein hoch variables Heckabteil. Die drei Sitzeinheiten lassen sich vielfältig seitlich und längs verschieben, der doppelte Boden im Laderaum schafft zusätzliche Staumöglichkeiten. Auf den vorderen Plätzen gefällt vor allem die großzügige Kopffreiheit, beim seitlichen Bewegungsspielraum fühlt sich der Yeti allerdings kompakter an als ein VW Tiguan.
Der Weg ins Gelände kann in jedem Fall auch sehr weit sein, Langstrecken über mehrere hundert Kilometer - wie in diesem Fall nach Horstwalde - absolviert die Yeti-Besatzung rasch und ermüdungsfrei. Wie er sich dort geschlagen hat, lesen Sie in unseren Einzelwertungen.

Unterboden
18
maximal 10 Punkte

Wenig Überraschungen finden sich unter dem Yeti. Die Konzernplattform, auf der auch der Skoda Octavia basiert, ist nicht für den Geländeeinsatz umgerüstet. Breite Kunststoffabdeckungen entlang der Schweller dienen als Steinschlagschutz, können sich aber im häufigen Geländeeinsatz auch als schwer zugängliche Schmutznester entpuppen. Bergeösen im herkömmlichen Sinne gibt es nicht, wie ein handelsüblicher Pkw verfügt der Skoda Yeti lediglich über Einschraub-Abschlepphaken im Stoßfänger. Die Edelstahl-Auspuffanlage ragt zur Wagenmitte leicht über die Unterbodenkontur hinaus. Einziges Zugeständnis an den Geländeinsatz ist ein erstaunlich robust ausgeführter ganzflächiger Unterfahrschutz aus Stahlblech unter dem Motor. Ein ähnlicher Schutz fehlt für den Kunststofftank, auch der Endtopf liegt relativ tief.

Verschränkung
33
maximal 200 Punkte

Gerade einmal 20 Grad messen wir für den vorderen Böschungswinkel. Ob das gut geht? Geht es nicht. Den ersten Teil der Verschränkungssektion durchläuft der Yeti noch ansatzweise manierlich, wobei ihm auch sein kurzer Radstand etwas hilft. Die maximale Verschränkung von gemessenen 120 Millimetern lässt dennoch wenig Hoffnung aufkeimen. In der ersten Verwindungsbahn geht es nur mit viel Kupplungseinsatz weiter, zwei Mal stirbt der Motor ab. Die Traktionskontrolle arbeitet nur mäßig, es muss viel Gas gegeben werden. Bei voller Verschränkung verwindet sich die Karosserie merklich, die Hecktür klemmt. Von der zweiten Bahn sieht der Skoda Yeti allerdings nur die erste Welle. Die Front sitzt auf, wir müssen abbrechen. Weniger Meter machte hier noch kein Supertest-Kandidat.

Fahrwerk
41
maximal 100 Punkte

Auf den Verbindungsetappen über die Waldwege des Supertest-Geländes zeigt sich schon im Ansatz, was im Geröllhang folgen wird. Die straffe Federung bringt zwar ein gutes Handling, spricht aber erst bei gröberen Impulsen gut an. Kleinere Stöße bringen wenig Reaktion der Federung. Gleiches Bild im Geröllhang, wo der Skoda Yeti trotz sensibel arbeitender Bergabfahrhilfe kurz überbremst und zusätzlich über die Fußbremse abgefangen werden muss. Bergauf wird es schwierig. Das ist nur mit ordentlich Schwung und viel Geholper möglich. Langsames einfahren in den Geröllhang oder gar Anfahren im Hang ist nicht drin, drei Mal stirbt der Motor beim Versuch ab, die Kupplung gibt mit deutlichem Geruch ihren Unmut zu Protokoll.

Steigfähigkeit
132
maximal 200 Punkte

Zusätzlich zum Offroad-Elektronik-Paket mit Bergabfahrhilfe hatte der Testwagen auch die Berganfahrhilfe (Aufpreis 80 Euro) an Bord. Die hilft im harten Test an den Steigungsbahnen aber nur bis zu einem gewissen Grad. Ab 45% Steigung zeigt sich das System überfordert und nicht einsetzbar. Bereits die geringste Betätigung der Kupplung löst die Bremse, wegen der Anfahrschwäche des TDI-Motors ist damit in der drittsteilsten Steigung bereits kein kontrolliertes Anfahren mehr möglich, der Motor stirbt ab. Mit der Handbremse funktioniert es besser, weil hier zusätzlich mit schleifender Kupplung gefahren werden kann. Heikel wird es beim durchfahren der zweitsteilsten Bahn, als der Motor unvermittelt auf halber Höhe der Steigungsbahn abstirbt. Nicht das, was man sich in einem Steilhang unbedingt wünscht. Dank der Bergabfahrhilfe gelingt der kontrollierte Rückzug dennoch stressfrei. Die 65 Prozent-Steigung lassen wir daher bergauf aus. Die Bergabfahrhilfe arbeitet dagegen unter allen Umständen vorbildlich, auch die Abfahrt in 65 Prozent ist mit ihr problemlos möglich. Alleine mit der Motorbremse im langen ersten Gang ist bereits bei 20 Prozent Schluss, schon hier beschleunigt der Yeti bahnabwärts bis auf über 30 km/h.

Handling
72
maximal 100 Punkte

Die ESP-Steuerung lässt sich per Knopfdruck ausschalten, bleibt im Hintergrund aber dennoch mit einer Restregelung aktiv. Bei starken Ausweichmanövern im Tiefsand bremst sie den Skoda Yeti kräftig ein und verhindert so flüssiges Fahren. Die Kraft des TDI-Motors ist eigentlich ausgezeichnet - sobald die Maschine in den vollen Einsatzbereich des Turboladers kommt, geht es im Expresstempo vorwärts. Nur unter die magische Drehzahl sollte man hier nicht sinken, dann ist wieder die Kupplung gefragt. Das Handling des Yeti ist tadellos, willig und direkt reagiert er auf Lenkbefehle, die Seitenneigung hält sich in Grenzen.

Wat-Verhalten
45
maximal 100 Punkte

Bis zur Unterkante des Schwellers darf beim Skoda Yeti laut Beriebsanleitung gefurtet werden. Das entspricht 30 Zentimetern - gerade einmal Gummistiefelhöhe. Die Luftansaugung liegt im Bereich der oberen Kühlerkante, von hier droht also bei dieser sehr geringen Wassertiefe keinerlei Gefahr. Die Nebenaggregate von der Lichtmaschine bis zur Klimaanlage und auch die elektrischen Lüfter liegen dagegen sehr tief im Motorraum. Trotz der minimalen Wassertiefe laufen die Schweller bei der Durchfahrt voll und Spritzwasser dringt bis zur Türdichtung vor. Einen Wassereinbruch ins Fahrzeug gibt es - wie bei dieser "Tiefe" auch zu erwarten - nicht.

Übersichtlichkeit / Wendigkeit
84
maximal 100 Punkte

Nach den bisherigen Wertungen hoffen wir wenigstens hier auf ein passables Abschneiden des Skoda Yeti. Die Außenbreite von Spiegel zu Spiegel liegt bei nur 192 Zentimeter, das verspricht flüssiges Fahren im engen Stangenwald. Die Karosserie-Enden lassen sich dank der kastigen Form relativ gut einschätzen, was im engen Gelände zusätzlich hilft. Lediglich die Sicht nach seitlich hinten ist durch die D-Säule etwas eingeschränkt. Mit dem kleinen Wendekreis lässt es sich prima zwischen den Trialstangen herumkurven, nur zwei Mal muss zurückgesetzt werden. Doch auch hier der Wermutstropfen Anfahrschwäche: Behutsames rangieren ist nur mit viel Kupplungseinsatz möglich, bei schwierigerem Untergrund als dem unserer Trial-Sektion würde sich das zu einem handfesten Problem ausweiten.

Traktion
21
maximal 50 Punkte

Kurios wird es in der Sanddurchfahrt. Im tiefen, feinen Sand ist das Anfahren bei Schaltgetriebe-Autos nur mit viel Gas möglich, damit sich die Räder freischaufeln können. Beim Skoda Yeti hat die Motorelektronik entschieden etwas gegen solche Versuche. Die Maximaldrehzahl des Motors wird im Stand auf 2.500 Umdrehungen begrenzt, egal wie stark man das Gaspedal durchtritt. Das genügt keinesfalls, um selbst mit schleifender Kuplung anzufahren, der Yeti ploppt aus und bleibt stehen. Das macht auch klar, dass man in festgefahrenen Situationen, etwa winters im Tiefschnee, gar nicht erst versuchen sollte, sich mit eigener Kraft frei zu schaukeln. Da muss der Abschlepper ran. Mit hohem Tempo bewältigt der Yeti die Lockersandstrecke, pflügt mit seinem tiefen Unterboden aber eine sichtbare Schneise in den Sand.

Antriebssystem
45
maximal 100 Punkte

Auch hier erweist sich die Zwangsdrosselung des Motors auf 2.500 Umdrehungen als fatale Angelegenheit. Das Anfahren im Hang ist damit unmöglich. Warum, zeigt sich in der Durchfahrt mit Anlauf: Erst bei 2.500 Umdrehungen setzt der Turbolader den Zweiliter-Diesel unter ausreichend Druck, unterhalb dieser Drehzahl genügt die Kraft selbst bei flotter Einfahrt in den Hang nicht, um den Skoda Yeti nach oben zu treiben. Nur mit viel Schwung und Vollgas erklimmt der 1,5 Tonnen schwere SUV den Sandhang. Die Traktionskontrolle arbeitet nur bei sehr starken Raddrehzahlunterschieden, bremst aber dann den Vortrieb des Yeti entscheidend ab.

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Technische Daten
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4
Grundpreis31.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4223 x 1793 x 1691 mm
KofferraumvolumenVDA405 bis 1580 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit201 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,4 s
Verbrauch6,1 L/100 km
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