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VW Golf V R32 im Supertest

Kann der Super-Golf den GTI abhängen?

VW Golf V R32 01 Foto: Gargolov 14 Bilder

VW Golf R32 mit Sechzylindermotor, 250 PS und Allradantrieb: Das klingt nach besten Voraussetzungen für eine sportlich angehauchte und anregende Allianz mit Ganzjahresgarantie. Doch ist der Supertest-Kandiat sportlicher als der VW Golf V GTI?

20.09.2006 Horst von Saurma Powered by

Wie beim VW Golf R32 lässt sich der Fortschritt im Automobilbau nach offizieller Lesart an zwei handfesten Faktoren festmachen: der Erhöhung der passiven Sicherheit auf der einen und der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs auf der anderen Seite. Nur die Kundschaft mit ihrer ganz eigenen Betrachtungsweise setzt in diesem Zusammenhang gern noch ein paar zusätzliche Prioritäten: So gehören niedrigere Einstandspreise und Finanzierungsmöglichkeiten gleichermaßen ganz oben auf die Liste jener Benefits, die im Sinne des Volkes den Fortschritt in seinen schönsten Formen markieren.

Fortschritt beim Modellwechsel

Ein besseres Raumangebot, größere Variabilität und nicht zuletzt umfassendere Individualisierungsoptionen sind ebenso gängige Aspekte, die neue Modelle kennzeichnen - von den derzeit angesagten Ausstattungsmerkmalen wie beispielsweise Navigationssystemen, Bi-Xenon-Scheinwerfern und Einliter-Trinkflaschenhalterungen in den Türen ganz zu schweigen.

Aus der egoistischen Sicht der Automobilhersteller definiert sich der Fortschrittsbegriff allerdings ganz anders. Dort, wo es schwerpunktmäßig um Lean Produktion, Gleichteilestrategien und Standortverlagerungen ins Ausland geht, sind im Zuge der konstruktiven Zukunftssicherungsmaßnahmen scheinbar ein paar Faktoren aus dem Sichtfeld verschwunden, die dem mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit verbrämten Begriff Sportlichkeit bisher eine innere Bewandtnis gaben.

Die viel beschworene und zitierte Sportlichkeit hätte aus Sicht praktizierender Sportfahrer bei den entsprechenden Fahrzeugtypen - wie dem VW Golf R32 - nämlich längst zu einem sukzessive verringerten Leistungsgewicht führen müssen – selbstverständlich ohne die eingangs erwähnten Aspekte Sicherheit und Wirtschaftlichkeit außer Acht zu lassen. Dazu hätte es – wie fast überall geschehen – aber keineswegs mehr Leistung gebraucht, sondern schlicht und einfach weniger Gewicht.

Wo hat sich der VW Golf R32 verbessert?

So ist der jüngste VW R32 auf Golf V-Basis dem gängigen Trend folgend selbstverständlich stärker geworden. Und - wie konnte es anders sein - natürlich auch schwerer. Mit sage und schreibe 1.591 Kilogramm - also fast 1,6 Tonnen - übertrifft der Supertest-Kandidat den 241 PS starken Vorgänger um das Gewicht eines ausgewachsenen Mannsbildes – 85 Kilogramm. Das Leistungsgewicht verschlechterte sich damit trotz des Leistungszuwachses von neun Pferdestärken von bisher 6,25 auf nunmehr 6,36 Kilogramm pro PS.

Hinzu kommt beim VW Golf R32 eine, wenn auch geringfügige Verschlechterung des cw-Werts – und das bei einer gleichzeitig vergrößerten Stirnfläche. Wo also – so die nahe liegende Frage – soll der Fortschritt herkommen, wenn nicht an anderer Stelle ein Wunder geschehen ist? Die Zukunftsfähigkeit, wie sie die VW-Entwickler interpretieren, muss also auf anderen Gebieten als im Bereich der Fahrdynamik sichtbar respektive spürbar werden. Denn weder ein verbessertes Beschleunigungsvermögen im Supertest auf Tempo 100 – 6,9 Sekunden gegenüber bisher 7,1 Sekunden – noch die von 247 auf 250 km/h erhöhte Spitzengeschwindigkeit werden für sich genommen ausreichen, um den neuen VW Golf R32 für das Goldene Sportabzeichen nominieren zu können.

Das R im Namen ist eine Crux

Das viel versprechende Kürzel „R“ im Namen des Supertest-Kandidaten erweist sich bei näherer Betrachtung wieder einmal als Crux: Die Erwartungshaltung an den VW Golf R32 driftet sowohl wegen der eindeutig sportlichen Positionierung als auch aufgrund der reizvollen nominellen Eckwerte per se in von Blauäugigkeit geprägte Bereiche ab.

Trotzdem ist der 250-PS-Golf V mit einem wundersamen Talent gesegnet, auch kritische Besatzungen umgehend für sich einzunehmen. Schon auf den ersten Kilometern vermittelt der im voller Supertest-Ausstattung 37.274 Euro teure VW Golf R32 Viertürer den Eindruck von klassenübergreifender Souveränität. Das ungemein satte Fahrgefühl, die rundum überzeugende Solidität und die perfekte Ergonomie auf allen Plätzen schaffen vor allem auf langen Etappen ein Klima höchster Zufriedenheit.

Mit seinem üppigen Angebot an schmeichelndem Luxus ist der VW Golf R32 gewissermaßen das komplette Gegenteil einer Knallbüchse. Nichtsdestotrotz ist er mit einem symphatischen Schuss optischer und akustischer Aggressivität gesegnet. Der Reiz des VW Golf R32-Pakets erschließt sich also im Alltag auf sehr befriedigende Weise und bei schlechten Witterungsbedingungen noch eindrucksvoller als bei guten.

Allradantrieb im Super-Golf überzeugt

Wie der schmucke Super-Golf im Wintertest in Sölden (Heft 3/2006) bewiesen hat, fühlt der Testwagen sich dank seines variablen Allradantriebs besonders bei niedrigen Reibwerten aufgefordert, souverän die Führungsrolle zu übernehmen. Beim Berg-Test auf schneeglatter Fahrbahn gegen die Uhr ließ er die aktuelle Allrad-Konkurrenz inklusive des neuen Audi RS4 glatt hinter sich, was einerseits für die Effizienz seines mit einer Haldex-Kupplung operierenden Allradsystems spricht und andererseits unter dem Diktat des Alltags irgendwie auch die Stimmigkeit des Gesamtkonzepts beweist.

Im Nasshandling-Test fuhr der VW Golf R32 zwar nicht ganz so souverän auf die Pole Position, an der Sachlage ändert dies aber grundsätzlich nichts: Der Allrad-getriebene Supertest-Golf empfiehlt sich besonders für den Betrieb unter erschwerten Einsatzbedingungen. Insofern müsste der VW Golf R32 für die Nordschleife eigentlich wie geschaffen sein. Dort zählen im Grenzbereich mehr als anderswo neben der Fahrbarkeit des Antriebs auch die Umgangsformen des Fahrwerks.

VW Golf R32 umrundet die Nordschleife in 8.49 Minuten

Mit der direkt im Anschluss an die Supertest-Runde geäußerten optimistischen Vermutung, trotz der hohen Lufttemperaturen von fast 30 Grad Celsius eine Rundenzeit um 8.30 Minuten realisiert zu haben, lag der Autor - wie die Datarecording-Aufzeichnungen anschließend belegten - zwar faktisch falsch, aber mental doch nicht ganz daneben: Die sportlichen Talente des VW Golf R32 sind durchaus präsent. Einlenk-, Kurven- und Bremsverhalten - alles tadellos. Auch die Traktion ist wie erwartet vorbildlich. Wenige Allradler zeigen im Supertest am Limit eine ähnlich ausgeprägte Zielsicherheit wie der VW Golf R32.

Supertestwagen vermittelt Gefühl der Sicherheit

Die bei vierradgetriebenen Fahrzeugen vielfach ausgeprägte Empfindlichkeit um die Hochachse bei Lastwechseln ist auch in Extremsituationen, wie sie etwa bei zusätzlichen Entlastungen in der prekären Anfahrt vorm Schwedenkreuz vorkommen, nicht zu beobachten. Der VW Golf R32 zieht unbeirrt und wie an einer Schnur gezogen seine Bahn und vermittelt seinem Fahrer dabei ein geradezu traumwandlerisches Gefühl der Sicherheit.

Einzig die Rundenzeit auf der Nürburgring-Nordschleife passt nicht zur subjektiv empfundenen Performance. Mit der enttäuschenden Zeit von 8.49 Minuten liegt der aktuelle VW Golf R32 im Supertest ganze zwölf Sekunden hinter seinem Vorgänger. Die Ursachen dafür sind mit den meteorologisch ungünstigeren Umständen allein nicht zu erklären. Es dürften vor allem das Mehrgewicht sein, und in gewissem Maß auch die schlechtere Aerodynamik, die das Ergebnis negativ beeinflussen.

R32 ist langsamer als der Vorgänger

So war der nominell schwächere, aber faktisch erheblich leichtere Vorgänger auf fast allen Streckenstücken der Nordschleife schneller unterwegs als der aktuelle VW Golf R32: 227 gegenüber 222 km/h auf der Döttinger Höhe; 215 gegenüber 212 km/h am Schwedenkreuz, 196 gegenüber 189 km/h an der Anfahrt zum Schwalbenschwanz.

Dass der V6-Motor im Golf V-Modell wegen der zusätzlich zu beschleunigenden Masse einen schwierigeren Job zu meistern hat, offenbarte schon der Blick auf den Beschleunigungswert bis 200 km/h: Der Neue VW Golf R32 veranschlagt im Supertest für diesen langen Sprint 30,1 Sekunden. Der Alte war mit 27,8 Sekunden dabei.

Eine Kompensation durch die Erhöhung der Querbeschleunigungswerte stand wegen der Gewichtszunahme beim VW Golf R32 natürlich auch nicht zu erwarten, zumal mit den 225/40er- Reifenformaten auf Vorder- und Hinterachse reifentechnisch kein qualitativer Unterschied zu verzeichnen ist. So realisiert der jüngste Sechszylinder-Golf V im Supertest mit 1,1 g just dieselben Maximalwerte wie das Ende 2004 nach weltweit 14.000 verkauften Einheiten eingestellte Vorgängermodell.

Audi TT fährt dem VW Golf R32 davon

Auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim, wo der Einfluss der Reifen prozentual höher ausfällt, gelingt es dem VW Golf R32 im Supertest immerhin, einen kleinen Vorsprung von einer halben Sekunde gegenüber seinem Vorgänger herauszuarbeiten. Mit einer Rundenzeit von 1.20,3 Minuten bleibt er aber auch hier hinter den Erwartungen zurück. Wirft man einen Seitenblick auf den neuen Audi TT, der mit „nur“ 200 PS und Vorderradantrieb, aber auf demselben Reifentyp (Michelin Pilot Sport 2) eine Rundenzeit von 1.18,8 Minuten hinlegt, dann erscheint die Relevanz des Themas Gewicht in einem noch klareren Licht.

Bremsleistung des Super-Golf ist akzeptabel

Die üppig dimensionierte Bremsanlage mit ihren exklusiven, blau lackierten Bremssätteln und den 345 Millimeter großen, innenbelüfteten Scheiben an der Vorderachse müht sich redlich, der kinetischen Energie Herr zu werden. Mit Bremsleistungen im Supertest zwischen 10,3 (warm) und 10,5 m/s² (kalt) liefert sie zwar zuverlässig akzeptable Ergebnisse, bleibt mit diesen Werten im Leistungsbild aber insgesamt blass. Für die Vollbremsung bis zum Stillstand aus 200 km/h veranschlagt der VW Golf R32 immerhin 150 Meter - das schaffen andere auf erheblich kürzeren Strecken.

Abgesehen von dem auch mit der großen zu bewegenden Masse zu begründenden Durchschnittsverbrauch von 12,9 Liter Super Plus auf 100 Kilometer macht der vorn quer installierte 15-Grad-V-Motor alles in allem mit sehr annehmbaren Eigenschaften auf sich aufmerksam. Sein kerniger, etwas heiserer Klang ist auf eingehende Weise präsent, ohne bei Dauerbeschallung negativ aufzufallen. Ansprechverhalten, Laufkultur und Durchzug des Motors - subjektiv alles erste Sahne. Mit launiger Drehfreude ist der auf der alten VR6-Konstruktion basierende, aber mit variablen Nockenwellenverstellungen agierende 3,2-Liter-Motor auch gesegnet - wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Drehzahlniveau. Der rote Drehzahlbereich beginnt bereits bei 6.500/min. Schließlich haben wir es hier mit einem ausgewiesenen Langhuber zu tun.

Golf-Tachoskala bis 300 km/h

Die im Durchmesser 84 Millimeter großen Kolben legen zwischen den unteren und oberen Totpunkten einen Weg von immerhin 95,9 Millimeter zurück. Als Ausgleich für diese kleine numerische Schmach in Zeiten um sich greifender Hochdrehzahlkonzepte weist die eindrucksvolle Zahl 300 auf dem Tacho unmissverständlich darauf hin, dass der VW Golf R32 gemäß dem Anspruch seiner Entwickler doch zu Höherem berufen ist. Die Skala reicht vielleicht auch deshalb so weit, weil der zugegebenermaßen hübsche blaue Zeiger einem krankhaften Optimismus verfallen ist.

Die starke Tachovoreilung passt gewissermaßen aber wieder zum Gesamtauftritt des Supertest-Kandidaten: Der unterhaltsame und bisweilen befriedigende Eindruck, im VW Golf R32 schneller zu sein, als man tatsächlich ist, wird durch den Blick auf das hübsche Instrument schließlich bestätigt. Was getrost als Methode zur generellen Temporeduzierung angesehen werden kann, erweist sich nur leider zu oft als Bumerang: Aufkommender Frust durch das Vorgaukeln falscher Tatsachen führt nämlich nicht selten zu Aggression. Die aber wäre in diesem gepflegten und sicherem Umfeld gänzlich fehl am Platz.

Nürburgring Nordschleife 8.49,00 min
3
maximal 10 Punkte

Man kann ihn im Supertest quälen und geradezu gewalttätig in die Ecken werfen - der VW Golf R32 legt auch bei ausgeschaltetem ESP ein narrensicheres Fahrverhalten an den Tag – und verzeiht dabei so gut wie jeden Fehler. Die Fahrfreude und subjektiv empfundene Schnelligkeit erhält allerdings durch die enttäuschende Supertest-Rundenzeit auf der Nordschleife einen starken Dämpfer. Die zwölf Sekunden Rückstand zum Vorgänger sind eine Schmach, die ihre Ursache in erster Linie im stark erhöhten Gewicht hat.

Rundenzeit Nordschleife Supertest VW Golf V R32 sportauto0906
Hockenheim-Ring Kleiner Kurs 1.20,3 min
4
maximal 10 Punkte

Dass der 250 PS starke Allrad-Golf auch auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim keinen Stich landen würde, war schon nach den Längsdynamik-Tests abzusehen. Knapp 1,6 Tonnen Gewicht fordern eben ihren Tribut. Immerhin kann der neue VW Golf R32 dem Vorgänger hier eine halbe Sekunde abnehmen. Wenn auch die Zeit selbst nicht zufrieden stellen kann, so ist der Fahrspaßfaktor doch überzeugend. Sehr neutrales Fahrverhalten und nicht die Spur von Antriebseinflüssen, die die vorgegebene Linie verderben könnten. Die Bremse hält die Angriffe im Supertest fast fadingfrei aus.

Rundenzeit Hockenheim Supertest VW Golf V R32 sportauto0906
Beschleunigung / Bremsen 35,5 sek
3
maximal 10 Punkte

Den Gewichtsnachteil von 85 Kilogramm gegenüber seinem direkten Vorgänger kann der um neun PS erstarkte R32 auf VW Golf V-Basis natürlich nicht wettmachen. Mit 30,1 Sekunden für den Sprint auf 200 km/h fährt er seinem direkten Ahnen um 2,3 Sekunden hinterher. Für den Standardsprint auf Tempo 100 km/h veranschlagt der VW Golf R32 im Supertest 6,9 Sekunden – das sind immerhin 0,2 Sekunden weniger als beim Vorgänger. Auch in puncto Bremsverzögerung ist kein Fortschritt zu erkennen. Mit einem Verzögerungswert von 10,3 m/s² aus Tempo 200 km/h erreicht der Spitzensportler der Golf-Baureihe ein für dieses Genre nur mittelmäßiges Resultat.

Beschleunigung 0-200 km/h:
30,1 s
Bremsen 200-0 km/h:
5,4 s
Windkanal
7
maximal 10 Punkte

Aus der gemessenen Stirnfläche von 2,225 m² und dem cw-Wert von 0,32 errechnet sich ein nur sehr mittelmäßiger Luftwiderstandsindex von 0,71. Damit ist der VW Golf R32 aerodynamisch geringfügig schlechter konditioniert als sein Vorgänger, der einen Index von 0,66 erreichte. Der Auftriebswert an der Vorderachse fällt so gut wie nicht ins Gewicht: Bei 200 km/h wird sie um vernachlässigbare 17 Newton entlastet. An der Hinterachse ist der Wert dagegen signifikant: Die Kraft von 338 Newton entspricht einer Entlastung von knapp 40 Kilogramm, was aber ebenso im nicht relevanten Bereich liegt.

Fahrzeugstirnfläche (A):
2,23 m²
Luftwiderstandsbeiwert (cw):
0,32
Luftwiderstandsindex (cw × A):
0,71
Vorderachse bei 200 km/h:
2 kg Auftrieb
Hinterachse bei 200 km/h:
34 kg Auftrieb
Querbeschleunigung 1,10 g
6
maximal 10 Punkte

Das Thema Gewicht mit seinen negativen Konsequenzen drängt sich auch hier auf. Dass der schwerere, aktuelle VW Golf R32 mit seiner maximalen Querbeschleunigung von 1,1 g noch auf dem Niveau des Vorgängers bleibt, ist im Supertest seinen Michelin-Reifen zu verdanken, die in ihrer Spezifikation Pilot Sport 2 grundsätzlich mit einem guten Gripniveau aufwarten. Das Reifenformat – 225/40 R 18 – ist an Vorder- und Hinterachse identisch. Die Felgenbreite der serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen beträgt 7,5 Zoll. Der Optimismus in Ehren: Die Reifen tragen den Speedindex Y, besitzen also eine Freigabe bis 300 km/h.

36-Meter-Slalom 125 km/h
6
maximal 10 Punkte

Die an sich sowohl direkt und zielgenau als auch mit gutem Feedback arbeitende Lenkung kann nicht verhindern, dass bei extremen Manövern wie diesem doch ein gewisses Trägheitsgefühl aufkommt. Jedenfalls ist die Agilität des VW Golf R32 im Supertest nicht so weit entwickelt wie erwartet. Der Einfluss der großen bewegten Masse bleibt auch hier nicht unbemerkt. Festzuhalten ist allerdings auch, dass der VW Golf ein vorbildlich neutrales Fahrverhalten an den Tag legt. Er schiebt im Grenzbereich sachte und gleichmäßig über alle Viere. Nur im Extremfall und bei gleichzeitigen Lastwechseln ist ein leichter Heckschwung zu beobachten.

Ausweichtest 134 km/h
6
maximal 10 Punkte

Im schnellen Spurwechsel zeigt sich das gleiche Bild wie zuvor in der Supertest-Disziplin Slalom: Außergewöhnlich sicheres Fahrverhalten mit allenfalls im absoluten Grenzbereich gleichmäßiger Schiebung über alle vier Räder. Bösartige Ausbruchversuche des Hecks sind selbst bei zackig ausgeführten Hakenschlägen so gut wie ausgeschlossen. Auch eine ausgeprägte Untersteuerneigung ist zumindest unter Last nicht zu beobachten. Somit rangiert der aktuelle VW Golf V R32 deutlich über dem Niveau seines Vorgängers und ist auch dem VW Golf V GTI ebenbürtig.

Nasshandling
9
maximal 10 Punkte

Allein gegenüber dem nur über die Vorderräder angetriebenen VW Golf GTI macht der Allrad-Golf auf diesem äußerst diffizilen Terrain über vier Sekunden gut und empfiehlt sich schon damit als vorzüglicher Allwetter-Sportler. Zudem deklassiert er einen BMW Z4 3.0si Coupé bei rutschigem Untergrund deutlich und liegt sogar noch knapp vor dem Porsche Boxster S. Sein im Grenzbereich außergewöhnlich braves Naturell zeigt der VW Golf R32 im Supertest besonders bei niedrigen Reibwerten, und zwar korrekterweise auch bei deaktiviertem ESP. Allerdings haben auch hier die Michelin- Reifen einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Resultat. Das ABS arbeitet auf nasser Bahn mit einer praxisgerechten, sprich effektiven Regelfrequenz.

Fazit

Die Empfehlung an die Marketingstrategen von Volkswagen lautet: Das gemeinhin für „Racing“ stehende „R“ gehört gestrichen. Denn wie schon der Vorgänger lockt der 250 PS starke Allrad-Super-Golf die Kundschaft damit auf die falsche Fährte. Sachlich gibt es im Supertest nichts, was dem VW Golf R32 vorzuhalten wäre - bis auf den vielleicht etwas zu hohen Benzinverbrauch. Er ist schnell, vorzüglich verarbeitet, ungemein sicher und sogar komfortabel - und verfügt bei alledem besonders in der teuersten Spezifikation über einen klassenlosen Status. Dank seines intelligenten Allradantriebs und seiner geschliffenen Umgangsformen übernimmt er bei widrigen Straßenbedingungen fraglos umgehend die Vorreiterrolle. Allerdings ist sein Potenzial als Sportler begrenzt. Denn dass der Supertest-Kandidat auf der Nordschleife nicht mal den Vorgänger in die Schranken weist und auch seinen kleinen Bruder VW Golf GTI kaum abzuschütteln vermag, ist ein untrügliches Indiz dafür, dass der Begriff Sportlichkeit für die Konzeptverantwortlichen wohl doch nur eine Metapher ist. 85 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem Vorgänger lassen sich subjektiv zwar ein Stück weit kaschieren. Faktisch trägt der VW Golf R32 aber schwer daran.

Technische Daten
VW Golf R32 4Motion
Grundpreis36.250 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4246 x 1759 x 1465 mm
KofferraumvolumenVDA275 bis 1230 L
Hubraum / Motor3189 cm³ / 6-Zylinder
Leistung184 kW / 250 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit248 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,2 s
Verbrauch9,7 L/100 km
Testverbrauch12,9 L/100 km
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