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Subaru Forester 2.0X im Supertest

Der Subaru Forester will nach oben

14 Bilder

Die dritte Generation des Forester ist für Subaru der Hoffnungsträger - er soll die treue Fangemeinde erfreuen, aber auch völlig neue Käufer erobern. Doch taugt der Subaru Forester auch für den extremen Offroad-Einsatz? Diese Frage soll der Supertest klären.

01.07.2008 Powered by

Selten hat ein Allradler seinen Namen so verdient wie der Forester von Subaru. Schon die erste Version, damals "nur" ein hochbeiniger Ableger des Mittelklasse-Modells Impreza, eroberte sich eine Kundschaft, die beruflich oder privat viel im Wald zu tun hat. Jäger, Förster, Landwirte zählen überdurchschnittlich oft zu den zufriedenen Forester-Fahrern. Nicht ohne Grund: Geringes Gewicht, kompakte Abmessungen und eine ans Legendäre grenzende Zuverlässigkeit zählen in diesen Kreisen mehr als Protz und Prunk eines modernen Luxus-SUV. Die betonte Sachlichkeit und eine nicht unbedingt zur Vorfahrt am Nobelhotel taugliche Zweck-Optik waren da kein Ausschlusskriterium, eher im Gegenteil.

Forester-Basismodell nur spärlich ausgestattet

Forester Nummer drei soll diese Klientel natürlich weiterhin zum Kauf animieren, und dementsprechend gibt es immer noch ein spärlich ausgestattetes, aber dafür sehr günstiges Basismodell, bei dem selbst die - nicht von jedem gewünschte - Klimaanlage nur gegen Aufpreis erhältlich ist. Von zufriedenen Nutzanwendern und einer eingeschworenen, aber überschaubaren Fangemeinde allein kann allerdings kein Autohersteller leben. Wichtiger Auftrag also für die dritte Auflage des Waldläufers: neue Käufer erobern. Und das geht in den heutigen Zeiten nicht ohne flotte Optik. Entsprechend konsequent ist der Neuanfang. An den Vorgänger erinnern allenfalls Stilelemente wie die Form der Rückleuchten. Doch insgesamt ist die in allen Dimensionen gewachsene und nach aktueller Mode gezeichnete neue Forester-Karosserie ein radikaler Schnitt gegenüber dem bisherigen Konzept. Trotz allem bleibt der Forester aber unter seinesgleichen verhältnismäßig kompakt und verzichtet vor allem auf die derzeit im Automobilbau so beliebte opulente Breite.

Unter der Blechhülle ist das Konzept dagegen gleich geblieben. Die Basis bildet weiterhin der Impreza, der neben der Plattform auch das Cockpit beisteuert. Geändert wird - wie schon bei den Vorgängern - das Fahrwerk, das mit langhubigen Federn mehr Bodenfreiheit und einen ausgezeichneten Schlechtwege-Komfort bereitstellt.

Boxermotor und symmetrischer Allradantrieb sind selbstverständlich

Zur Markentradition gehört natürlich das Subaru-Antriebskonzept: Boxermotor und symmetrischer Allradantrieb. Das bedeutet, dass der komplette Antriebsstrang in einer Linie quasi vom Kurbelwellentrieb bis zum Hinterachsdifferenzial verläuft und die Kraft einträchtig im Verhältnis 50 : 50 zwischen den Achsen verteilt. Ohne moderne Kunstgriffe wie Haldex-Kupplung oder elektronisch geregeltes Lamellen-Paket bürgt diese Technik für unterbrechungsfreien Vortrieb an allen vieren in jeder Fahrsituation.

Der gerade verlaufende Antrieb zur Hinterachse unterbindet störende Vibrationen, im Verein mit dem turbinenartig laufenden Vierzylinder-Boxer ergibt das eine sehr spezielle, eben Subaru-typische Laufkultur. Außerdem wird durch dieses Konzept ein insgesamt sehr niedriger Schwerpunkt erreicht, der sich spürbar auf das Handling auswirkt, zudem ist die Gewichtsverteilung ausgewogen.

Neuer Diesel-Motor aus Legacy und Outback

In Sachen Motor wurde abgespeckt. Die Tage des fröhlichen Turbo-Blasens sind zumindest im EU-Raum gezählt, wo künftige CO2-Strafsteuern drohend am Horizont erschienen sind. In Übersee, der Schweiz und Russland wird der Forester auch weiterhin mit einem spaßfördernd aufgeladenen 200-PS-Motor zu haben sein. Aus demselben Grund wurde der Saugmotor überarbeitet: Leichte Drehmomenterhöhung bei geringer Leistungsreduzierung ist vor allem die Folge einer dem europäischen Verbrauchszyklus angepassten Motorabstimmung. Bis zum Herbst wird dieser Zweiliter-Benziner die einzige Wahl sein, erst dann folgt der famose neue Diesel, der mit viel Laufkultur und wenig Durst gerade in Legacy und Outback Premiere feierte.

Niedertouriges Fahren liegt dem Subaru Forester nicht

Der Selbstzünder wird allerdings auch im Forester leider nur ohne Untersetzungsgetriebe antreten. Dieses bleibt für Subarus Schaltgetriebe-Benziner reserviert, ist zwar mit 1,45 : 1 nur recht milde abgestuft, dafür aber bei Anhängerbetrieb wie auch unter Geländefahrern sehr beliebt, hebt es doch die Anfahrkraft nicht unerheblich. Ohne die synchronisierte Untersetzung, die sich während der Fahrt zu- und abschalten lässt, hätte der Forester in unserem Supertest schlechte Karten gehabt. Denn der gerade überarbeitete Boxermotor ist - leider ebenfalls eine Subaru-Tradition - im unteren Drehzahlbereich lustlos, um es höflich auszudrücken. Erst bei ordentlich Touren kommt Leben in den Vierzylinder. So gesehen schmerzt der Verzicht auf einen sechsten Gang des Schaltgetriebes wenig, niedertouriges Fahren gehört definitiv zu den Dingen, die der Forester am allerwenigsten mag.

Unterboden
20
maximal 10 Punkte

Es lässt sich schwerlich leugnen, dass mit dem Impreza ein Pkw als Teilelieferant für den Forester dient. Nichts weist darauf hin, dass man hier gerade einen Geländegänger von unten betrachtet. Die Frontschürze aus Plastik zieht sich bis unter den Motor, die Ölwanne hat allerdings einen Blechschutz. Der durchgängig flache Boden bringt kaum Bauchfreiheit, die Abgasanlage mit dem gefährlich tief montierten Krümmer und den unter der Hinterachse verlaufenden Rohren markiert die tiefsten Fahrzeugpunkte. Die dünnen Schweller sind im Geländeeinsatz ebenfalls gefährdet. Der Kühler liegt weit unten in der Fahrzeugfront und kann bei zu steilen Anstiegen eingedrückt werden. Vorn finden sich zwei stabile Schleppösen, hinten muss - ganz Pkw - bei Bedarf eine Öse eingeschraubt werden. Wer den Forester im Gelände härter rannehmen will oder muss, sollte sich dringend Unterfahrschutz-Maßnahmen überlegen oder ausgefahrene Wege und steile Kuppen meiden.

Verschränkung
105
maximal 200 Punkte

Was schon die Begutachtung des Unterbodens vermuten ließ, bestätigt der Test auf der Verwindungsbahn. Trotz der höheren, weicheren Federn bleibt der Forester nahe am Pkw. Schon die erste, harmlosere Bahn beantwortet er mit leichten Knackgeräuschen aus der Karosserie, wenn ein oder zwei Räder den Bodenkontakt verlieren. Auf der schwierigen zweiten Bahn verwindet sich die Karosserie so stark, dass die Heckklappe nicht mehr zu öffnen ist. Die Strecke lässt sich nur mit viel Gas bewältigen, die Traktionskontrolle arbeitet nicht zufriedenstellend, teilweise rutscht der Wagen bei durchdrehenden Rädern zurück. Die lange Nase und die schlechte Bauchfreiheit zwingen mehrfach zu Ausweichmanövern.

Fahrwerk
63
maximal 100 Punkte

Wieder einmal zeigt sich, dass eine komfortable Federabstimmung allein unter den verschärften Bedingungen dieser Sektion nicht weiterhilft. Obwohl der Forester auf schlechten Pisten eine glänzende Figur macht, ist er mit den Felsbrocken im Geröllhang überfordert. Beim ersten Durchgang stürzt er - ohne helfenden Einsatz der Bremse - derart rasch zu Tal, dass die Federung durchschlägt. Mit Bremsunterstützung holpert das Fahrwerk immer noch so stark, dass der Forester zeitweise wegen abhebender Räder überbremst. Bergauf ein ähnliches Bild: Wegen der springenden Räder muss die Traktionskontrolle mehrfach eingreifen. Ein Anfahren im Hang ist kaum möglich, nur mit viel Kupplungseinsatz lässt sich der Forester zum Gipfelsturm überreden. Besser gelingt es mit ein wenig Anlauf und ausreichend Grundgeschwindigkeit, doch das ist gerade hier eigentlich nicht der Sinn der Übung. Felsenklettereien überlässt man besser anderen Autos, der Forester ist nicht dafür geboren.

Steigfähigkeit
94
maximal 200 Punkte

Trotz zugeschalteter Untersetzung offenbart der Subaru, dass er insgesamt ziemlich lang übersetzt ist. Schon die 25-prozentige Abfahrt bewältigt er nur noch knapp mit der Motorbremse, ab 30 Prozent nimmt er Fahrt auf. Eine Bergabfahrkontrolle wäre hilfreich, doch die hat er nicht. Anfahren im Hang gelingt trotz der kräftigen Bremsfunktion, die ihn rund drei Sekunden lang sicher festhält, nur bis zu 45 Prozent Steigung und unter Zuhilfenahme einer kräftig schleifenden Kupplung. Das riecht sehr schnell ziemlich streng. Rollend eingefahren schafft er allerdings auch nicht mehr: Die vorletzte Steigung beendet der Forester mit abgewürgtem Motor, die steilste Bahn wird daher gar nicht erst in Angriff genommen.

Handling
78
maximal 100 Punkte

Endlich kommt Freude auf. Nach den ersten stark durchwachsenen Prüfungen kann der Forester im Handlingtest auftrumpfen. Das ESP bleibt nach Knopfdruck in der Versenkung und fummelt nicht in den Vortrieb rein. Bis zum dritten Gang reicht die Kraft, fröhlich durchpflügt er die Sektion, lässt sich mit viel Schwung in die Kurven werfen. Nur die Lenkung wirkt indirekt - aber: insgesamt eine stimmige Vorstellung mit viel Vortrieb und wenig Seitenneigung.

Wat-Verhalten
58
maximal 100 Punkte

Bei 30 Zentimeter Wassertiefe machen sich herkömmliche Geländewagen gerade mal die Ventilkäppchen nass. Beim Subaru sieht es etwas anders aus. Durch seinen Pkw-Unterbau erreicht der Wasserspiegel das niedrige Niveau von Auspuff und Schwellern, entsprechend gluckern bereits bei diesem Wasserstand zahlreiche Hohlräume voll. Etwas Wasser dringt außerdem in die Abgasanlage ein. Der Innenraum bleibt selbstverständlich trocken, denn die Wasserlinie liegt deutlich unterhalb der Türkanten, da kann innen nichts passieren. Die Luftansaugung geschieht über einen flachen Schnorchel im Kühlerbereich, da tut man besser daran, keine allzu hohe Bugwelle zu produzieren und die werkseitig freigegebenen 300 Millimeter Wattiefe ernst zu nehmen.

Übersichtlichkeit / Wendigkeit
72
maximal 100 Punkte

Die ausgesteckte Trial-Strecke in unserem Supertest simuliert einen Parcours in engem Wald, wo sich der Proband quasi durch die Bäume schlängeln muss. Mit dem Forester gelingt das außerordentlich gut: Erstens ist er schmal, zweitens wendig und drittens überraschend übersichtlich. Speziell nach hinten und seitlich lässt sich der Subaru gut abschätzen und entsprechend millimetergenau um Hindernisse herumzirkeln; der vordere Überhang entzieht sich allerdings dem Blick. Trotz der langen Übersetzung und der damit recht flotten Gangart fädelt sich der Forester sauber durch den Parcours. Ein einziges Mal muss an der engsten Stelle zurückgesetzt werden, ansonsten durchmisst er die knifflige Strecke in einem Zug, ohne anzuecken.

Traktion
37
maximal 50 Punkte

Bei der Fahrt durch tiefen Weichsand verrät die Fahrspur, dass der Forester mit dem Unterboden über die Piste schleift - die tiefe Bauweise kostet entsprechend Extrakraft. Dafür absolviert er die Sektion durchaus passabel. Beim Anfahren muss mit viel Gas losgestürmt werden, sonst stirbt er ab. Das führt zu einem gewissen Drang nach unten. Allerdings gräbt er sich nicht komplett ein, sondern schießt nach einer kurzen Schrecksekunde kräftig nach vorn. Die Spurstabilität stimmt, außerdem folgt er Lenkbefehlen willig.

Antriebssystem
55
maximal 100 Punkte

Hier macht sich das unschlagbar niedrige Gewicht bemerkbar. Mit nur 1.447 Kilo Leergewicht ist der Forester erheblich leichter als seine Klassenkameraden. Daraus resultiert eine wackere Vorstellung, sobald er in Schwung ist: Dann gräbt er sich im Sandhang scheinbar unaufhaltsam dem Gipfel entgegen. Das Anfahren gelingt auch in dieser Sektion mit reichlich Drehzahl und müffelnder Kupplung - allzu oft sollte man das nicht versuchen. Er wühlt sich dann allerdings ordentlich frei und nimmt rasch Fahrt auf. Die Traktionskontrolle greift kaum ein. Dafür kann der Permanent-Allrad hier zeigen, dass er in seinem Element ist: Alle vier Räder baggern gleichmäßig. Sobald ein bisschen Tempo da ist, geht es mit steigender Drehzahl bergauf. Dann stört auch die geringe Bodenfreiheit kaum noch beim Vorwärtsdrang.

Technische Daten
Subaru Forester 2.0X
Grundpreis32.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4560 x 1780 x 1700 mm
KofferraumvolumenVDA450 bis 1610 L
Hubraum / Motor1994 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (196 Nm)
Höchstgeschwindigkeit184 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,0 s
Verbrauch8,6 L/100 km
Testverbrauch10,4 L/100 km
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