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Toyota Land Cruiser im 4Wheelfun-Supertest

Der Hightech-Kreuzer von Toyota im Gelände

28 Bilder

Für das Modelljahr 2010 hat Toyota den Land Cruiser umfangreich überarbeitet. Wir haben das Top-Modell im Supertest auf Herz und Nieren geprüft. Was kann die Off-Road-Ikone in der jüngsten Version wirklich?

20.09.2010 Powered by

Es gibt nur wenige Autos, die sich einen derart legendären Ruf erarbeitet haben wie der Toyota Land Cruiser. Seit Jahrzehnten wird die Modellreihe vor allem von Anwendern geschätzt, die es im Gelände wirklich ernst meinen. Dem Trend zu immer mehr Luxus, Elektronik und Assistenz-Systemen kann sich allerdings auch Off-Road-Pionier Toyota nicht verschließen. Der 2010er-Modelljahrgang der mittleren Baureihe Land Cruiser 150 ist zu einem Luxus-Brummer gereift, der dem großen Land Cruiser V8 kaum noch nachsteht.

Teure Top-Version

Das gilt nicht nur für das Gewicht, sondern auch für den Preis. In der getesteten TEC-Edition stehen für den Fünftürer 2,4 Tonnen auf der Waage und 65.500 Euro auf dem Preisschild. Die Wahl zum Spitzenmodell ist dennoch nötig, denn nur für dieses ist das Geländepaket serienmäßig. Gegen 1.550 Euro Aufpreis außerdem für den Executive, Basispreis 58.350 Euro. Wer die neue Crawl-Control, das Multi-Terrain-Select-System und vor allem die Hinterachs-Differentialsperre haben möchte, kommt an den teuren Ausstattungen nicht vorbei.

Der Land Cruiser ist von Grund auf erneuert

Der neue Land Cruiser 150 wurde gegenüber dem Vorgänger von Grund auf renoviert. Motor sparsamer und sauberer, Karosserie neu gestaltet, Rahmen verstärkt, zahlreiche neue elektronische Helfer integriert – ein komplett neues Auto, kein Facelift. Um so erfreulicher, dass auch weiterhin Leiterrahmen, hintere Starrachse und Geländeuntersetzung als Selbstverständlichkeit mit an Bord sind – manch anderer Hersteller hat diesbezüglich ja längst die Segel gestrichen.

Dabei ist den Entwicklern das Kunststück gelungen, das neue Modell trotz gleich gebliebener Motorleistung und höherem Gewicht sparsamer zu gestalten. Der Verbrauch ist nicht nur auf dem Papier nach ECE-Norm gesunken. Auch im normalen Fahreinsatz lässt sich der große Land Cruiser ohne große Mühe im Achtliter-Bereich bewegen.

Der neue Diesel im Toyota Land Cruiser ist spürbar sparsamer

Der Dreiliter-Motor hat mit dem Fünftürer eine ernst zu nehmende Aufgabe, außerordentliche Fahrleistungen wie bei modernen Hochleistungs-SUV sind damit nicht zu erwarten.  Das würde auch nicht zum Naturell des 4,76 Meter langen Siebensitzers passen, der vor allem mit Komfort punkten will. Der Land Cruiser geht bestimmt, aber nicht rasant voran; dass die Höchstgeschwindigkeit bei 180 km/h elektronisch begrenzt wird, stört selbst auf menschenleeren deutschen Autobahnen nicht. Stattdessen genießt man das geringe Geräuschniveau, die schluckfreudige und komfortable Federung, ein kaltes Getränk aus der Kühlbox im Mittelstaufach und das satte Fahrgefühl – ein echter Langstreckenkreuzer.

Kein Auto für hektische Kurvenfahrt

Übertriebene Hektik auf engen Kurvenstrecken ist dagegen überhaupt nicht sein Ding. Da gemahnt das etwas schwerfällige Handling und die kräftige Seitenneigung zur Mäßigung, solche Übungen überlässt der Land Cruiser gerne den forschen Kompakt-SUV aus Europa.

Aber im Supertest geht es auch nicht um die Bestzeit auf einer Rennstrecke, sondern um die optimale Gelände-Performance. Toyota legt dem Land Cruiser ein 168 Seiten starkes Büchlein zu diesem Thema bei: Anleitung zum Geländefahren an sich und die Erläuterung der umfangreichen Technik.

Gelände-Lehrbuch inklusive

Das ist auch gut so. Im Vergleich zu frühen Land Cruiser, bei denen man lediglich Allrad und Reduktion eingelegt hat, verlangt die neueste Version fast nach einem Programmierkurs. Crawl Control, zwei Sperren, elektronische Dämpfersteuerung, vier Gelände-Spezialprogramme, höhenverstellbares Fahrwerk und nicht zuletzt vier Außenkameras mit einstellbarem Blickwinkel, das alles verteilt auf mehrere Schalterebenen am Lenkrad, am Armaturenträger und in der Mittelkonsole. Und all das nicht in jeder Konfiguration miteinander kombinierbar.

Die Bedienung der Geländehilfen im Toyota Land Cruiser ist kompliziert

Warum das so kompliziert sein muss, bleibt offen. Bei Land Rover und dem dort verbauten Terrain Response-System ist die vergleichbare Programmvielfalt auf wenige Schalterdrehs begrenzt.

Wie sich der Toyota Land Cruiser nach ausführlichem Studium der Programmier-Anleitung im Testgelände geschlagen hat, lesen Sie in unseren Einzelwertungen.

Unterboden
41
maximal 10 Punkte

Nach den vielen SUV und straßenoptimierten Freizeit-Allradlern freut man sich direkt über diesen Anblick. Robuste Achslenker, hinten eine stabile Starrachse, kräftige Schutzbleche von der Front bis zur Ölwanne. Der Tank ist mit Blech ummantelt, am Getriebe wartet ein massiver Querträger, unter dem Verteilergetriebe ein zusätzliches Schutzblech. Kabel, Züge und Leitungen sind akurat und gut geschützt in den Ecken am Rahmen entlang verlegt. Ein rahmenfester Schlepphaken hinten, gleich zwei davon vorne (leider hinter zwei Plastikschürzen etwas schlecht erreichbar) – so sehen echte Geländewagen aus! Einzige Beanstandungen: Der hintere Auspufftopf hängt eine Nuance zu tief und die am Schweller befestigten Trittbretter kosten wertvolle Zentimeter bei der Bauchfreiheit.

Verschränkung
174
maximal 200 Punkte

Das Heck der TEC-Edition lässt sich dank Luftfederung um 30 Millimeter aufpumpen. Das verbessert den hinteren Böschungswinkel ein wenig auf 28 Grad, der durch das unter dem Ladeboden montierte Reserverad etwas eingeschränkt ist. Vorne beträgt der gemessene Böschungswinkel 31 Grad, beides ist auch für einen langen Fünftürer nicht wirklich viel. Zunächst versuchen wir es mit der Crawl Control, womit der Land Cruiser zwar mustergültig durch die Verschränkungsbahn klettert, durch die ständigen ratternden Bremseingriffe in der niedrigsten einstellbaren Geschwindigkeit aber unkomfortabel wirkt. Besser geht es im ersten Gang der Untersetzung mit behutsamem Gasfuß. Das Standgas lässt den Toyota teilweise eine Spur zu schnell über die Bahn laufen. Das Zentraldifferential ist gesperrt, die Hinterachssperre wird dank der sehr sensibel arbeitenden Traktionskontrolle kaum benötigt. Ausgezeichnet ist die Steifigkeit des Aufbaus, selbst in voller Verschränkung lassen sich alle Türen tadellos öffnen und schließen, kein knacken oder knarzen ist während der Fahrt zu hören. Das Limit setzt alleine der schlechte Rampenwinkel (Trittbretter!), weshalb die steilste Kuppe nicht befahren werden kann.

Fahrwerk
87
maximal 100 Punkte

Die Abstimmung des Land-Cruiser-Fahrwerks vermittelt nicht nur auf der Straße einen satten, schweren und komfortablen Eindruck. Auch im Geröllhang schlägt sich der große Toyota nahezu perfekt. Mit der per Knopfdruck auf „Comfort“ eingestellten Dämpfung folgen die Reifen der groben Untergrund-Struktur bis auf kleinste Rutscher ausgezeichnet. Anfahren im Hang ist ebenfalls kein Thema. Die Crawl Control erledigt den Job so gut, dass wir zur Probe (und außerhalb der Wertung) in den losen Geröllhang fahren. Hier klettert der Land Cruiser mit der Crawl Control ohne Zutun des Fahrers zwei Drittel der Strecke hinauf (siehe Video) – eine beeindruckende Vorstellung.

Steigfähigkeit
181
maximal 200 Punkte

Ein wenig mulmig wird es einem schon, alle Arbeit der Elektronik zu überlassen. Mit der Crawl Control, die auch eine Bergabfahrhilfe beinhaltet, krabbelt der Toyota ohne jedes weitere Zutun alle Steigungsbahnen hinauf und wieder hinunter, wirkt dabei fast gelangweilt. Lediglich lenken muss man noch selbst, die Geschwindigkeit für die Turnübungen lässt sich per Knopfdruck einstellen. Interessant ist hier erstmals die Kamera-Perspektive auf dem Monitor, die besonders an den steilen Kuppen einen Überblick nach vorne verschafft, wo man sonst nur den Himmel betrachtet. Zeit genug dafür hat man ja dank der Crawl Control. Das Anfahren stellt den Land Cruiser  selbst in der steilsten Bahn vor kein Problem, da zieht er los wie bei einem Ampelstart in der Ebene. Wer die Elektronik lieber aus dem Spiel lässt, muss ab 45% Gefälle mitbremsen, dann genügt die reine Motorbremse im ersten Gang/Untersetzung nicht mehr.

Handling
58
maximal 100 Punkte

Der schwere Land Cruiser liebt vor allem die kraftvolle Geradeausfahrt. Der Motor entfaltet seine Kraft gleichmäßig und wirkt in keinem Moment damit überfordert, das Dickschiff nach vorne zu treiben. Die Lenkung arbeitet zwar exakt, wirkt aber stark gedämpft. Das ESP lässt sich per Knopfdruck ausschalten und verbessert so die Traktion im Normalbetrieb. Schon bei leichten Schlenkern greift es aber dennoch ein und bremst den Toyota stark ab. Die Seitenneigung ist deutlich, agiles Handling fühlt sich anders an.

Wat-Verhalten
86
maximal 100 Punkte

In dieser Disziplin muss man Toyota stets großen Respekt zollen. Auch für den neuen Land Cruiser wird eine Wattiefe freigegeben, bei der sich die Spreu vom Weizen trennt. 70 Zentimeter tiefe Gewässer dürfen offiziell durchfahren werden, die Wasserlinie liegt hier deutlich über dem Türeinstieg. Die Luftansaugung liegt im Innenkotflügel gut geschützt und hoch, lediglich die tief montierte Lichtmaschine trübt das Bild. Die Scheinwerfer bleiben von der Wasserfahrt unbeeindruckt, die Türdichtungen vorne halten, hinten dringt jedoch etwas Wasser ins Auto. Die Türen selbst laufen voll und entleeren sich nach der Wasserdurchfahrt durch Ablauflöcher.

Übersichtlichkeit / Wendigkeit
55
maximal 100 Punkte

Mit 4,76 Meter Außenlänge ist der Land Cruiser nicht so groß, wie er sich anfühlt. Auch der Wendekreis ist passabel, der Radstand mit 2,79 Meter nicht übermäßig. Die Übersicht nach vorne leidet unter der starken Hauben-Rundung, nach hinten lässt sich der Land Cruiser ebenfalls nicht optimal einschätzen. Im Trial-Kurs muss mehrfach rangiert werden. Hilfreich dabei ist die ohne Verteilergetriebe-Sperre einsetzbare Untersetzung, mit der es sich in engen Strecken gefühlvoll arbeiten lässt. Die Kameras mit ihren vier verschiedenen Blickwinkeln auf das Fahrzeug verbessern die Möglichkeit, auf den Zentimeter genau zu fahren.

Traktion
45
maximal 50 Punkte

Im Tiefsand hat der Land Cruiser eine Disziplin gefunden, die ihm richtig liegt. Die Einstellung des Geländesystems auf das Programm Mud & Sand lässt die Traktionskontrolle am langen Zügel. Bei der Durchfahrt pflügt der Toyota souverän durch das Tiefsand-Becken, auch das Anfahren stellt ihn vor kein Problem. Die Motorleistung ist mehr als ausreichend und setzt so gleichmäßig ein, dass sehr feinfühlig gefahren werden kann. Die Bodenfreiheit (225 Millimeter unter dem vorderen Motorschutz) reicht für diese Übung aus.

Antriebssystem
82
maximal 100 Punkte

Im Sandhang liefert der Land Cruiser das beste Teilergebnis des Supertests ab. So mühelos wie er agierten in dieser Disziplin bislang nur eine Hand voll Fahrzeuge. Mit Anlauf wühlt er sich ungebremst nach oben, sogar das Anfahren im Tiefsand-Hang bewältigt er mustergültig: mit gleichbleibender Drehzahl, ohne störenden Eingriff der Traktionskontrolle, fräst er sich langsam, aber stetig den Hang hinauf. Motor- und Getriebetemperatur bleiben von diesem Kraftakt unbeeindruckt. Manch anderer Proband hat hier schon wegen Überhitzung mit dem Notlaufprogramm auf die Anstrengung reagiert. Wir probieren die Crawl Control aus, von der es im Gelände-Handbuch heißt: „eine Aktivierung dieser Funktion kann das Freifahren erleichtern“. Das Ergebnis ist fast schon gespenstisch: mit gleichmäßig mahlenden Rädern wühlt sich der Land Cruiser im Zeitlupentempo zentimeterweise aus der (absichtlich herbeigeführten) Situation heraus, in unserem Supertest-Video haben wir die Aktion festgehalten.

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Technische Daten
Toyota Land Cruiser 3.0 D-4D
Grundpreis63.250 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4760 x 1885 x 1835 mm
KofferraumvolumenVDA104 bis 1833 L
Hubraum / Motor2982 cm³ / 4-Zylinder
Leistung127 kW / 173 PS (410 Nm)
Höchstgeschwindigkeit175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,7 s
Verbrauch8,1 L/100 km
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