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12 Kratzerentferner im Test

So verschwinden Kratzer im Lack

Kratzerentferner, Kontrolle Foto: Ingolf Pompe 21 Bilder

Lackkratzer im Auto oder Motorrad sind kaum zu vermeiden. Mit speziellen Polituren sollen sie sich aber beseitigen lassen. Stimmt das? Wir haben gemeinsam mit der GTÜ 12 Lackkratzer-Entferner für geübte und ungeübte Anwender getestet.

12.03.2014 Henning Busse

Wenn es etwas gibt, das Autofahrer nur schwer verhindern können, dann sind es Kratzer im Lack – eine ärgerliche Sache, zugegeben. Doch kein Grund, zu verzweifeln. Wenn man der Zubehörindustrie glauben darf, ist die Beseitigung kein Problem. Teil- oder Komplettlackierung des Wagens für mehrere Tausend Euro? Nicht nötig. Smart Repair? Kann man sich auch sparen. Laut Werbung schaffen Polituren Abhilfe – genauer gesagt spezielle Lackkratzer-Entferner, die sich lediglich in der höheren Menge an abrasiven Bestandteilen (Schleifmitteln) von den gängigen Polituren unterscheiden.

Kratzerentferner in Fachgeschäften, Baumärkten und Onlineshops erhältlich

Selbst tiefe Kratzer, die in der Regel durch kleine Rempler entstehen, sollen solche Präparate beseitigen und dabei wenig handwerkliches Geschick voraussetzen. Grund genug für auto motor und sport, diese speziellen Produkte gemeinsam mit den Lackspezialisten der Prüforganisation GTÜ zu testen.

Die Schleifmittel gibt es nicht nur in Fachgeschäften und Baumärkten, auch Onlineshops bieten sie an. Einen großen Teil der Testprodukte kauften wir im Internet bei Amazon, Westfalia, Tirendo und Conrad. Das geht schnell und ist bequem. Allerdings sollten Autofahrer vor der Bestellung genau hinschauen, denn es gibt am Markt gleich zwei Produktgruppen: Zur Wahl stehen sogenannte Ein- oder Zweikomponentenmittel. Doch in welchen Punkten unterscheiden sich die verschiedenen Präparate? Auch diese Frage klärt der Test, wir wählten zwölf Anwendungen aus beiden Gruppen.

Eines gilt es in jedem Fall zu beachten: Alle Polituren beseitigen die Schrammen in der Farbschicht, indem sie den Lack abtragen. Wer es bei der Anwendung übertreibt, macht aus einem kleinen Kratzer fix einen teuren Lackschaden. Dann sind selbst die Kratzerentferner machtlos, die vor allem bei Macken in der Klarlackschicht überzeugen – und die ist bei einer Lackstärke von etwas mehr als einem Zehntelmillimeter nicht gerade üppig.

Vorsicht ist geboten mit den Kratzerentfernern

Besonders bei den Zweikomponentenprodukten von Sonax, Quixx und Presto sollte der Anwender behutsam vorgehen. Das Problem sind nicht die Vor- und Nachbehandlungsmittel, sondern das Schleifpapier. Es ist zwar sehr fein und darf nur mit Wasser benutzt werden, doch bei grobem Einsatz zerstört es den Lack.

Diese Produkte sind somit eher etwas für geübte Anwender. Das gilt übrigens auch für die sogenannten Schleifpasten, die sich ebenfalls vorzüglich zum Entfernen von Kratzern eignen. Wer nicht sorgfältig mit ihnen umgeht, ruiniert den Autolack. Deshalb sind auch diese Produkte eher etwas für Erfahrene.

Ungeübte greifen dagegen zu den Einkomponentenmitteln. Hier fällt es schwerer, die Farbschicht zu ruinieren. Bei Wack und Westfalia zum Beispiel sind die Schleifkörper so ausgelegt, dass sie während der Anwendung zerfallen. Das schont den Lack. Und das Resultat kann sich ebenfalls sehen lassen: In ihrer Leistung sind sie nicht viel schlechter als die Sets für geübte Anwender.

Dr. O.K. Wack A1 Nano Kratzer Polish

Empfehlenswert
Ein vorbildlicher Lackkratzer-Entferner, der zwar nicht billig ist, aber Laien nicht vor Rätsel stellt. Die Anleitung ist ausführlich, und neben der Schleifpaste werden auch die nötigen Poliertücher geliefert. Selbst wenn der Inhalt mit 50 ml mager ausfällt, ist das Wack-Präparat ergiebig. Viel ist nicht nötig, um kleine und tiefere Kratzer sowie Glanzschleier zu beseitigen.

Westfalia agn Shop Hurrikan

Empfehlenswert
Das Produkt ist für Landmaschinen gedacht, doch die Anschaffung lohnt sich auch für das Auto. Denn die günstige Politur entfernt vollständig leichte Kratzer und Glanzschleier. Tiefe Schrammen sind nach der Behandlung allerdings noch im Ansatz erkennbar. Am Ende erringt der Kratzerentferner zwar nicht den Testsieg, aber immerhin den Preistipp.

Meguiar’s Scratch X 2.0

Empfehlenswert
Der Kratzerentferner, den es unter anderem bei Conrad gibt, liegt in der Wirkung auf Augenhöhe mit dem Testsieger von Wack. Kleine Kratzer sind kein Problem, tiefe Schrammen sind dagegen nach der Anwendung noch minimal sichtbar. Die Paste geht schonend mit dem Lack um. Einziges Manko ist die unverständliche Anleitung, was an der Übersetzung liegt.

FK Automotive Kratzerentferner

Bedingt empfehlenswert
Der Preis überzeugt, doch in der Anwendung und Wirkung kommt das Präparat über ein mittelmäßiges Ergebnis nicht hinaus. Vor allem tiefe Kratzer und Glanzschleier sind nach der Behandlung weiterhin sichtbar. Damit der Lack glänzt, empfiehlt FK Automotive noch eine Lackversiegelung. Das erfährt der Kunde allerdings erst beim Lesen der Anleitung auf der Flasche.

Néo Clean Kratzerbeseitiger

Bedingt empfehlenswert
Auf den ersten Blick macht die Paste einen guten Eindruck: Es werden gleich zwei Tuben und die nötigen Poliertücher mitgeliefert. Zudem lässt sich das Produkt leicht anwenden, die Anleitung erklärt die wichtigsten Schritte, und das Resultat bei kleinen Schrammen überzeugt. Lediglich mit tiefen Kratzern und Glanzschleiern hat das Mittel Probleme.

Nigrin Kratzerentferner

Bedingt empfehlenswert
Leichte Kratzer im Lack stellen das Nigrin-Präparat vor keine großen Herausforderungen, und mit der Farbschicht geht das Mittel ebenfalls sehr schonend um – der Abtrag ist nur minimal. Geht es allerdings um tiefere Kratzer im Klarlack, schneidet das Produkt bestenfalls mittelmäßig ab. Auch den Glanzschleiern kann es nicht wirkungsvoll zu Leibe rücken.

3M Scratch and Swirl Remover

Bedingt empfehlenswert
Mit rund 50 Euro ist das Mittel von 3M nicht günstig. Dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen im Test, doch diese konnte das Produkt, das wir bei Conrad kauften, nicht ganz erfüllen. Zum einen gab es keine Anleitung in deutscher Sprache, zum anderen fällt das Ergebnis bei tiefen Kratzern und beim Glanzgrad nur mittelmäßig aus. Das kostete am Ende Punkte.

Autosol Kratzerentferner

Bedingt empfehlenswert
Die Politur geht schonend mit dem Lack um, der Schichtabtrag ist kaum messbar. Eine erfolgreiche Beseitigung von Kratzern und Glanzschleiern sieht aber anders aus. Sie sind nach dem Polieren immer noch da – vor allem die tieferen Kratzer sind noch deutlich erkennbar. Für ein gutes Resultat muss man das Mittel öfter anwenden. Das heißt: Die Tube ist schnell aufgebraucht.

Sonax Kratzerentferner-Set

Empfehlenswert
Wenig Grund zum Klagen gibt es beim Sonax-Mittel, das sich den Testsieg bei den Produkten für geübte Anwender sichert. Selbst ganz tiefe Schrammen holt das Präparat aus dem Klarlack, sie sind nach der Behandlung kaum noch zu sehen. Eine gut beschriebene und mit Bildern unterlegte Anleitung minimiert die Gefahr von Fehlern in der Anwendung.

Quixx Kratzerentferner

Empfehlenswert
Die mit Abstand beste Anleitung in diesem Test kommt von Quixx. Die Beschreibung ist ausführlich, dazu bebildert und gibt sehr wertvolle Anwendungstipps. Auch die Leistung des Lackkratzer-Entferners kann sich sehen lassen. Kleine Schrammen in der Farbschicht und Glanzschleier werden vollständig beseitigt, tiefere Kratzer sind im Ansatz noch erkennbar.

Liqui Moly Schleif- und Polierpaste

Empfehlenswert
Die Schleifund Polierpaste von Liqui Moly liefert ordentliche Arbeit ab, ist aber eher für geübte Anwender gedacht. Bei falscher Benutzung entstehen schnell größere Lackschäden. Deshalb sollte die Anleitung gelesen werden, die noch ausführlicher sein könnte. Auf jeden Fall erfährt man in ihr, dass für die Lackversiegelung ein weiteres Produkt benötigt wird.

Presto Kratzerentferner

Bedingt empfehlenswert
Bei kleinen bis mittelschweren Schrammen leistet sich der Kratzerentferner von Presto keine Schwächen. Nur wenn es um tiefere Schäden geht, bei denen das mitgelieferte Schleifpapier zum Einsatz kommt, schwächelt das Produkt. Auch bei richtiger Anwendung sind tiefe Schrammen und Glanzschleier immer noch in der Farbschicht erkennbar.

Diese Kratzerentferner haben wir getestet
A1 Nano Kratzer PolishJetzt bei Amazon kaufen
Westfalia agn Shop Hurrikan
Meguiar’s Scratch X 2.0Jetzt bei Amazon kaufen
FK Automotive Kratzerentferner
Néo Clean KratzerbeseitigerJetzt bei Amazon kaufen
Nigrin KratzerentfernerJetzt bei Amazon kaufen
3M Scratch and Swirl RemoverJetzt bei Amazon kaufen
Autosol KratzerentfernerJetzt bei Amazon kaufen
Sonax Kratzerentferner-SetJetzt bei Amazon kaufen
Quixx KratzerentfernerJetzt bei Amazon kaufen
Liqui Moly Schleif- und PolierpasteJetzt bei Amazon kaufen
Presto KratzerentfernerJetzt bei Amazon kaufen

So haben wir getestet

Als Basis für den Test diente ein drei Jahre alter Ford Fiesta, bei dem der Glanzschleier im Lack analysiert und der Glanzgrad sowie die Lackstärke mit entsprechenden Geräten gemessen wurden. Das erfolgte zum Start und zum Ende des Tests. Für die Kratzer kam auch eine Apparatur zum Einsatz, die definierte Schrammen verursachte – im Test mussten die Mittel einen schwachen und einen tiefen Kratzer aus der Klarlackschicht holen.

Bei den Tüchern setzten wir auf spezielle Mikrofaserlappen, falls die Anbieter nichts anderes vorschrieben. Zudem wurden Lieferumfang, Ergiebigkeit und Anleitung der Mittel bewertet. Außerdem benoteten wir, wie gut sich die Produkte verarbeiten lassen, wie hoch der Zeitaufwand ist und wie teuer die Kratzerentferner im Einkauf sind.

Fazit

Die Hälfte aller Kratzerentferner liefert nur ein mittelmäßiges Ergebnis im Test ab. Das wirft kein gutes Licht auf die Produkte. Doch es lohnt sich, genau hinzuschauen. Wack oder auch Sonax beweisen in den beiden Anwendungsbereichen, dass es von der Leistung her richtig gute Schleifmittel gibt, bei denen allenfalls der Preis hoch ist. Der ist ohnehin ein Thema für sich.

Bis zu 50 Euro gaben wir für die Testprobanden aus. Wichtig ist, dass man sich hier eines merkt: Teuer bedeutet nicht automatisch gut. Das hat der Test bewiesen. Günstige Mittel sind oftmals besser als ihr Ruf. Ein Beispiel ist das Westfalia-Produkt Hurrikan. Es musste sich am Ende nur knapp dem Testsieger im Kapitel für ungeübte Anwender geschlagen geben, ist aber im Literpreis rund 13-mal günstiger als teure Mittel.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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